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16.01.2012

17:48 Uhr

Börsenjahr 2012

Die Stimmung ist so düster wie nie

VonUlf Sommer

Obwohl die Kurse derzeit nach oben klettern, herrscht an der Börse Pessimismus. Für das laufende Börsenjahr haben weder Klein- noch Großaktionäre große Hoffnungen.

Frankfurter Börse: 2012 wird ein schlechtes Jahr, fürchten Anleger. dpa

Frankfurter Börse: 2012 wird ein schlechtes Jahr, fürchten Anleger.

DüsseldorfSpüren Börsianer nicht täglich die Rezessionssorgen, die Schulden- und die Bankenkrise? Zweifellos, doch die Aktienmärkte steigen. Der Dax gewann seit Jahresanfang sechs Prozent.

Doch geht es nach rund 1000 vom Frankfurter Researchinstitut Sentix befragten Kleinanlegern und professionellen Investoren, dann ist es mit dieser Herrlichkeit bald vorbei. Die Anleger erwarten den Dax zum Jahresende nur zwei Prozent höher als zum Jahresende 2011. Daran gemessen hat Deutschlands Börse ihr Soll bereits übererfüllt - und müsste in den verbleibenden elfeinhalb Monaten fallen.

Analysten, Händler und Chefvolkswirte schenken dem Votum der anonym befragten Profis und Kleinanleger hohe Wertschätzung, lassen sich doch so Rückschlüsse auf die Börsenverfassung und auf die künftige Entwicklung ableiten.

„Viel frische Liquidität fließt in Aktien und treibt die Kurse“, sagt Sentix-Experte Patrick Hussy. Doch er traut der Rally nicht und verweist auf das mangelnde Vertrauen der Anleger. Befragt nach den Börsenperspektiven für die nächsten sechs Monate, registrierte Sentix zuletzt elf Prozent mehr „Bären (Pessimisten) als Bullen“ (Optimisten). Das ist außergewöhnlich. „Noch bemerkenswerter ist, dass die tiefe Skepsis nun schon seit vielen Wochen nahe dem Allzeittief von November verharrt“, sagt Hussy.

An dieser Stelle ließe sich entgegnen: Was interessiert das Anlegervotum, Hauptsache die Analysten sind optimistisch und die Börse steigt. 36 vom Handelsblatt befragte Bankhäuser rechneten zum Jahreswechsel damit, dass der Dax bis Ende 2012 auf 6573 Punkte steigen wird - gut zehn Prozent mehr als Ende 2011.

Aber: Sentix befragt seit elf Jahren Woche für Woche die Anleger nach ihren Sechsmonatsperspektiven. Ergebnis dieser langen Zeitreihe ist, dass es die Aktienmärkte immer dann schwer hatten, nachhaltig zu steigen, wenn Anleger auf längere Sicht pessimistisch waren.

Kommentare (7)

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bobi

16.01.2012, 18:24 Uhr

"Die Stimmung ist besser als die Lage."
"Die Stimmung ist so düster wie nie."
==> die Transitivität besagt...

azaziel

16.01.2012, 19:16 Uhr

Wenn ich allen Anlageklassen misstraue, aber einer davon weniger misstraue, macht es Sinn fuer mich in letztere zu investieren. Das koennte ein Grund fuer derzeit steigende Aktiennotierungen sein. Wenn alle anderen Anlageklassen sich halbieren und ich mit Aktien nur ein Drittel verliere, ist meine Rechnung aufgegangen.

Wolf54321

16.01.2012, 19:48 Uhr

Dieser tiefe Pessimismus ist positiv. Deutlich daran zu sehen, dass die S&P Abwertung kaum Auswirkungen auf die Kurse hatte. Die Pessimisten haben längst schon alles verkauft. Die Möglichkeit auf weitere schlechte Nachrichten schwindet mit jeder neuen schlechten Nachricht. Dafür sorgen unerwartete gute Nachrichten, wie zuletzt der gestiegene Ifo-Index für Kurssprünge nach oben.

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