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24.03.2014

15:00 Uhr

Börsenweisheit

Kostolanys ultimative Börsenformel

VonJessica Schwarzer

Börsenaltmeister André Kostolany ist bekannt für seine markigen Sprüche. Anlegern riet er: „Für den Erfolg an der Börse braucht es die vier G: Geld, Gedanken, Geduld und Glück“. Führen die G wirklich zum Erfolg?

Börsenaltmeister André Kostolany ist auch Jahre nach seinem Tod bekannt für seine markigen Sprüche. Imago

Börsenaltmeister André Kostolany ist auch Jahre nach seinem Tod bekannt für seine markigen Sprüche.

DüsseldorfStarinvestoren wie Warren Buffett oder George Soros haben an der Börse ein Vermögen verdient. Die beiden Milliardäre bewiesen in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder ein glückliches Händchen, wenn auch mit ganz verschiedenen Strategien. Von finanziellen Erfolgen à la Buffett oder Soros können die meisten Privatanleger dagegen nur träumen.

Dabei ist es gar nicht so schwer, an der Börse Geld zu verdienen. Zumindest nicht, wenn man einem anderen Börsenaltmeister glaubt. „Für den Erfolg an der Börse braucht es die vier G: Geld, Gedanken, Geduld und Glück“, sagte einst André Kostolany. „Wer langfristig immer die ersten drei G befolgt, der hat früher oder später auch das notwendige Glück.“ Er ergänzte: „Dem ‚Zittrigen‘ fehlt eines der ersten drei G.“

Klingt recht einfach, aber funktioniert das auch? Börsenexperten können Kostolanys vier G einiges abgewinnen. „Das ist neben dem Bild von dem Herrchen und dem Hund einer der besten Sprüche von Kostolany“, sagt Bestsellerautor und Crashprophet Max Otte. „Er hat absolut Recht.“ Das meint auch Anja Welz, Vorstand von Laureus Privat Finanz. „Nicht alle Börsenweisheiten führen zum Erfolg“, sagt die Finanzexpertin. „Aber die Idee der vier G gilt gewissermaßen als eine der Grundregeln für erfolgreiches Investieren.“ Auch die Reihenfolge habe Altmeister André Kostolany nicht ohne Grund gewählt.

Die grössten Fehler der Anleger

Risikotoleranz

Die Neigung, Risiken einzugehen, ist mit zwei demografischen Faktoren verbunden: Geschlecht und Alter. Frauen sind normalerweise vorsichtiger als Männer und ältere Menschen sind weniger bereit, Risiken einzugehen, als jüngere Leute. Die Konsequenzen der Verhaltensökonomik für Anleger sind klar: Wie wir uns bei der Geldanlage entscheiden und wie wir uns bei der Verwaltung unserer Anlage entscheiden, hängt sehr davon ab, wie wir über Geld denken. [...] Sie demonstriert, dass Marktwerte nicht ausschließlich von den gesammelten Informationen bestimmt werden, sondern auch davon, wie menschliche Wesen diese Informationen verarbeiten.

Übertriebene Zuversicht

An sich ist Zuversicht ja keine schlechte Sache. Aber übertriebene Zuversicht ist etwas ganz anderes, und sie kann besonders im Umgang mit unseren Finanzangelegenheiten Schaden anrichten. Übertrieben zuversichtliche Anleger treffen nicht nur für sich selbst dumme Entscheidungen, sondern diese wirken sich auch sehr stark auf den Mark als Ganzes aus.

Kurzfristiges Denken

Menschen [legen] zu viel Wert auf wenige mehr oder wenige zufällige Ereignisse [...] und meinen, sie würden darin einen Trend erkennen. Insbesondere sind Anleger tendenziell auf die neuesten Informationen fixiert, die sie bekommen haben, und ziehen daraus Schlüsse. So wird der letzte Ergebnisbericht in ihrem Denken zum Signal für künftige Gewinne. Und da sie meinen, sie würden etwas sehen, das andere nicht sehen, treffen sie dann aufgrund oberflächlicher Überlegungen schnelle Entscheidungen.

Verlustaversion

Der Schmerz durch einen Verlust [ist] viel größer als die Freude über einen Gewinn. Bei einer 50:50-Wette, bei der die Chancen exakt gleich sind, riskieren die meisten Menschen nur dann etwas, wenn der potenzielle Gewinn doppelt so groß ist wie der potenzielle Verlust. Das nennt man asymmetrische Verlustaversion. [...] Auf den Aktienmarkt bezogen bedeutet dies, dass sich die Menschen beim Verlust von Geld doppelt so schlecht fühlen, wie sie sich gut fühlen, wenn sie einen Gewinn erzielen. Diese Abneigung gegen Verluste macht Anleger übertrieben vorsichtig, und das hat einen hohen Preis. [...] Wir wollen alle glauben, wir hätten gute Entscheidungen getroffen, und deshalb hängen wir zu lange an schlechten Entscheidungen, in der vagen Hoffnung, die Dinge werden sich noch wenden.

Verdrängen

Wir neigen dazu, das Geld geistig auf verschiedene Konten zu buchen, und dies bestimmt, wie wir es verwenden. [...] Zudem wurde die geistige Buchhaltung als Grund angeführt, weshalb Menschen schlecht laufende Aktien nicht verkaufen: In ihren Augen wird der Verlust erst real, wenn sie ihn realisieren.

Quelle: Robert G. Hagstrom, Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie., Börsenbuchverlag 2011.

Da wäre zuerst das Geld. Klingt ein wenig trivial, beinhaltet aber die Warnung, nicht ohne eigenes Kapital zu investieren. Denn wer auf Pump an der Börse spekuliert, geht ein hohes Risiko ein. „Kostolany spricht bewusst von eigenem und nicht von geliehenem Geld“, so Welz.

Das zweite G steht für die Gedanken. „Gedanken sind natürlich nötig, um ein Anlagekonzept zu finden, das am besten die individuelle Präferenz des Anlegers abbildet“, sagt Lars Edler, Leiter Investmentstrategie bei Sal. Oppenheim. „Hier geht es letztlich um eine möglichst genaue Spiegelung des Wunsches nach Rendite im Verhältnis zum erträglichen Risiko.“

Doch genau damit haben viele Bundesbürger ein Problem: Sie möchten sich nicht mit ihren Finanzen beschäftigen. „Der deutsche Anleger ist bekanntlich eher ein Finanzmuffel und lässt hier gerne ‚fremddenken‘“, sagt Welz. „Professioneller Rat ist in den immer komplexer werdenden Kapitalmärkten sinnvoll und hilfreich.“ Wichtig sei es jedoch, eine Strategie zu haben, die der Anleger selbst nachvollziehen und verstehen kann. „Sicherlich sollte vor jeder Investition der Gedanke stehen“, sagt auch Karsten Stroh, Managing Director bei JP Morgan Asset Management in London. „Dabei sollte sich der Anleger in einem ersten Schritt überlegen, welches Ziel er mit der Investition verfolgt und in welcher Zeit dieses Ziel mit welchem maximalen Risiko erreicht werden soll.“

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

24.03.2014, 15:59 Uhr

Hauptsächlich führt Insiderwissen zum GROSSEN Geld - siehe Soros, Buffett, Hoeness,...

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24.03.2014, 20:08 Uhr

Je mehr Geld man hat um so mehr kann man sich das Wissen kaufen.

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