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08.04.2006

15:13 Uhr

Börsen-Vorschau

Wall Street hofft auf die Unternehmen

Mögliche Zinssteigerungen und ein steigender Ölpreis werden Anlegern an den US-Aktienmärkten wohl auch in der kommenden Woche Sorge bereiten. Wie Stimmungsaufheller könnten Analysten zufolge jedoch starke Quartalszahlen wirken.

HB NEW YORK. Mit dem Drei-Monats-Ergebnis des größten Aluminiumherstellers der Welt, Alcoa, fällt am Montag der Startschuss für die aktuelle Berichtssaison. Am Ende der verkürzten Handelswoche wird auch Börsenschwergewicht General Electric seine aktuellen Quartalsergebnisse vorlegen. Am Karfreitag bleiben die Märkte geschlossen.

Analysten warnten vor einer düsteren Grundstimmung an der Wall Street: "Der vorrangige Einfluss in der nächsten Zeit bleibt an die Konjunkturentwicklung, die Leitzinsen und den Ölpreis gebunden", sagte Edgard Peters von PanAgora Asset Management in Boston. Sie hatten bereits am Freitag zu Kursabschlägen an der Wall Street geführt. Unerwartet gute Arbeitsmarktzahlen hatten die Händler befürchten lassen, die Notenbank könnte ihren Zyklus der Zinserhöhungen länger fortsetzen als zuletzt erwartet.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Handel 0,86 Prozent niedriger bei 11.120 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel um 1,03 Prozent auf 1295 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,94 Prozent auf 2339 Stellen. Damit notieren die Indizes im Vergleich zur Vorwoche nahezu unverändert.

Hoffen auf gute Ergebnisse

"In der nächsten Woche werden die Quartalszahlen wahrscheinlich gut für den Markt sein", sagte Marktstratege Joe Liro von Stone & McCarthy Research Associates. Auch Jon Brorson von Neuberger Berman rechnete mit guten Ergebnissen: "Die Zeit der Vorankündigungen ist ohne Schäden an uns vorübergezogen". Credit Suisse hatte in der abgelaufenen Woche erst seine Prognose und Preisziele für mehrere Aluminium-Produzenten angehoben, darunter auch Alcoa. Das Finanzinstitut geht von steigenden Metallpreisen aus. Besondere Aufmerksamkeit werden auch die GE-Ergebnisse genießen. Wegen der breiten Aufstellung des Mischkonzerns gelten sie als richtungweisend für die gesamte US-Wirtschaft. Nach Börsenschluss am Dienstag soll außerdem der Biotechnologie-Konzern Genentech Zahlen vorlegen.

Experten gehen davon aus, dass die Ergebnisse der im S&P gelisteten Firmen im Schnitt um elf Prozent höher liegen werden als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders stark sollen die Energiekonzerne und Hersteller von Gesundheitsartikeln ihre Resultate verbessert haben. Im Vergleich zu den Quartalszahlen von vor einem Jahr rechnen die Analysten mit Steigerungen von 48 und 19 Prozent im Durchschnitt.

Mit Regierungszahlen zum Einzelhandelsumsatz und einer Handelsbilanz stehen Anlegern und Analysten in der kommenden Woche auch frische Konjunkturdaten ins Haus. Marktstrategen gehen davon aus, dass das internationale Handelsdefizit der USA für Februar am Mittwoch etwas geringer ausfallen wird als im Vormonat. Im Schnitt rechneten sie mit einem Defizit von 67,50 Milliarden Dollar. Die Absatzzahlen des Einzelhandels für März sollen Experten zufolge hingegen etwas höher liegen als die des Vormonats. Sie werden am Donnerstag veröffentlicht.

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