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21.02.2012

18:14 Uhr

Bond-Emission

Hilfspaket nützt dem EFSF und Spanien

Die Einigung auf ein zweites Rettungspaket für Griechenland hat dem Rettungsfonds EFSF und dem Land Spanien eine gute Nachfrage am Kapitalmarkt beschert. Die jüngsten Emissionen brachten Milliarden ein.

Ein Händler an der Börse in Madrid. dpa

Ein Händler an der Börse in Madrid.

MadridDer europäische Rettungsfonds EFSF hat sich nach dem zweiten Hilfspaket für Griechenland noch günstiger als zuletzt Geld am Kapitalmarkt leihen können. Der Fonds sammelte am Dienstag knapp zwei Milliarden Euro ein und musste Anlegern noch weniger Zinsen bieten. Bei der Emission von Sechs-Monatspapieren fiel die durchschnittliche Rendite auf 0,19 Prozent, nach 0,27 Prozent bei einer ähnlichen Auktion im Januar.

Die Nachfrage der Investoren überstieg das Angebot deutlich: Die Emission war erneut 3,1-fach überzeichnet. Auch Spanien stieß bei der Platzierung von 2,5 Milliarden Euro auf großes Interesse bei Anlegern und profitierte von spürbar niedrigeren Zinsen. „Bei kurzfristigen Papieren sehen die Märkte keine Risiken mehr“, sagte Unicredit-Analyst Kornelius Purps.

In der Nacht zum Dienstag haben sich die Euro-Länder auf ein zweites Rettungspaket für Griechenland über 130 Milliarden Euro geeinigt. Die Südeuropäer sind wegen horrender Refinanzierungskosten weitgehend vom Kapitalmarkt abgeschnitten. Um den Währungspartner sowie Portugal und Irland mit Krediten zu versorgen, wurde der EFSF im Frühsommer 2010 aus der Taufe gehoben. Ende Januar 2011 hat der Fonds seine erste Anleihe begeben, die Emission vom Dienstag war die achte.

Der Gang zum Kapitalmarkt wurde für viele Länder wie Spanien und Italien leichter, seit die Europäische Zentralbank (EZB) die Banken kurz vor Weihnachten mit einem Drei-Jahres-Tender großzügig mit Liquidität versorgt hat. Die Institute liehen sich rund eine halbe Billion Euro und dürften dies bei einem ähnlichen Geschäft Ende Februar Experten zufolge wieder tun. Die Rechnung der EZB, dass die Institute diese Mittel nun in Staatsanleihen der Schuldenländer stecken, scheint zumindest für kurzlaufende Papiere aufzugehen. „Alles am kurzen Ende ist sehr nachgefragt,“ sagte Michael Leister von der DZ Bank.

Davon profitierte Spanien abermals. Bei der Emission von Drei-Monatspapieren sank die Rendite deutlich auf rund 0,4 Prozent von zuletzt etwa 1,3 Prozent. Anlegern von Sechs-Monatspapieren musste Spanien einen Zins von nur noch knapp 0,8 Prozent bieten, nach zuletzt 1,85 Prozent. Für die beiden Laufzeiten war es jeweils das geringste Zinsniveau seit knapp zwei Jahren. Dabei überstieg die Nachfrage der Investoren das Angebot um mehr als das Zehnfache. Ein ähnlicher Bond war zuletzt rund siebenfach überzeichnet gewesen. Die Drei-Monatspapiere waren 4,0-fach (zuvor 4,3-fach) überzeichnet.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Propagandaministerium

21.02.2012, 12:09 Uhr

Das HB wird zum Goebbelschen Sprachrohr der Verdrehungspropaganda...
Wie ist hier der Zusammenhang? Also, Draghi zündet die Tender-Bazooka mit erst mal 500 Mrd. - die nächste Kartusche ist schon aufgesteckt und zum Feuern bereit. Und wundersamerweise kaufen die Banken die Staatsanleihen. Wer hätte das gedacht. Euphemistisch verklärt als "großes" Interesse. Alles wird gut!

Ich persönlich finde solche Desinformation perfide.

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