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12.02.2013

15:03 Uhr

Bondmarkt

Anleger greifen bei Risikoanleihen zu

Anleihen der Krisenländer Spanien und Italien sind wieder gefragt. Die Bonds verzeichneten Kursgewinne, die Rendite der Papiere fiel. Bei Deutsche Bundesanleihen dagegen waren die Investoren zurückhaltend.

Spanien nahm am Markt erfolgreich Geld auf. dpa

Spanien nahm am Markt erfolgreich Geld auf.

DüsseldorfDie deutschen Bundesanleihen haben am Dienstag Kursverluste verzeichnet. Spanische und italienische Anleihen waren hingegen gefragt, nachdem die erfolgreichen Emissionen von Geldmarktpapieren Sorgen um politische Turbulenzen in den beiden Ländern abschwächten.

Die Rendite der Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren lag zuletzt mit 1,64 Prozent um drei Basispunkte höher. Der Terminkontrakt Bund-Future fiel um 33 Basispunkte auf 142,52 Prozent.

Deutschland hat am Primärmarkt eine inflationsindexierte Bundesobligation bis 2018 um eine Milliarde Euro aufgestockt, wobei die Zuteilung 953 Millionen Euro umfasste. Die durchschnittliche Rendite lag bei minus 0,78 Prozent.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

Auch die Niederlande sind am Primärmarkt aufgetreten. Die Staatsanleihen mit fünf Jahren Laufzeit kamen mit einer durchschnittlichen Rendite von 0,884 Prozent an den Markt. Bei der jüngsten Auktion am 9. Oktober war eine rekordniedrige Rendite von 0,861 Prozent verzeichnet worden. Die zehnjährigen Anleihen des Landes rentierten zuletzt um vier Basispunkte höher bei 1,84 Prozent.

Spanische Bonds verzeichneten hingegen Kursgewinne. Die Rendite der spanischen Papiere bis 2023 fiel um 11 Basispunkte auf 5,31 Prozent. Spanien nahm mit zwei Geldmarktpapieren 5,57 Milliarden Euro am Markt auf und übertraf damit leicht das Maximalziel.

Italienische Staatsanleihen waren ebenfalls gesucht. Bei den Bonds mit zehn Jahren Laufzeit fiel die Rendite um zuletzt 13 Basispunkte auf 4,49 Prozent. Italien hatte zuvor einjährige Schatzpapiere im Volumen von 8,5 Milliarden Euro am Markt untergebracht.

„Vielleicht war das Gerede übertrieben“

„Die riskanten Themen in Italien und Spanien haben sich wieder etwas zerstreut“, sagte Piet Lammens, Leiter Analyse bei KBC Bank in Brüssel. „Selbst wenn es ein Wahlergebnis in Italien geben sollte, das für die Märkte nicht ideal ist, dürfte das unserer Meinung nach nicht Auslöser für eine neue Krise werden. Wenn es zu Ausverkäufen kommt, wird es Anleger geben, die bereit sind einzuspringen und diese Anlagen zu kaufen.“

„Vielleicht war das Gerede von einer innenpolitischen Krise wegen der Korruptionsvorwürfe gegen die spanische Regierung übertrieben“, sagte ein Händler. Spanien stehe insgesamt ganz stabil da. Ob die Bewegung nachhaltig sei, bleibe aber abzuwarten. Denn die Wahlen in Italien in elf Tagen würden sicher von vielen mit Argusaugen beobachtet. Sollten die reformwilligen Kräfte als Sieger hervorgehen, könnte sich die Lage an den Rentenmärkten weiter entspannen. Bis dahin dürften aber viele auf der Hut bleiben. Gewinnmitnahmen seien daher in den nächsten Tagen nicht ausgeschlossen.

Am Markt für US-Staatsanleihen gaben die Kurse etwas nach. Die Rendite der zehnjährigen Treasuries stieg um einen Basispunkt auf 1,97 Prozent. Der 30-jährige Longbond rentierte mit 3,18 Prozent einen Basispunkt fester.

 

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