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22.10.2011

12:35 Uhr

Börsenausblick

Schlechte Prognosen für die Wall Street

Die US-Konjunktur trübt die Firmengewinne ein, etliche Analysten kürzen ihre Gewinn-Prognosen für das kommende Quartal. Die Furcht an den Märkten könnte sich auch über Weihnachten fortsetzen.

Auch an Weihnachten hängt an der Wall Street der Haussegen schief. dapd

Auch an Weihnachten hängt an der Wall Street der Haussegen schief.

New YorkNoch dreht sich an der Wall Street alles um die Schuldenkrise in Europa. Sobald sich das jedoch ändert, dürfte sich der Blick der Börsianer wieder auf die Gewinnaussichten der US-Unternehmen richten. Was sie dann sehen, könnte ihnen jedoch schnell neue Kopfschmerzen bereiten. Denn obwohl das vergangene Quartal insgesamt positiv ausfällt, droht die lahme Konjunktur das Bild schon bald einzutrüben. Die Analysten haben bereits damit begonnen, ihre Gewinnschätzungen für das kommende vierte und das erste Quartal im neuen Jahr zu stutzen. 

Besonders die Prognosen für Rohstoff-, Energie- und Finanzkonzerne werden seit Anfang Oktober getrimmt. „Die Furcht hat nicht nur die Märkte ergriffen, sondern auch US-Konzerne“, sagt Peter Cardillo von Rockwell Capital in New York. Die Anleger machen sich vor allem Sorgen über eine schwindende Nachfrage in Europa und China, wo sich das Wachstum ebenfalls abschwächen wird. 

Nach Daten des Informationsdienstleisters Thomson Reuters haben in der laufenden Berichtssaison bislang knapp 70 Prozent der S&P-500-Unternehmen die Erwartungen übertroffen. Die Firmen verdanken ihre Stärke jedoch zum Großteil der internationalen Nachfrage, was sie verwundbar für eine Abkühlung der Weltkonjunktur macht. „Es gibt noch immer einen Widerspruch zwischen dem robusten Gewinnwachstum und der weltwirtschaftlichen Unsicherheit“, erläutert Thomson Reuters-Analyst Jharonne Martis. Im Schnitt verkaufen die Konzerne im S&P-500-Index rund 30 Prozent ihrer Produkte ins Ausland. 

Im dritten Quartal dürften die Gewinne den aktuellen Prognosen zufolge gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 14,7 Prozent gestiegen sein - und damit deutlicher als noch vor drei Wochen mit 13,1 Prozent erwartet. Dieser Trend wird sich jedoch den Vorhersagen zufolge nicht fortsetzen. Im vierten Quartal erwarten die Analysten nur noch einen Gewinnanstieg von 12,5 Prozent und Anfang 2012 sogar nur noch 7,6 Prozent. Hier haben sich die Einschätzungen bereits deutlich eingetrübt, denn Anfang Oktober lauteten die Prognosen noch auf 15 beziehungsweise 10,2 Prozent. 

Die entscheidende Frage lautet nun für die Börsianer, inwieweit diese Entwicklung bereits in den Kursen eingepreist ist. Einige Analysten sind überzeugt, dass die Gewinnschätzungen lediglich der Skepsis an der Börse hinterherlaufen. Falls dies tatsächlich der Fall ist, wären die Prognosen bei einer Aufhellung der Aussichten zu pessimistisch. „Falls Europa die Märkte mit einer Lösung der Schuldenkrise zufriedenstellen kann, werden sich die Prognosen als falsch herausstellen“, sagt Cardillo. 

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