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07.10.2014

09:30 Uhr

Börsengänge

So erfolgreich wie selten zuvor

Weltweit steigen die Aktienkurse. Dow Jones und Dax haben 2014 neue Rekordmarken gesetzt. Diese bespiellose Hausse wollen sich Unternehmen nicht entgehen lassen. Viele wagen den Gang an die Börse – mit großem Erfolg.

Alibaba lässt in New York die Börsenglocke läuten – sie waren in diesem Jahr nicht die einzigen. ap

Alibaba lässt in New York die Börsenglocke läuten – sie waren in diesem Jahr nicht die einzigen.

Obwohl Alibaba Group Holding die Diskussion über Börsengänge im dritten Quartal allein aufgrund der schieren Größe seines IPOs dominierte, wären die drei Monate bis Ende September auch ohne das IPO des chinesischen Internetkonzerns die besten für Börsengänge seit vier Jahren gewesen.

Vom deutschen Internet-Einzelhändler Zalando bis hin zum chinesischen Fleischverarbeiter WH Group haben Unternehmen insgesamt 41,8 Milliarden Dollar über IPOs beschafft, wie Bloomberg-Daten belegen. In den USA war es sogar das beste Quartal seit über einem Jahrzehnt – ebenfalls ohne den Internetgiganten Alibaba, der Aktien für 25 Milliarden Dollar an die Börse brachte.

Rekordhohe Aktienkurse machen Börsengänge für die Aktienverkäufer attraktiv, gleichzeitig lohnt sich für die Investoren das Engagement bei Börsenneulingen: im Mittel haben sich neu gelistete Aktien in diesem Jahr weltweit dreimal so gut entwickelt wie der breitere Aktienmarkt. Auch wenn einige Börsenflops große Beachtung fanden, wurde dies durch den Erfolg von Alibaba und ähnlichen IPOs überstrahlt.

9 Tipps die Sie bei Neuemissionen beachten sollten

Tipp 1

Ob Twitter, Facebook, Rocket Internet  oder Alibaba: IPOs üben immer wieder einen großen Reiz auf Anleger aus. Doch es gibt einiges zu beachten, damit man sich an den Börsenneulingen nicht die Finger verbrennt. Beispielsweise: Wie soll der Emissionserlös, der Gewinn aus den Aktienverkäufen, verwendet werden? Fließt das Geld in das Unternehmen oder werden lediglich die Interessen Dritter befriedigt?

Tipp 2

Wie lange wollen die Altaktionäre ihre Anteile halten? An den Lock-up- oder Haltefristen können Sie gut erkennen, ob das Management an einen langfristigen Erfolg des Unternehmens glaubt oder nur auf einen kurzfristigen Kursgewinn spekuliert.

Tipp 3

Ist die Höhe des Emissionspreises, der Preis für die Aktien, angemessen im Vergleich zu anderen, ähnlichen Unternehmen aus der Branche? Ist das Unternehmen damit fair bewertet oder künstlich hochgespielt?

Tipp 4

Wie sehen die Umsatz- und Gewinnzahlen, die Kennziffern des Unternehmens in der Vergangenheit aus? Aber Vorsicht. In manchen wachstumskräftigen, aber riskanten Branchen (etwa in der Biotechnologie) ist es durchaus üblich, dass Unternehmen jahrelang Verluste einfahren, und trotzdem könnte eine Aktie zu empfehlen sein.

Tipp 5

Gibt es für die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens tatsächlich einen Bedarf, gibt es genügend Abnehmer? Nicht jede tolle Idee ist bei näherer Betrachtung auch wirklich marktfähig.

Tipp 6

Wie sieht die Konkurrenzsituation aus? Gibt es starke Wettbewerber mit hoher finanzieller Schlagkraft?

Tipp 7

Welchen Eindruck macht das Management auf Sie? Verfügt es über genügend Erfahrung und Kompetenz?

Tipp 8

Wie professionell kommuniziert das Unternehmen nach außen? Sind die Botschaften kompetent, stringent und informativ?

Tipp 9

Verstehen Sie die Geschäftsidee? Wenn nicht, dann sollten Sie auf diese Aktie verzichten und anderen den Vorzug geben/lassen.

Die Quelle

„Alibaba hat für noch mehr Belebung am IPO-Markt gesorgt“, sagte Liz Myers, globale Leiterin Aktienkapitalmärkte bei JPMorgan in New York. Das hat definitiv dazu beigetragen, dass die Stimmung für neue Transaktionen in einem ohnehin schon guten Jahr für IPOs noch besser wurde.“

Einschließlich Alibaba haben die Verkäufer mit Börsengängen im dritten Quartal insgesamt 66,8 Milliarden Dollar eingenommen – ein Rekord für den Zeitraum Juli bis September. Rund 40,1 Milliarden Dollar entfielen auf die USA, 8,6 Milliarden Dollar auf Europa und 14,3 Milliarden Dollar auf Asien, wie Bloomberg-Daten zeigen. Seit Jahresbeginn beläuft sich das weltweite IPO-Volumen damit auf 182,7 Milliarden Dollar.

Mit dem Boom bei Börsengängen bietet sich Verkäufern die Chance, seit langem bestehende Investments abzustoßen. So profitierte beispielsweise der US-Internetkonzern Yahoo, der seit 2005 bei Alibaba investiert ist, vom IPO des chinesischen Konzerns und verkaufte Alibaba-Aktien an Fondsmanager, die sich damit wiederum im chinesischen Konsumsektor engagieren wollen. Royal Bank of Scotland Group hat ihre US-Sparte Citizens Financial Group über die Börse verkauft, ING Groep trennte sich von knapp einem Drittel an seiner Versicherungssparte NN Group.

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