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09.03.2016

22:32 Uhr

Börsen New York

Steigende Ölpreise schieben die Wall Street an

Die Ölpreise steigen und ziehen die US-Börsen mit ins Plus. Nicht zuletzt der Ölkonzern Chevron legt kräftig zu. Einen noch stärkeren Auftrieb verschafft Amazon jedoch einem Flugzeugvermieter.

Die Kurse an der Wall Street wurden von den Ölpreisen ins Plus gezogen. AP

Börse in New York

Die Kurse an der Wall Street wurden von den Ölpreisen ins Plus gezogen.

New YorkGestützt vom Anstieg der Ölpreise haben die US-Börsen am Mittwoch leicht zugelegt. Allerdings blieben die Anleger angesichts der Sorgen um die chinesische Wirtschaft vorsichtig. "Ganz offensichtlich dreht sich alles um die Ölpreise", sagte Marktexperte Peter Cardillo vom Finanzhaus First Standard Financial. Rohöl der Nordsee-Sorte Brent wurde mit 40,98 Dollar je Barrel 3,3 Prozent teurer gehandelt. US-Rohöl stieg um fünf Prozent auf 38,35 Dollar je Fass. Für gute Stimmung an den Rohstoffmärkten sorgte die Ankündigung des Irak, wonach die großen Exportstaaten am 20. März über eine Deckelung der Fördermengen beraten wollen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent höher auf 17.000 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 erhöhte sich um 0,5 Prozent auf 1989 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte um 0,5 Prozent auf 4674 Stellen zu.

Bei den Einzelwerten verteuerte sich die Aktie des Ölriesen Chevron um 4,6 Prozent.

Valeant-Papiere rückten um knapp sechs Prozent vor. Der kanadische Pharmakonzern hatte zuvor erklärt, sein Direktorium um drei Manager zu erweitern.

Air Transport sorgte mit einem Kurssprung von zeitweise knapp 17 Prozent für Aufsehen. Der Flugzeugvermieter liefert 20 Boeing -Frachtmaschinen an Amazon. Der Online-Händler will die Auslieferung von Paketen zunehmend in Eigenregie übernehmen. Der Konzern sicherte sich gleichzeitig das Recht, bis zu 19,9 Prozent an Air Transport zu übernehmen.

Die Erwartungen an die EZB

Was die EZB bisher getan hat

Die Zinsen im Euroraum wurden unter EZB-Chef Mario Draghi quasi abgeschafft, der Leitzins liegt seit September 2014 mit 0,05 Prozent nur noch knapp im positiven Bereich. Zusätzlich kauft die Notenbank seit dem 9. März 2015 in großem Stil Staatsanleihen und andere Wertpapiere. 60 Milliarden Euro nimmt die EZB dafür in die Hand - Monat für Monat. Im Dezember verlängerte der EZB-Rat dieses Programm („Quantitative Easing“/QE) um ein halbes Jahr bis mindestens März 2017. Das viele billige Geld soll über Geschäftsbanken in Form von Krediten bei Verbrauchern und Unternehmen ankommen und die Wirtschaft ankurbeln.

Warum die EZB nachlegen will

Oberstes Ziel der EZB sind stabile Preise - und die definieren Europas Währungshüter bei einer Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent. Doch davon ist die Inflation trotz der Geldflut der Notenbank weiterhin meilenweit entfernt. In Deutschland drückte der erneute Absturz der Ölpreise die jährliche Teuerungsrate im Februar nach vorläufigen Zahlen auf Null. Im Euroraum fielen die Verbraucherpreise erstmals seit einem halben Jahr sogar wieder: Die Inflationsrate ging auf minus 0,2 Prozent zurück. Das dürfte die EZB nach Einschätzung von Commerzbank-Analyst Christoph Weil bestärken, ihre eigenen Inflationsprognosen zu senken: „Dies macht den Weg frei für weitere expansive Maßnahmen.“

Was die EZB noch tun kann

Viele Ökonomen gehen davon aus, dass die Währungshüter den Strafzins nochmals verschärfen, den Banken bezahlen müssen, wenn sie kurzfristig Geld bei der Notenbank parken. Seit Dezember liegt er bei 0,3 Prozent. Möglich wäre auch eine Staffelung dieses Zinses je nach Höhe der Einlagen. Müssen Banken mehr für das Bunkern von Liquidität zahlen - so die Theorie - bringt sie das eher dazu, das Geld als Kredit an Verbraucher und Unternehmen weiterzureichen. Theoretisch könnte die EZB auch das Volumen ihrer monatlichen Wertpapierkäufe aufstocken oder Grenzen aufweichen, die im Rahmen ihres QE-Programms eingezogen wurden - wie die, dass die Zentralbank nicht mehr als 33 Prozent der Anleihen eines Staates kaufen darf. Solche Schritte sind im EZB-Rat aber wesentlich umstrittener als das Thema Strafzinsen.

Was die Maßnahmen bringen - und was nicht

Ökonomen raten zu mehr Besonnenheit: Hauptgrund für die niedrige Inflation sei der Absturz der Ölpreise - und der sei zugleich ein Konjunkturprogramm. „Der niedrige Ölpreis lässt der Inflation keinen Raum zum Atmen. Doch die Lage ist nicht so gravierend, wie die Gesamtrate glauben macht“, kommentierte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner die jüngsten Inflationszahlen. Und da die Finanzmärkte eine Erholung der Rohölpreise erwarteten, sei für 2017 im Durchschnitt eine Inflationsrate von rund zwei Prozent wieder realistisch. „Deshalb sollte die EZB über die aktuelle Flaute hinwegsehen“, riet Zeuner. „Vor allem eine weitere Absenkung des bereits negativen Einlagensatzes erscheint mir per Saldo wenig wirksam.“

Überraschend starke Quartalsergebnisse verhalfen Blue Buffalo zum größten Kurssprung der Firmengeschichte. Die Aktien des Spezialisten für Bio-Tierfutter stiegen um bis zu 23,5 Prozent auf ein Sechs-Monats-Hoch von 22,92 Dollar. Das Unternehmen erwirtschaftete im abgelaufenen Quartal einen Umsatz von 265,2 Millionen Dollar. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit 259,2 Millionen Dollar gerechnet.

Die Aussicht auf neue Geldgeschenke von EZB-Chef Mario Draghi versetzte auch europäische Anleger in Kauflaune. Gegen Handelsschluss machten einige von ihnen allerdings Kasse, um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Der Dax schloss 0,3 Prozent fester bei 9723 Punkten und der EuroStoxx50 gewann 0,6 Prozent auf 3019 Zähler. Am Markt werde fest damit gerechnet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag die Ausweitung ihrer Wertpapierkäufe auf 75 Milliarden Euro monatlich ankündigt, so die Analysten der Essener National-Bank. Außerdem sei eine Verlängerung der Laufzeit des Programms möglich.

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Trotz Konjunktursorgen ziehen die Preise für Eisenerz und Kupfer sprunghaft an. Doch Anleger sollten vorsichtig sein. Analysten sprechen von hochspekulativen Märkten und wissen nicht, ob sie dem Braten trauen dürfen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 960 Millionen Aktien den Besitzer. 2104 Werte legten zu, 903 gaben nach und 129 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,77 Milliarden Aktien 1671 im Plus, 1116 im Minus und 171 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach einer enttäuschenden Auktion von zehnjährigen Papieren im Volumen von 20 Milliarden Dollar nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 15/32 auf 97-20/32. Die Rendite stieg auf 1,8883 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 25/32 auf 96-11/32 und rentierte mit 2,6775 Prozent.

Von

rtr

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