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07.03.2013

10:58 Uhr

Börsenrekorde

Der Dax setzt zum Sprung an

Der Dow Jones hat es bereits geschafft und auch das neue Allzeithoch des Dax scheint nur noch eine Frage der Zeit. Warum Börsianer die europäische Schuldenkrise und den US-Haushaltsstreit ausblenden.

Der Dow Jones auf Rekordjagd: Sein Allzeithoch hat der Index bereits erreicht. Reuters

Der Dow Jones auf Rekordjagd: Sein Allzeithoch hat der Index bereits erreicht.

Frankfurt / DüsseldorfVerkehrte Welt an der Börse? Europäische Schuldenkrise hin, US-Haushaltsstreit her – die Märkte sind in Jubelstimmung. Am Dienstag markierte der Dow Jones an der Wall Street ein neues Allzeithoch und stellte den neuen Rekord am Mittwoch gleich noch mal ein. Auch an der Börse in Tokio ist die Stimmung glänzend. Erstmals seit mehr als vier Jahren hat der Nikkei die Marke von 12.000 Punkten geknackt.

In Frankfurt können die Händler die Sektflaschen ebenfalls kaltstellen. Dem Dax fehlen keine 200 Punkte mehr bis zum Rekordhoch von 8151,57 Punkten aus dem Jahr 2007. Die psychologisch wichtige Marke von 8.000 Punkten wird der Index bald überspringen. Denn die Anleger am deutschen Aktienmarkt werden sich Experten zufolge die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen und die Kurse in immer neue Höhen schrauben. „Der Anstieg des Dax auf ein Rekordhoch ist nur eine Frage des ‚Wann‘ und nicht des ‚Ob‘“, sagt Folker Hellmeyer, Chef-Volkswirt der Bremer Landesbank.

Etwas gedulden müsse sich der Dax aber noch, betont Marktstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. „Selbst wenn die Europäische Zentralbank am Donnerstag die Zinsen senken sollte, wird dieser Impuls voraussichtlich nicht ausreichen“, sagt er. Länger als einige Wochen werde es aber sicher nicht dauern, bis der Leitindex einen neuen Rekordstand erklimme. Der deutsche Nebenwerte-Index MDax eilt bereits seit Wochen von Hoch zu Hoch.

Die zehn schwächsten Dax-Werte seit dem Rekordhoch 2007

Platz 10

Allianz:

Veränderung seit dem 13. Juli 2007: - 37,5 Prozent

Platz 9

Deutsche Telekom:

Veränderung seit dem 13. Juli 2007: - 38,6 Prozent

Platz 8

Infineon:

Veränderung seit dem 13. Juli 2007: - 44,5 Prozent

Platz 7

Deutsche Börse:

Veränderung seit dem 13. Juli 2007: - 45,4 Prozent

Platz 6

Heidelberg Cement:

Veränderung seit dem 13. Juli 2007: - 47,2 Prozent

Heidelberg Cement ist seit dem 21. Juni 2010 im Dax notiert

Platz 5

Thyssen Krupp:

Veränderung seit dem 13. Juli 2007: - 62,4 Prozent

Platz 4

Deutsche Bank:

Veränderung seit dem 13. Juli 2007: - 64,8 Prozent

Platz 3

RWE:

Veränderung seit dem 13. Juli 2007: - 65,0 Prozent

Platz 2

Eon:

Veränderung seit dem 13. Juli 2007: - 68,5 Prozent

Platz 1

Commerzbank:

Veränderung seit dem 13. Juli 2007: - 94,9 Prozent

Die EU-Schuldenkrise rückt immer mehr in den Hintergrund. „In der Euro-Zone gibt es zwar große Unsicherheiten, vor allem was die politische Situation in Italien anbelangt“, sagt Tobias Basse, Aktienstratege der NordLB. „Insgesamt hilft die Aussicht auf eine anziehende US-Konjunktur aber darüber hinweg. Die sich wiederbelebende Wirtschaft in den USA ist der Rettungsanker für die europäischen Börsen.“

Der Grund für den Börsenboom ist vor allem einer: Die internationalen Aktienmärkte surfen auf immer neuen Wellen billigen Notenbank-Geldes. Daran werde sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern, ist Basse überzeugt. „Zwar wird die US-Notenbank irgendwann aus ihrem aggressiven Anleihenkaufprogramm aussteigen, aber das wird sie mit Bedacht tun.“

Depot-Contest: Risiko? Welches Risiko?

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Die meisten Vermögensverwalter erwarten steigende oder gleich bleibende Märkte.

Die Europäische Zentralbank (EZB) kommt am heutigen Donnerstag zu ihrer turnusmäßigen Sitzung zusammen. An den Finanzmärkten wird nicht mit einer Zinsänderung gerechnet. Damit dürfte der Schlüsselzins für die Geldversorgung der europäischen Banken unverändert bei 0,75 Prozent bleiben. Neue unkonventionelle Maßnahmen der Notenbank zur Stimulierung der Wirtschaft wird EZB-Präsident Mario Draghi nach Einschätzung von Ökonomen dieses Mal auch nicht verkünden.

Kommentare (13)

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Anleihenspezialist

07.03.2013, 11:07 Uhr

Die Aktienrallye entbehrt jedem wirtschaftlichen Sachverstand bzw. Wertentwicklung. Mehr ist dazu nicht mehr zu sagen.

MrX

07.03.2013, 11:13 Uhr

Die künstliche Niedrigzinsphase, die uns noch über viele Jahre beschäftigen wird, sorgt für Kurse in ein paar Jahren von 10.000 oder 12.000. Da geht es nicht um Euphorie oder positive Stimmung, sondern um unser Lieblingswort Alternativlosigkeit. Bei sicheren Banken bekommt man dezeit 0,2-0,6 % bei Tagesgeld und co. Der Leitzins wird weiter sinken und das Zinsniveau ist bereits am Boden...
Die Finanzrepression wird uns noch lange beschäüftigen.

So unterbewertet wie die Dax Kurse sind bei üppigen Dividenden, steigen die nächsten Jahre noch einige Versicherungen und Großanleger ein.

Einbrüche und Korrekturen außen vor, wird der Dax genauso explodieren

Account gelöscht!

07.03.2013, 11:18 Uhr

Diese gesamte Papierflut wird voll und ganz in Rauch aufgehen, das ist zu 100% sicher.

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