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30.03.2006

15:37 Uhr

Börsenzulassung wird aufgegeben

DIS kürzt Dividende und verlässt Börse

Die künftig zur Schweizer Adecco gehörende Zeitarbeitsfirma DIS AG will ihre Dividende drastisch kürzen, um Geld für Zukäufe auf die hohe Kante zu legen. Ihre Börsenzulassung will die noch im SDax-Index für kleinere Unternehmen gelistete Firma beenden.

HB DÜSSELDORF. Vorstand und Aufsichtsrat würden der Hauptversammlung eine Dividende von 0,05 Euro je Aktie vorschlagen, teilte DIS am Donnerstag mit. So sollten Reserven gebildet werden, um bei der seit Jahresanfang verschärften Konsolidierung der Branche organisch und durch Akquisitionen zu wachsen, sagte Vorstandschef Dieter Scheiff bei der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf. Für 2004 hatte DIS die Dividende auf 80 Cent je Aktie verdoppelt. Mitte Februar hatte das Unternehmen noch einen weiteren Anstieg der Ausschüttung für 2005 in Aussicht gestellt.

Konkrete Übernahmeziele nannte Scheiff nicht. „Wir screenen den Markt, stehen aber mit niemandem in Verhandlungen.“ Die DIS wolle sich weiter mit Spezialanbietern verstärken. Die Branche in Deutschland ist noch stark zersplittert. Es gibt mehr als 4 700 Zeitarbeitsfirmen, von denen nur zwölf mehr als 100 Mitarbeiter haben. Nummer eins ist Randstad, gefolgt von Manpower, Adecco, Persona und dann der DIS AG als Nummer fünf. Diese fünf teilen sich zusammen ein Drittel des Marktvolumens von rund 6,5 Milliarden Euro.

Finanzvorstand Dominik de Daniel kündigte an, die DIS wolle der Hauptversammlung vorschlagen, ihre Börsenzulassung aufzugeben. Dies bringe Kostenvorteile und sei angesichts der Aktionärsstruktur nur logisch. Die Schweizer Adecco hatte zuvor mitgeteilt, nach Ende der verlängerten Angebotsfrist 82,6 Prozent der DIS-Aktien zu halten. Weitere zehn Prozent der Papiere halten Hedgefonds. Für die Minderheitsaktionäre werde es eine Barabfindung geben, die sich am Wert der Aktie vor der Hauptversammlung orientiere, sagte de Daniel. Am Donnerstag notierten die Aktien kaum verändert bei 64,10 Euro.

DIS bestätige am Donnerstag auch die bereits Mitte Februar veröffentlichten vorläufigen Geschäftszahlen für 2005. Danach kletterte der Umsatz um 18,8 Prozent auf 314,9 Millionen Euro, das Vorsteuerergebnis (EBT) um 36,4 Prozent auf 39,6 Millionen Euro. 2006 soll der Umsatz weiter um 14 bis 19 Prozent klettern, das EBT um fünf bis zwölf Prozent.

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