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01.02.2016

23:42 Uhr

Börsen New York

Fallende Ölpreise setzen Anleger unter Druck

Chinas Konjunkturdaten enttäuschen und die Ölpreise gehen wieder auf Talfahrt: An der Wall Street bringt das uneinheitliche Schlusswerte. Gute Nachrichten beschert Google-Mutter Alphabet.

Der Muppets-Star eröffnet am 1. Februar 2016 die New Yorker Börse. Ein Glücksschwein ist Miss Piggy offenbar nicht. Die Kurse rutschten im frühen Handel ins Minus. ap

Miss Piggy

Der Muppets-Star eröffnet am 1. Februar 2016 die New Yorker Börse. Ein Glücksschwein ist Miss Piggy offenbar nicht. Die Kurse rutschten im frühen Handel ins Minus.

New YorkDie Wall Street ist uneinheitlich in die neue Handelswoche gestartet. Enttäuschende China-Daten trübten die Stimmung, und auch aus der US-Wirtschaft kamen Signale der Schwäche. Zum einen schürte das zwar die Furcht vor einer Flaute der Weltwirtschaft. Zum anderen setzen aber viele Anleger darauf, dass die US-Notenbank ihre für das laufende Jahr geplanten Zinserhöhungen nun vorsichtiger angehen könnte. Gestützt wurde die Börse auch von dem in Alphabet umbenannten Google-Konzern, der nach Börsenschluss einen Umsatzsprung auswies und mit einem Kursplus von neun Prozent Apple den Titel des wertvollsten US-Konzerns abnahm.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 16.510 und einem Tief von 16.299 Punkten. Er schloss mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 16.449 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 trat bei 1939 Zählern auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte dagegen 0,1 Prozent auf 4620 Stellen zu. In Frankfurt hatte sich der Dax zuvor 0,4 Prozent schwächer bei 9757 Zählern aus dem Handel verabschiedet.

Die Ölpreise setzten ihre Talfahrt fort: US-Rohöl gab 6,6 Prozent auf 31,40 Dollar je Barrel nach, ein Fass der Nordseesorte Brent kostete mit 34,02 Dollar 5,5 Prozent weniger. Seit Mitte 2014 sind die Ölpreise mehr als 70 Prozent gesunken. Zuletzt galt auch die Nachfrage in China als fraglich. Energiekonzerne standen auf den Verkaufslisten der Investoren ganz oben, Exxon verlor zwei, Chevron 1,4 Prozent.

Die Google-Holding Alphabet war bei den Investoren dagegen gefragt. Schon vor der Vorlage überraschend guter Umsätze stützten Alphabet-Aktien die Wall Street. Auch das soziale Netz Facebook und der Kurznachrichtendienst Twitter waren gefragt. Facebook legte 2,6, Twitter 6,6 Prozent zu.

Die Chronik des Ölpreisverfalls

Der Verfall

Ein weltweites Überangebot bei schwächelnder Nachfrage setzt dem Ölpreis immer stärker zu. Noch im Juni 2014 kostete ein Barrel (Fass zu je 159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 115,7 Dollar. Derzeit kostet ein Fass Öl aus der Nordsee weniger als 33 Dollar.

Die Gründe

Ein Grund für das Überangebot ist der Schieferölboom in den USA. Ein anderer ist die Förderpolitik der Opec, die anders als in früheren Jahren den Preis nicht durch die Senkung von Fördermengen stützen will oder kann. Stattdessen kämpfen die Kartellmitglieder mit Rabatten um ihre Marktanteile. Diese Preis-Meilensteine durchschritt die Ölsorte Brent seit Anfang 2015:

7. Januar 2015

Der Brent-Preis fällt zum ersten Mal seit Mai 2009 unter 50 Dollar je Fass.

13. Januar 2015

Mit 45,19 Dollar erreicht Brent den niedrigsten Stand seit März 2009.

3. Februar 2015

Spekulationen auf einen deutlichen Rückgang des Überangebots treiben den Preis für Brent wieder über 55 Dollar.

6. Mai 2015

Export-Ausfälle in Libyen schüren Spekulationen auf einen Versorgungsengpass: Der Ölpreis steigt bis auf 69,63 Dollar.

3. August 2015

Erstmals seit Januar rutscht Brent wieder unter die 50-Dollar-Marke. Auslöser ist ein Rekordanstieg der Ölproduktion der Opec-Länder im Juli.

24. August 2015

Aus Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft machen Anleger einen großen Bogen um Öl. Brent verbilligt sich um bis zu 6,5 Prozent auf 42,51 Dollar. Damit kostet das Nordsee-Öl so wenig wie zuletzt im März 2009.

8. Dezember 2015

Nachdem die Opec ihre Förderpolitik bestätigt hat und in der Abschlusserklärung nicht einmal mehr eine Zahl für die Obergrenze der Produktion auftaucht, gehen die Notierungen erneut in die Knie: Brent fällt auf bis zu 39,81 Dollar und ist damit so billig wie zuletzt im Februar 2009.

21. Dezember 2015

Brent kostet mit rund 36 Dollar so wenig wie zuletzt im Juli 2004.

4. Januar 2016

Nach der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen im sunnitischen Saudi-Arabien eskaliert der seit langem schwelende Konflikt zwischen dem Iran und dem Königreich. Dies macht eine gemeinsame Linie der beiden Opec-Mitglieder in der Ölpolitik unwahrscheinlich. Die Preise nehmen ihre Talfahrt wieder auf.

7. Januar 2016

Brent stürzt um sechs Prozent auf 32,16 Dollar ab und notiert damit so niedrig wie zuletzt im April 2004. Damals hatte der Preis zuletzt die 30-Dollar-Marke unterschritten.

Im Rampenlicht standen zuvor die Aktien der Diagnostik-Firma Alere. Sie schossen mehr als 45 Prozent in die Höhe. Der Pharmakonzern Abbott Laboratories hatte angekündigt, den HIV-Schnelltesthersteller für 5,8 Milliarden Dollar zu kaufen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,02 Milliarden Aktien den Besitzer. 1503 Werte legten zu, 1556 gaben nach und 145 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von knapp zwei Milliarden Aktien 1410 Titel im Plus, 1418 im Minus und 130 unverändert.

Das Rätselraten über die Reaktion der Fed auf die jüngsten Konjunkturdaten setzte den US-Kreditmärkten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren um 06/32 auf 102-21/32. Sie rentierten mit 1,9520 Prozent. Die 30-jährigen Bonds büßten 05/32 auf 104-24/32 ein und hatten eine Rendite von 2,7648 Prozent.

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