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03.09.2014

10:14 Uhr

Börsengang bestätigt

Zalandos Schrei vor Glück

Zalando will noch in diesem Jahr an die Börse. Der Versandhändler kündigt den Sprung aufs Parkett innerhalb der nächsten Wochen an. 500 Millionen Euro könnte er über neue Aktien einsammeln. Der Zeitpunkt scheint perfekt.

Da freut sich auch der Kunde: Zalando wagt den Schritt aufs Börsenparkett. Imago

Da freut sich auch der Kunde: Zalando wagt den Schritt aufs Börsenparkett.

Düsseldorf/FrankfurtDas Spekulieren hat ein Ende. Am Mittwochmorgen hat der Online-Modehändler Zalando bestätigt, dass er im zweiten Halbjahr 2014 an die Börse gehen will. Zuvor war von einem Börsengang bereits in Finanzkreisen die Rede, das Unternehmen selbst hatte die Nachricht bislang jedoch nicht kommentieren wollen (das Handelsblatt berichtete).

Mit der Ankündigung zum Börsengang nutzt Deutschland größter Online-Versandhändler, an dem die Brüder Samwer als Kapitalgeber zu 17 Prozent beteiligt sind, ein Zeitfenster, das sich unerwartet aufgetan hatte. Die chinesische Handelsplattform Alibaba, die ursprünglich Anfang des Monats den Sprung aufs Parkett wagen wollte, musste den Börsengang noch einmal verschieben. Derzeit prüft die US-Börsenaufsicht SEC noch Details. Der Börsengang soll in der kommenden Woche nachgeholt werden.

Zalando blieb der Öffentlichkeit indessen den genauen Termin für den Börsengang am regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) schuldig. „Abhängig vom Börsenumfeld soll der IPO im zweiten Halbjahr 2014 stattfinden“, hieß es am Mittwoch vom Unternehmen.

Wie das Handelsblatt schon vorab berichtet hatte, ist eine reine Kapitalerhöhung geplant. Ob Zalando jedoch bis zu 750 Millionen Euro über neue Aktien einsammeln kann – wie es Finanzkreise ursprünglich diskutiert hatten – bleibt fraglich. Vom Unternehmen selbst heißt es, man strebe eine Platzierung von zehn bis elf Prozent des Eigenkapitals an. Allerdings ist hier nicht der Buchwert, sondern der Marktwert des Eigenkapitals entscheidend. Diesen schätzen Experten auf rund fünf Milliarden Euro. Zehn bis elf Prozent davon entsprächen dann eher einer Kapitalerhöhung von 500 Millionen Euro.

Was Sie über die Börsenkandidaten wissen sollten

Zalando

ZALANDO (Online-Versand von Schuhen und Bekleidung)

Zeichnungsfrist: bis 29. September 2014
Erstnotiz: 1. Oktober 2014
Eigentümer: Kinnevik (35,6 Prozent), Global Founders/Brüder Samwer (16,7 Prozent), Bestseller/Anders Holch Povlsen (10,5 Prozent), Juri Milner (8,1 Prozent), Holtzbrinck Ventures (7,6 Prozent), Tengelmann (5,6 Prozent) und weitere.
Bewertung: bis zu 5,6 Milliarden Euro
Volumen: 441 bis 633 Millionen Euro
Banken: Morgan Stanley, Goldman Sachs und Credit Suisse.

Rocket Internet

ROCKET INTERNET (Holding von jungen Internet-Unternehmen)
Zeichnungsfrist: 24. September bis 7. Oktober 2014
Erstnotiz: 9. Oktober 2014
Eigentümer: Brüder Samwer (52,3 Prozent), Kinnevik (18,1 Prozent), United Internet (10,4 Prozent), Philippine Long Distance Telephone (PLDT, 8,4 Prozent), Access Industries (Len Blavatnik, 8,3 Prozent), Holtzbrinck Ventures (2,5 Prozent)
Bewertung: bis zu 6,7 Milliarden Euro
Volumen: 1,34 bis 1,61 Milliarden Euro
Banken: JPMorgan, Morgan Stanley und Berenberg.

Tele Columbus

TELE COLUMBUS (Kabelnetzbetreiber)

Zeitpunkt: Herbst 2014

Eigentümer: mehrere Hedgefonds

Bewertung: mehr als 600 Millionen Euro

Volumen: rund 300 Millionen Euro

Banken: JPMorgan, Goldman Sachs

TLG Immobilien

TLG IMMOBILIEN (Gewerbeimmobilien in Ostdeutschland)

Zeitpunkt: Herbst 2014

Eigentümer: Lone Star

Bewertung: 1,5 Milliarden Euro (inklusive Schulden)

Volumen: rund 500 Millionen Euro

Banken: UBS, JPMorgan

Steinhoff

STEINHOFF (Möbelproduktion und -handel)

Zeitpunkt: nach dem 9. September

Eigentümer: börsennotiert, Gründer Bruno Steinhoff größter Aktionär

Bewertung: knapp 9 Milliarden Euro (Börsenwert)

Volumen: Wechsel von der Börse Johannesburg nach Frankfurt, Kapitalerhöhung im Juli durchgeführt, möglicherweise weitere Platzierung im Zuge des Wechsels des Börsenplatzes.

Banken: Kapitalerhöhung begleitet von Barclays, BNP Paribas, Citigroup, HSBC und Commerzbank

Hella

HELLA (Autoscheinwerfer-Hersteller)

Zeitpunkt: Herbst 2014 möglich

Eigentümer: Familie

Bewertung: rund 3,5 Milliarden Euro

Volumen: offen

Banken: Citi, Bankhaus Lampe

Armacell

ARMACELL (Dämmstoff-Hersteller)

Zeitpunkt: Ende 2014/Anfang 2015

Eigentümer: Charterhouse Capital Partners

Bewertung: mehr als 600 Millionen Euro

Volumen: rund 300 Millionen Euro

Banken: Deutsche Bank, Bank of America Merrill Lynch, BNP Paribas

Goodgame Studios

Online-Spielehersteller

Zeitpunkt: Ende 2014/Anfang 2015 möglich
Eigentümer: Gründer (Brüder Wawrzinek)
Banken: Bank of America Merill Lynch, Berenberg und Deutsche Bank

Scout24

SCOUT24 (Betreiber von Online-Marktplätzen)

Zeitpunkt: Ende 2014/Anfang 2015

Eigentümer: Hellman & Friedman (49 Prozent), Blackstone (21 Prozent), Deutsche Telekom (30 Prozent)

Bewertung: ca. 2 Milliarden Euro

Volumen: rund 400 Millionen Euro (für 20 Prozent der Anteile)

Banken: Goldman Sachs, Credit Suisse als Koordinatoren (erwartet)

Siemens Audiologische Technik

SIEMENS AUDIOLOGISCHE TECHNIK (Hörgeräte)

Zeitpunkt: Anfang 2015

Eigentümer: Siemens AG

Bewertung: ca. 2 Milliarden Euro

Volumen: möglicherweise als Spin-off mit Ausgabe von Aktien an Siemens-Aktionäre

Banken: Auswahl in Kürze erwartet

Axel Springer Digital Classifieds

AXEL SPRINGER DIGITAL CLASSIFIEDS (Online-Anzeigenbörse)

Zeitpunkt: Anfang 2015

Eigentümer: Axel Springer SE (70 Prozent), General Atlantic (30 Prozent)

Bewertung: rund drei Milliarden Euro

Volumen: offen

Banken: noch nicht ausgewählt

Douglas

DOUGLAS (Parfümerie, Einzelhandel)

Zeitpunkt: Frühjahr 2015

Eigentümer: Advent International und Familie Kreke

Bewertung: rund zwei Milliarden Euro

Volumen: offen

Banken: noch nicht ausgewählt

Hapag-Lloyd

HAPAG-LLOYD (Reederei)

Zeitpunkt: Herbst 2015

Eigentümer: (vor Vollzug der Fusion mit CSAV ) Stadt Hamburg (37 Prozent), Kühne Maritime (28 Prozent), TUI (22 Prozent), Signal Iduna (5 Prozent), HSH Nordbank (3 Prozent), M.M. Warburg & Co (2,9 Prozent) und HanseMerkur (1,8 Prozent), CSAV erhält zunächst 30, später 34 Prozent.

Bayer Material Science

Bayer Material Science: Kunststoffe
Zeitpunkt: Herbst 2015/Frühjahr 2016
Eigentümer: Bayer AG
Bewertung: bis zu 10 Milliarden Euro
Volumen: möglicherweise als Spin-off mit Ausgabe von Aktien an Bayer-Aktionäre

Im Rahmen des Angebots zur Kapitalerhöhung wollen die bestehenden Zalando-Gesellschafter ihre Anteile nicht verkaufen. Derzeit sind die größten fünf Aktionäre die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik (36 Prozent), der Samwer-Fonds Global Founders (17 Prozent), der dänische Unternehmer und Milliardär Anders Holch Povlsen (zehn Prozent), der DST Europe Fonds (acht Prozent) und der Risikokapitalgeber Holtzbrinck Ventures (acht Prozent). Als Konsortialbanken begleiten Credit Suisse, Goldman Sachs und Morgan Stanley die Erstnotiz.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

03.09.2014, 10:11 Uhr

ich wette dass dieses Plus durch "intelligente Buchhaltung" erwirtschaftet wurde.

Zalando? wer ist Zalando? Ein Onlineversender, dem ich als einziges zu Gute halte das die Auswahl umfangreich ist und die Werbespots "lustig" sind. Ich kaufe da aber trotzdem nicht. Die Preise sind Standard; da gehe ich dann doch mal lieber in die Stadt oder woanders hin.

Interessante Klamottenonlineversender sind bei mir eher Dress-for-Less & Co; aber Zalando mit Sicherheit nicht.


Und Mode ist ein bißchen wie Kneipe: keiner finanziert so etwas wirklich.

Herr Alfred E. Neumann

03.09.2014, 13:35 Uhr

Nur dumme Leute kaufen dort und es gibt viel zu viele dumme Leute!

real .ist

03.09.2014, 13:49 Uhr

Ich habe dort günstig eingekauft, einen Super Service erhalten und gefunden, was es im Geschäft nicht mehr gab.

Den Dummen fällt halt das Glück zu.

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