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14.06.2011

06:16 Uhr

Börsenbericht Tokio

Energieversorger bringen Aufwind für japanische Börse

Nach einem schlechten Wochenstart zeigt die Tendenz an der japanischen Börse wieder nach oben. Impulse kamen, ganz anders als in den vergangenen Monaten, von Tepco.

Die Energieversorger bescheren den japanischen Indizes ein Plus. Quelle: dpa

Die Energieversorger bescheren den japanischen Indizes ein Plus.

TokioDer 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss mit Aufschlägen von knapp 1,1 Prozent auf 9547 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 1,3 Prozent auf 822 Punkte. Auch die Märkte in Singapur, Taiwan, Südkorea, Australien, Shanghai und China verzeichneten Gewinne.

Analysten halten in Japan auch eine länger andauernde Aufwärtsbewegung für möglich. Derzeit seien die Aktien sehr günstig, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter eines japanischen Broker-Hauses. Unter den Gewinnern stach vor allem AKW-Betreiber Tepco hervor. Dessen Aktienkurs stieg um mehr als 25 Prozent. Das japanische Kabinett verabschiedete einen Gesetzentwurf für einen Entschädigungsfonds für die Opfer der Atomkatastrophe. Auch die Aktien anderer Versorger legten zu, obwohl sie nach den Regierungsplänen ebenfalls dazu verpflichtet werden sollen, in den Entschädigungsfonds einzuzahlen. Die Anteilsscheine von Kansai Electric Power verteuerten sich um mehr als zehn Prozent. Chubu-Electric-Papiere legten um mehr als 13 Prozent zu. Zu den Gewinnern gehörten nach einer Hochstufung auch die Aktien des Speichermedien-Herstellers TDK. Sie stiegen um 3,3 Prozent.

Konjunkturdaten aus China haben am Dienstag den Börsen in Fernost zu Gewinnen verholfen. Zwar fiel in der Volksrepublik die Jahresteuerung im Mai etwas stärker aus als erwartet, aber auch die Industrieproduktion legte deutlicher zu. Analysten betonten, die Daten zeigten, dass sich das Wirtschaftswachstum in China abschwäche - jedoch in einem langsameren Tempo als befürchtet. „Die Zahlen stimmten fast mit den Prognosen überein, deswegen waren Anleger erleichtert“, sagte der Analyst Tsuyoshi Kawata von SMBC Nikko
Securities über die Inflation im Mai.

Die Börse in Japan profitierte zudem von Käufen asiatischer Investoren. Die Schuldenkrise in Europa trat etwas in den Hintergrund.

Der Euro legte am Dienstag im asiatischen Handel leicht zu. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,4433 Dollar bewertet nach 1,4418 Dollar im späten New Yorker Handel vom Montag. Händler verwiesen auf eine anhaltende Unsicherheit, ob sich die Europäer auf weitere Milliardenhilfen für Griechenland einigen können und ob sich private Gläubiger daran beteiligen. Die Euro-Finanzminister kommen am Dienstag zu einem Sondertreffen in Brüssel zusammen, um über ein zweites Hilfspaket für Griechenland zu beraten.

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