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11.11.2013

15:20 Uhr

Börsenbetreiber

NYSE hängt Nasdaq bei Tech-Firmen vorerst ab

In New York kämpfen zwei große Börsen gegeneinander. Bislang zog die NYSE stets Industrie und Handel an, während die Nasdaq die Plattform für aufstrebende Technologie-Firmen war. Das ändert sich gerade.

Der Börsenstart von Twitter in der New York Stock Exchange: Die Nyse hat einen Vorsprung zum Konkurrenten Nasdaq eingefahren. Reuters

Der Börsenstart von Twitter in der New York Stock Exchange: Die Nyse hat einen Vorsprung zum Konkurrenten Nasdaq eingefahren.

New York/San FranciscoDer von zahlreichen Pannen begleitete Börsengang von Facebook an die Nasdaq im Frühjahr 2012 hat für ein Umdenken gesorgt. Twitter zog deswegen die zweite New Yorker Börse, die NYSE, vor - und das Markt-Debüt ging hier technisch einwandfrei und begleitet von vielen positiven Schlagzeilen über die Bühne.

Nach Daten von Thomson Reuters konnte die Nasdaq seit 1999 die meisten Börsengänge im Technologie-Bereich für sich gewinnen. Apple, Microsoft, Google und Amazon sind alle hier gelistet. Vergangenes Jahr waren die beiden Börsen-Betreiber aber erstmals auf Augenhöhe. 2013 könnte die NYSE nun sogar die Nase vorne haben - dank Twitter. Inklusive des Kurznachrichtendiensts haben dieses Jahr bereits 19 Tech-Firmen die NYSE und erst 14 die Nasdaq ausgewählt. Das dabei bei Investoren eingesammelte Volumen summiert sich auf 4,6 Milliarden Dollar an der NYSE, während es an der Nasdaq nur 1,9 Milliarden sind.

Twitter hat mit der Ausgabe von Aktien 2,1 Milliarden Dollar erlöst. Und der Kurs der Anteilsscheine stieg am ersten Handelstag an der NYSE um satte 73 Prozent. „Ich würde nicht sagen, dass sie Twitter gewonnen haben, ich würde sagen, wir haben es verloren“, sagt Bruce Aust, der bei der Nasdaq seit einem Jahrzehnt für neue Listings zuständig ist. Ähnlich äußert sich Jay Ritter, ein Experte für Börsengänge an der Universität von Florida: „Ganz eindeutig hat das Facebook-Fiasko der Nasdaq geschadet.“

Bei der Emission, die dem weltgrößten Online-Netzwerk 16 Milliarden Dollar in die Kasse spülte, ging extrem viel schief. Der Preis für die Facebook-Aktien wurde vom Unternehmen und den organisierenden Banken im Vorfeld aggressiv in die Höhe getrieben und stürzte dann gleich nach der Aufnahme des Handels ab. Außerdem beklagten Marktteilnehmer, wegen technischer Pannen 500 Millionen Dollar verloren zu haben. Die Nasdaq erstattete knapp 42 Millionen Dollar und wurde zudem von der US-Wertpapieraufsicht zu einer 10-Millionen-Strafe verdonnert.

Allerdings hat die NYSE 2008 auch ihre Regeln - etwa zur Marktkapitalisierung - geändert und macht es Tech-Firmen damit leichter, hier ein Listing anzustreben. Seitdem sei jeder Deal hart umkämpft, räumt Nasdaq-Manager Aust ein.

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