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27.06.2012

11:18 Uhr

Bond-Markt

Finanzierung bleibt für Rom und Madrid teuer

Der Bond-Markt bleibt für Spanien und Italien ein schwieriges Pflaster. Im ersten Halbjahr sind Emissionen beider Länder erfolgreich verlaufen, doch sie ächzen unter der Laster der Zinsen. Lange wird das nicht gut gehen.

Zwei Männer unterhalten sich unter den Kurstafeln in der Madrider Börse. dpa

Zwei Männer unterhalten sich unter den Kurstafeln in der Madrider Börse.

FrankfurtBislang sind Spanien und Italien bei der Refinanzierung ihrer Schulden mit einem blauen Auge davongekommen. Für ihre Staatsanleihen fanden sie in den vergangenen Monaten noch stets ausreichend viele Käufer - allerdings mussten sie ihnen hohe Zinsen bieten.

Nach Einschätzung von Experten ist für Spanien und Italien am Bond-Markt keine Entspannung in Sicht. Alles hänge am Krisenmanagement der europäischen Staats- und Notenbankchefs. Wenn sie sich nicht bald zu einer überzeugenden Lösung durchrängen, könne es für Spanien und Italien am Bond-Markt eng werden. „Die Refinanzierbarkeit hängt davon ab, was sich geldpolitisch und europapolitisch tut. Das ist schwer vorhersehbar“, resümiert Analyst Mario Mattera vom Bankhaus Metzler.

Einen Hinweis auf die Erwartungen der Investoren könnte die Emission fünf- und zehnjähriger italienischer Bonds wenige Stunden vor dem EU-Schuldengipfel am Donnerstag bieten. Italien will Papiere im Gesamtvolumen von bis zu 5,5 Milliarden Euro verkaufen. Bei den bereits gehandelten richtungsweisenden zehnjährigen Titeln liegt die Rendite derzeit bei 6,16 Prozent.

Für ihre in den vergangenen Monaten ausgegebenen Staatsanleihen müssen Spanien und Italien teilweise 7,5 Prozent Zinsen bezahlen. Ein derart hoher Satz gilt für einen Euro-Staat als nicht dauerhaft finanzierbar. Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy räumte das bereits am Mittwoch vor dem Parlament ein: „Wir können uns zu den derzeitigen Preisen nicht für lange Zeit aus eigener Kraft finanzieren“, so Rajoy. Bei dem am Donnerstag beginnenden, zweitägigen EU-Gipfel in Brüssel will er die Staats- und Regierungschefs auffordern, die Finanzmärkte mit den existierenden Instrumenten zu stabilisieren.

„Per saldo muss nach einem halben Jahr festgehalten werden, dass die Problematik für die Peripherie-Staaten noch immer dieselbe ist“, erläutert Helaba-Analyst Ralf Umlauf. „Die Anleger sind nur zu hohen Prämien bereit, spanische oder italienische Papiere zu kaufen.“ Immerhin übertraf bei den Bond-Auktionen der vergangenen Monate das Interesse das Angebot meist um ein Vielfaches. Das sei ein positives Zeichen, betont Metzler-Analyst Mattera.

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