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31.01.2011

12:04 Uhr

Börsenspiel-Sieger Neukert

„Eigentlich bin ich ein konservativer Anleger“

VonRalf Drescher

Aus 20 000 Euro hat Klaus Neukert in drei Monaten 1,4 Millionen Euro gemacht und damit das Handelsblatt Börsenspiel für sich entschieden. Im Interview verrät der erfolgreiche Wertpapierhändler aus München seine Anlagestrategie - und die ist durchaus konservativ.

Börsenspiel-Sieger Klaus Neukert und seine Trophäe. Bert Bostelmann für Handelsblatt

Börsenspiel-Sieger Klaus Neukert und seine Trophäe.

Handelsblatt: 7000 Prozent Rendite in drei Monaten, davon träumt jeder Profi-Investor. Wie viele Jobangebote haben Sie in den vergangenen Wochen bekommen?

Klaus Neukert: In die Richtung kam nichts. Allerdings hatte ich einige Anfragen von Menschen, die mich baten, dass ich künftig ihr privates Geld managen soll. Das habe ich aber natürlich abgelehnt.

Handelsblatt: Warum?

Neukert: Erfolg im Börsenspiel ist das eine, die Realität etwas anderes. Wenn es so einfach wäre, an der Börse viel Geld zu verdienen, säße ich auch zu Hause und würde nicht mehr arbeiten. Das, was ich im Spiel geschafft habe, war nur mit erheblichem Risiko und auch mit einer Portion Glück möglich.

Handelsblatt: Wie sah Ihre Strategie genau aus?

Neukert: Mein Ziel war es, möglichst schnell einen größeren Kapitalstock aufzubauen. Dafür musste ich hohe Risiken eingehen. Daher habe ich mit einigen Pennystocks, vor allem aber mit Hebelzertifikaten auf den Dax gehandelt. Meine Grundüberzeugung war, dass Aktien in Richtung Jahresende weiter steigen. Und damit lag ich zum Glück richtig.

Handelsblatt: Sie haben nicht auch mal Verluste gemacht?

Neukert: Doch, natürlich. Aber ich habe mit sehr engen Stop-Loss-Kursen gearbeitet. Das heißt, wenn die Positionen nur leicht ins Minus rutschten, wurden sie automatisch verkauft. Wichtig war außerdem, dass ich die Stoppmarken bei steigenden Kursen kontinuierlich nachgezogen habe. So wurde ich zwar immer wieder bei kleinen Rückschlägen ausgestoppt, habe mit den meisten Zertifikaten aber trotzdem Gewinne erzielt.

Handelsblatt: Das klingt alles so, als hätten Sie enorm viel Zeit investiert...

Neukert: Das stimmt schon. Am Anfang hat mich das Börsenspiel bis zu ein bis zwei Stunden am Tag beschäftigt, an hektischen Tagen auch schon mal mehr. Später, als ich genug Kapital hatte, um eine Position auch mal länger laufen zu lassen, wurde es dann ruhiger. Das war mir auch ganz lieb, denn von Natur aus bin ich nicht der Typ Daytrader.

Handelsblatt: Sondern?

Neukert: Ich würde mich eher als konservativen Anlegertyp bezeichnen. Privat kaufe ich vor allem Aktien der großen Dax-Unternehmen. Damit geht man nicht zu viele Risiken ein, die Volatilität ist geringer. Und die Renditen können sich auch sehen lassen, wie das letzte Jahr gezeigt hat.

Kommentare (6)

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Bernd Adam

01.02.2011, 14:01 Uhr

Das stimmt doch so nicht mit dem "leicht ins Minus rutschen". Das Depot war bereits auf über 3 MEUR angewachsen und ist dann innerhalb kürzester Zeit - wenn ich es recht in Erinnerung habe, innerhalb nur eines Handelstages - auf 1.4 MEUR runter gekracht. Danach hat Herr Neukert keinen Handel mehr betrieben, denn das Verfolgerfeld war ebenfalls brachial abgestürzt und konnte den Abstand nicht mehr einholen.

Es stellt sich die Frage ob die Veranstalter das überhaupt mitbekommen haben, oder schon völlig betriebsblind geworden sind.

Ein spektakuläres Ergebnis im wahrsten Sinne.

Frank

02.02.2011, 03:15 Uhr

Das ist wieder ne typische "Lieschen Müller" Antwort. "Ja aber der hat ja 50% wieder verloren".
Das beispiel zeigt doch ganz deutlich, das man mit der "Zockervariante" wesentlich besser und Sicherer unterwegs ist als mit Festverzinslichem. Selbst wenn das Depot um 99% gefallen wäre hätte der gute Mann in 3 Monaten 30.000 Euro, also 10.000 Euro Gewinn gehabt. Mit "sicheren" Anlagen hätte er in der gleichen Zeit gigantische 75 Euro erhalten.
Welche Anlage ist jetzt das wahre Risiko? Aber an dem beitrag sieht man leider, das bildzeitungsniveau ohne Nachdenken ist eben vorherschend...

beste Grüße und Glückwunsch zum Gewinn, wenn auch nur virtuell.

Bernd Adam

02.02.2011, 16:46 Uhr

Das hat nichts mit Neid zu tun, natürlich ist das unterm Strich erzielte Ergebnis beeindruckend. Es ging um das Zitag "leicht ins Minus rutschen", während der deutliche Absturz schön unter den Tisch gekehrt wurde.

Mein börsenspiel-Depot ist mit klassischen Wertpapier-Produkten um 15% gestiegen, also weitaus mehr als 75 EUR, die von ihnen hier in wahrer, polarisierender bildzeitungsmanier genannt wurden.

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