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13.09.2016

23:17 Uhr

Börsen New York

Wall Street lässt sich vom Ölpreis einschüchtern

Neben dem Ölpreisrückgang spielte an der Wall Street die Debatte über den Zeitpunkt der nächsten US-Zinserhöhung weiterhin eine wichtige Rolle. Eine baldige Anhebung wird laut Goldman Sachs aber unwahrscheinlicher.

Wie der Wall Street-Handel lief

Anlegern fehlen die großen Impulse

Wie der Wall Street-Handel lief: Anlegern fehlen die großen Impulse

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New YorkEin deutlicher Ölpreisrückgang hat die US-Börsen am Dienstag belastet. Die Internationale Energiebehörde (IEA) hatte erklärt, das Überangebot des Rohstoffs auf den Weltmärkten werde sich bis weit ins nächste Jahr hinziehen, da die Nachfrage eher schwach bleiben werde. Die Nachricht kam überraschend, hatte die Agentur doch vor wenigen Wochen noch ein Ende des Überangebots noch 2016 vorausgesagt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,4 Prozent tiefer auf 18.066 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verringerte sich um 1,5 Prozent auf 2127 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,1 Prozent auf 5155 Zähler.

Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich nach der IEA-Mitteilung um knapp zwei Prozent auf 47,39 Dollar je Fass (159 Liter). Das belastete Aktien von Ölkonzernen. So verloren die Papiere des Weltmarktführers Exxon 2,4 Prozent und Chevron 2,8 Prozent. Der US-Energie-Index gab knapp drei Prozent nach.

An der Wall Street spielte zudem die Debatte über den Zeitpunkt der nächsten US-Zinserhöhung weiter eine wichtige Rolle. Am Montag hatte Notenbank-Direktorin Lael Brainard vor einer zu frühen Anhebung gewarnt und damit die Aktienkurse angetrieben. Die US-Investmentbank Goldman Sachs bezifferte am Dienstag die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung noch im September nur noch mit 25 nach zuvor 40 Prozent. Viele Volkswirte erwarten den Schritt inzwischen erst im Dezember. Höhere Zinsen sind für Firmen potenziell schlecht, auch weil das oft höhere Ausgaben etwa für kreditfinanzierte Investitionen nach sich zieht.

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Lael Brainard

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Lael Brainard hat der Diskussion um eine US-Zinserhöhung eine skeptische Note verliehen. Am Montag zählte die Fed-Vertreterin auf, was noch fehle, um die lockere Geldpolitik zu beenden. Die Börsen reagierten positiv.

Apple-Aktien stiegen dagegen um 2,4 Prozent. Der US-Telekomkonzern Sprint hatte erklärt, die Zahl der Vorbestellungen für Apples neues iPhone lägen fast viermal höher als beim Modellwechsel im vergangenen Jahr.

Papiere von Intersil sprangen rund zehn Prozent in die Höhe. Der Chiphersteller wird für umgerechnet 3,2 Milliarden Euro vom japanischen Rivalen Renesas gekauft.

Nachlassende Spekulationen auf eine erneute Aufstockung der Bayer -Offerte setzen Monsanto zu. Die Aktien des US-Saatgutriesen verloren nach einer Reuters-Meldung, wonach Monsantos Aufsichtsrat am Dienstag über das Angebot berät und eine Einigung "mit Händen greifbar" sei, 0,8 Prozent.

Der Abgang des Firmenchefs James Chambers setzte Weight Watchers zu. Die Aktien des Diätprogramm-Anbieters fielen mehr als sechs Prozent.

Der deutsche Leitindex Dax schloss 0,4 Prozent im Minus bei 10.386,60 Punkten. Der EuroStoxx50 verlor 1,2 Prozent auf 2975,89 Zähler. Auch hier war die Diskussion um die US-Zinsen ein vorherrschendes Thema.

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An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,03 Milliarden Aktien den Besitzer. 342 Werte legten zu, 2723 gaben nach und 58 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,05 Milliarden Aktien 535 im Plus, 2339 im Minus und 136 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 18/32 auf 97-29/32. Die Rendite stieg auf 1,732 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 1-16/32 auf 95-13/32 und rentierte mit 2,468 Prozent. Händler erklärten die Abschläge mit einer schwachen Nachfrage bei der Auktion von 30-jährigen Papieren im Volumen von zwölf Milliarden Dollar. Zudem habe eine massive Emission von Unternehmensanleihen die Kreditmärkte belastet.

Von

rtr

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