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06.01.2011

09:30 Uhr

Börsenrally

Die neuen Überflieger kommen aus dem Osten

VonHelmut Steuer

Die Finanzkrise schüttelte das Baltikum in den vergangenen zwei Jahren besonders stark. Jetzt scheinen sich die drei kleinen Nordlichter erholt zu haben und gehen gestärkt in das nächste Jahr. Anleger müssen aber im Auge behalten, dass der baltische Markt nach wie vor sehr klein bleibt.

Tallinn: 2011 nicht nur im kulturellen Fokus. Quelle: dpa

Tallinn: 2011 nicht nur im kulturellen Fokus.

Zwei Jahre hat die Durststrecke an den baltischen Börsen angedauert. Doch jetzt haben sich Estland, Lettland und Litauen eindrucksvoll zurückgemeldet. Kaum eine andere Region in Europa hat so stark unter der globalen Finanzkrise gelitten wie die drei baltischen Länder. Lettland konnte den Staatsbankrott vor zwei Jahren nur durch einen Bittgang zum Internationalen Währungsfonds (IWF) und zur EU verhindern.

Und kaum eine andere Region hatte seit der Finanzkrise so starke Einbrüche an ihren kleinen Börsen verzeichnen müssen. Doch nun hat sich das Blatt gewendet, und die drei baltischen Börsen in Tallinn (Estland), Riga (Lettland) und Vilnius (Litauen) zählen 2010 zu den europäischen Gipfelstürmern. Der Hauptindex in Estland, der OMX Tallinn, stieg im vergangenen Jahr um 72,6 Prozent, der OMX Vilnius legte um 56,5 Prozent, der OMX Riga um 41,1 Prozent zu. Der Grund für den rasanten Anstieg ist neben der Konjunkturerholung und der Sanierung der Staatsfinanzen auch die Hoffnung, dass die zum Jahreswechsel vollzogene Euro-Einführung in Estland die gesamte Region beflügeln wird. Lettland und Litauen müssen auf die neue Währung noch bis etwa 2014 warten.

Die schwedisch-amerikanische Betreibergesellschaft Nasdaq OMX führte Ende 2006 zusätzlich zu den Länderindizes einen gemeinsamen Index mit den zehn liquidesten und größten Aktien der drei baltischen Staaten ein. Dieser OMX Baltic 10 ist 2010 um 69,8 Prozent gestiegen.

Die drei mit jeweils 15 Prozent gewichteten wichtigsten Aktien des Index sind die der estnischen Reederei Tallink, des litauischen Telekom-Konzerns Teo LT und der Einzelhandelskette Tallinna Kaubamaja. In den vergangenen Jahren ist Tallink zur größten Fährreederei der Ostsee aufgestiegen. Der litauische Telekom-Anbieter Teo LT gehört mehrheitlich zur schwedisch-finnischen Telia Sonera.

Für Anleger ist ein Einstieg in die baltischen Märkte entweder über einen der wenigen Baltikum-Fonds möglich oder über Open-End-Indexzertifikate, wie sie beispielsweise die Royal Bank of Scotland ausgibt. Der größte Baltikum-Fonds, der East Capital Baltikum Fonds der Stockholmer Firma East Capital, ist seit Jahresbeginn um knapp 40 Prozent gestiegen. Die Aussichten für weitere Kursanstiege sind gut.

Anleger müssen aber beachten, dass die baltischen Märkte sehr klein und nicht sonderlich liquide sind. East Capital schloss im vergangenen Jahr zweimal seinen Baltikum-Fonds, weil wegen der attraktiven Rendite-Aussichten immer mehr Kunden investieren wollten. Die eingezahlten Mittel überstiegen plötzlich die Anlagemöglichkeiten. Mittlerweile ist der Baltikum-Fonds wieder geöffnet.

Kommentare (2)

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MS

06.01.2011, 10:52 Uhr

Von Überfliegern sollte man erst dann reden, wenn die baltischen Staaten ihr Wirtschaftswachstum ohne EU-Förderungen und sonstigen Subventionen/Aufbauleistungen aus anderen Staaten bewerkstelligen können.

werner m.

07.01.2011, 04:46 Uhr

Man spricht von den Überfliegern aus dem Osten.
Essen die jetzt auch schon bananen :-)

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