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04.04.2013

14:32 Uhr

Börsenschwergewicht

RTL-Aktie kommt auch nach Frankfurt

Die RTL-Aktie ist bereits in Luxemburg und Brüssel notiert. Bertelsmann will die Aktie des Fernsehkonzerns RTL nun auch an die Frankfurter Börse bringen. RTL wäre damit ein neues Börsenschwergewicht.

Ein RTL-Mikrofon an einer Kamera. Bertelsmann bringt die RTL-Aktie nun auch nach Frankfurt. dpa

Ein RTL-Mikrofon an einer Kamera. Bertelsmann bringt die RTL-Aktie nun auch nach Frankfurt.

München/FrankfurtEuropas größte private Fernsehgruppe RTL will auch an der Börse ein Schwergewicht werden. Der Mutterkonzern Bertelsmann gab am Donnerstag den Startschuss für den angekündigten Verkauf eines milliardenschweren RTL-Aktienpakets, das in Frankfurt, Brüssel und Luxemburg platziert werden soll. Mit einem Streubesitz von künftig bis zu 25 Prozent ist RTL ein Kandidat für den Nebenwerteindex MDax. Der Medienkonzern Bertelsmann organisiert die Transaktion, die ihm rund 1,5 Milliarden Euro einbringen könnte, wie einen Börsengang.

Banker gehen davon aus, dass der Deal in den nächsten vier Wochen über die Bühne geht. Der Medienkonzern aus Gütersloh legte sich nur darauf fest, dass die RTL-Aktie spätestens im Sommer im streng regulierten Prime Standard der wichtigsten deutschen Börse notiert sein soll. Bisher werden die Titel nur im weniger regulierten Frankfurter Freiverkehr, am Firmensitz in Luxemburg sowie in Brüssel gehandelt.

Die größten Börsengänge der Welt

General Motors

General Motors: 23,1 Mrd. Dollar (2010, USA)

Agricultural Bank of China

Agricultural Bank of China: 22,1 Mrd. Dollar (2010, China)

ICBC

ICBC: 21,97 Mrd. Dollar (2006, China)

Visa Inc

Visa Inc: 19,65 Mrd. Dollar (2008, USA)

NTT Mobile Communications

NTT Mobile Communications: 18,05 Mrd. Dollar (1998, Japan)

Enel SpA

Enel SpA: 16,59 Mrd. Dollar (1999, Italien)

Nippon Telegraph and Telephone

Nippon Telegraph and Telephone: 13,75 Mrd. Dollar (1986, Japan)

Deutsche Telekom

Deutsche Telekom: 12,49 Mrd. Dollar (1996, Deutschland)

Bank of China

Bank of China: 11,19 Mrd. Dollar (2006, China)

Dai-ichi Life Insurance

Dai-ichi Life Insurance: 11,16 Mrd. Dollar (2010, Japan)

Bertelsmann will bis zu 17,3 Prozent der RTL-Anteile abgeben, um Geld für Investitionen in neue Geschäftsfelder hereinzubekommen. Der Medienkonzern hält derzeit noch 92,3 Prozent an RTL und bekräftigte am Donnerstag, eine qualifizierte Mehrheit von mindestens 75 Prozent behalten zu wollen. Es ist eine von zwei großen Transaktion in der deutschen Fernsehbranche im laufenden Jahr: Die Haupteigner des Rivalen ProSiebenSat.1, die Finanzinvestoren KKR und Permira, wollen ihre Anteile komplett abstoßen. Der MDax-Konzern könnte danach in den deutschen Leitindex Dax aufsteigen.

RTL wird an der Börse mit rund 8,5 Milliarden Euro bewertet - das zum Verkauf stehende Paket ist damit rund 1,5 Milliarden Euro wert. Doch könnte der Verkaufspreis davon abweichen, weil die Aktie angesichts des geringen Streubesitzes nur wenig gehandelt wird. Seit der Verkaufsankündigung Ende Januar hat das Papier mehr als 25 Prozent verloren, am Donnerstag notierte es bei 56,30 Euro. Nicht nur die Aussicht auf eine Flut zusätzlicher frei verfügbarer Aktien drückte auf den Kurs. Billiger wurde die RTL-Aktie vor allem deswegen, weil Bertelsmann Anfang März 1,6 Milliarden Euro an Dividenden für sich und die wenigen übrigen Aktionäre aus dem Unternehmen abzog.

Deutschlands Kapitalvernichter (DSW Watchlist)

Platz 20: Commerzbank

Branche: Banken

Kursentwicklung (1 Jahr):  +6,6 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -69,5 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -93,2 Prozent

Quelle: DSW, Stichtag: 31.12.2012, Entwicklung im Fünfjahres-Zeitraum wird am stärksten gewichtet.

Platz 19: Gigaset

Branche: Telekommunikation

Kursentwicklung (1 Jahr):   -61,2 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -20,7 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -95,1 Prozent

Platz 18: Heidelberger Druckmaschinen

Branche: Industrie

Kursentwicklung (1 Jahr):   -10,1 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -64,4 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -91,5 Prozent

Platz 17: Funkwerk

Branche: Kommunikationssysteme

Kursentwicklung (1 Jahr):   -27,2 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -60,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -87,0 Prozent

Platz 16: Fantastic Company

Branche: Fashion und Accessoires

Kursentwicklung (1 Jahr):  +53,7 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -83,1 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -99,2 Prozent

Platz 15: Asian Bamboo

Branche: Holzindustrie

Kursentwicklung (1 Jahr):   -65,8 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -77,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -65,2 Prozent

Platz 14: Air Berlin

Branche: Verkehr

Kursentwicklung (1 Jahr):   -40,7 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -59,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -87,5 Prozent

Platz 13: Manz

Branche: Solartechnik

Kursentwicklung (1 Jahr):   -20,7 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -73,3 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -88,6 Prozent

Platz 12: Nordex

Branche: Windenergie

Kursentwicklung (1 Jahr):   -25,8 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -71,4 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -90,5 Prozent

Platz 11: Sedo Holding

Branche: Internet

Kursentwicklung (1 Jahr):   -48,3 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -56,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -90,9 Prozent

Platz 10: Centrosolar Group

Branche: Erneuerbare Energie

Kursentwicklung (1 Jahr):  -32,4 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -78,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -89,2 Prozent

Platz 9: Praktiker

Branche: Handel

Kursentwicklung (1 Jahr):  -20,5 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -84,3 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -94,0 Prozent

Platz 8: Wilex

Branche: Biotech

Kursentwicklung (1 Jahr):  -73,8 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -72,4 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -81,5 Prozent

Platz 7: Lloyd Fonds

Branche: Schiffbeteiligungen

Kursentwicklung (1 Jahr):  -48,9 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -71,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -96,6 Prozent

Platz 6: Conergy

Branche: Erneuerbare Energie

Kursentwicklung (1 Jahr):  -19,7 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -91,5 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -99,3 Prozent

Platz 5: Sygnis Pharma

Branche: Biotech

Kursentwicklung (1 Jahr):  -38,1 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -89,2 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -93,0 Prozent

Platz 4: Zhongde Waste Tech

Branche: Maschinenbau

Kursentwicklung (1 Jahr):  -53,9 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -85,5 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -94,7 Prozent

Platz 3: Phoenix Solar

Branche: Erneuerbare Energie

Kursentwicklung (1 Jahr):  -57,5 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -97,5 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -97,4 Prozent

Platz 2: Solarworld

Branche: Erneuerbare Energie

Kursentwicklung (1 Jahr):  -68,4 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -93,1 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -97,5 Prozent

Platz 1: Centrotherm Photovoltaik

Branche: Erneuerbare Energie

Kursentwicklung (1 Jahr):  -91,7 Prozent
Kursentwicklung (3 Jahre): -98,0 Prozent
Kursentwicklung (5 Jahre): -98,7 Prozent

Der TV-Konzern hofft auf institutionelle Investoren aus aller Welt, will aber auch Privatanleger in Deutschland und Luxemburg locken. An wen die Aktien gehen, wird Einfluss darauf haben, ob RTL - wie in Unternehmenskreisen erhofft - in den MDax aufrückt. Denn neben der Marktkapitalisierung des Streubesitzes ist das Handelsvolumen ein Kriterium bei der Auswahl durch die Deutsche Börse. Institutionelle Investoren könnten ihre Aktien langfristig behalten, was das Handelsvolumen bremsen dürfte, gibt Marktexperte Matthias Thiel von MM Warburg zu bedenken.

Die RTL-Gruppe ist trotz sinkender Gewinne noch immer die profitabelste Sparte von Bertelsmann - die operative Umsatzrendite belief sich im vergangenen Jahr auf 17,7 Prozent. Das starke Deutschlandgeschäft federte Gewinnrückgänge etwa in Frankreich und Spanien ab. Bertelsmann-Chef Thomas Rabe hat Bertelsmann einen Umbau verordnet, um die Abhängigkeit des Medienkonzerns vom angestammten Geschäft auf dem krisengeplagten europäischen Kontinent zu verringern. Rabe will die Aktivitäten mit Digitalangeboten, Bildungsangeboten und Musikrechten ausbauen. Neu erschließen will er das Geschäft mit Fachinformationen. Als Wachstumsmärkte hat er China, Indien, Brasilien und die USA ins Visier genommen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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piff_paff

04.04.2013, 11:37 Uhr

Endlich kann man Volksverblödung auch in FFM handeln!

Ob profitabel oder nicht. RTL ist und bleibt für mich ein ganz gefährlicher Privatsender, der Bevölkerung und das Bildungsniveau nachhaltig negativ beeinflusst.

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