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07.05.2015

02:59 Uhr

Börsengang

Sixt Leasing wird unabhängig

Beim Börsengang der Sixt Leasingtochter sind die bis zu 12,4 Millionen Aktien zu je 20 Euro zugeteilt worden. Am Donnerstag werden die Anteilscheine erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt.

Der Autovermieter Sixt entlässt seine Leasingtochter in die Unabhängigkeit: Mit dem Börsengang erlöst das Unternehmen bis zu 135,6 Millionen Euro. dpa

Der Autovermieter Sixt entlässt seine Leasingtochter in die Unabhängigkeit: Mit dem Börsengang erlöst das Unternehmen bis zu 135,6 Millionen Euro.

FrankfurtDer Autovermieter Sixt hat seine Leasingtochter über einen Börsengang in die Unabhängigkeit entlassen. Die bis zu 12,4 Millionen Aktien der Sixt Leasing AG wurden zu je 20 Euro zugeteilt, wie Sixt am Mittwochabend mitteilte. Der Preis liegt damit in der oberen Hälfte der Zeichnungsspanne, die von 17,90 bis 21,30 Euro reichte. Am Donnerstag soll die Sixt-Leasing-Aktie erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt werden. Sixt Leasing erlöst mit dem Börsengang bis zu 135,6 Millionen Euro. Der Autovermieter hatte seine Leasing-Tochter vorab mit 30 Millionen Euro frischem Kapital versorgt.

Sixt zählt das Geschäft mit Leasing, dem Management ganzer Fahrzeugflotten und dem Verkauf von Neuwagen im Internet nicht mehr zum Kerngeschäft und reduziert die Beteiligung an seiner Tochter deshalb auf 40 Prozent. Sixt Leasing hat im vergangenen Jahr mit fast 100.000 Flottenmanagement- und Leasingverträgen 575 Millionen Euro erwirtschaftet und vor Steuern 25,6 Millionen Euro verdient.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Am Mittwoch hatte der Münchener Internet-Babyausstatter Windeln.de bei seinem Börsenstart ein Debakel erlebt. Die zu je 18,50 Euro ausgegebenen Aktien fielen um 20 Prozent und lagen bei Handelsschluss nur noch bei 14,95 Euro. Schon der erste Kurs für die Aktien des Start-up-Unternehmens hatte mit 18 Euro unter dem Ausgabepreis gelegen. Normalerweise bemühen sich die begleitenden Banken in den Tagen nach der Erstnotiz, den Kurs wenn nötig mit Käufen zu stützen.

Von

rtr

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