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31.03.2014

12:10 Uhr

Bonds

Hohes Potenzial bei Euro-Staatsanleihen

Der Renditevorsprung von Staatsanleihen aus dem Euro-Raum gegenüber US-Treasuries ist zwar deutlich gesunken. Dennoch sind Großanleger überzeugt, dass europäische Papiere vor einer Rally stehen.

Die Zinsen in Europa könnten weiter sinken - und die Kurse von Staatsanleihen steigen. dpa

Die Zinsen in Europa könnten weiter sinken - und die Kurse von Staatsanleihen steigen.

Die niedrige Inflation und das schwache Wachstum im Euroraum werden der Europäischen Zentralbank keine andere Möglichkeit lassen, als die Konjunktur mittels geldpolitischer Stützungsmaßnahmen zu fördern. Das vermuten Vertreter institutioneller Investoren, die zusammen mehr als 700 Milliarden Dollar verwalten. Zudem zeigt ein von Bloomberg nach der so genannten Taylor Rule erstelltes Modell: Die Zinsen müssten im Euroraum eigentlich bei minus 0,75 Prozent liegen. Für die USA ergibt sich bei einer ähnlichen Berechnung ein Wert von knapp ein Prozent Plus.

Der harte Sparkurs, mit dem Politiker wie die deutsche Kanzlerin Angela Merkel das Vertrauen in die überschuldeten Nationen Europas wiederherstellen wollten, reichte nicht aus, um das Vertrauen in den europäischen Rentenmarkt wieder herzustellen. Dazu bedurfte es der Zusage von Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, alles Nötige zu tun, um den Euro zu retten. Die Rally, die er damit auslöste, münde jetzt in der Wette, ob die EZB entweder Geld drucken wird, um Anleihen anzukaufen oder zulassen wird, dass die Inflation auf niedrigem Niveau verharrt.

Kapitalbedarf der Euro-Staaten 2014

Deutschland

Refinanzierungsbedarf 2014: 173 Milliarden Euro
Davon im ersten Quartal gedeckt: 26,6 Prozent
Quelle: Commerzbank, Stand: 28.03.2014

Frankreich

Refinanzierungsbedarf 2014: 198 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 29,7 Prozent

Spanien

Refinanzierungsbedarf 2014: 125 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 35,3 Prozent

Österreich

Refinanzierungsbedarf 2014: 24 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 15,3 Prozent

Niederlande

Refinanzierungsbedarf 2014: 50 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 40,5 Prozent

Belgien

Refinanzierungsbedarf 2014: 34 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 41,3 Prozent

Italien

Refinanzierungsbedarf 2014: 247 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 28,2 Prozent

Portugal

Refinanzierungsbedarf 2014: 8 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 65,6 Prozent

Finnland

Refinanzierungsbedarf 2014: 12 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 33,3 Prozent

Irland

Refinanzierungsbedarf 2014: 10 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 47,5 Prozent

Slowenien

Refinanzierungsbedarf 2014: 7,7 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 33,0 Prozent

Slowakei

Refinanzierungsbedarf 2014: 7,0 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 36,4 Prozent

„Es wird immer deutlicher, dass die EZB untätig zugesehen hat, wie sich die Inflation von ihrem vorgegebenen Zielwert entfernt. Irgendwann wird sie handeln müssen“, sagte Axel Botte, Stratege bei Natixis Asset Management. Es sei nicht so sehr die Frage, ob die Notenbank eine quantitative Lockerung vornehmen wird als vielmehr, was sie kaufen würde, sollte sie sich für diesen Weg entscheiden.

Die durchschnittlichen Renditen von Staatsanleihen aus dem Euroraum liegen um etwa 12 Basispunkte über denen von amerikanischen Treasuries, zeigen Indizes von Bank of America Merrill Lynch. So gering war der Unterschied zuletzt im Jahre 2007. Im November 2011, als die Sorge um ein Auseinanderbrechen der Währungsgemeinschaft die Kreditkosten für überschuldete Mitgliedsstaaten in die Höhe trieb, betrug diese Differenz noch 402 Basispunkte.

Die Schuldenstände scheinen mittlerweile unter Kontrolle, doch die Länder des Euroraums tun sich weiterhin schwer, Wachstum zu erreichen. Die 18 Länder der Währungsgemeinschaft werden in den kommenden drei Jahren nicht das Wachstum der G-10-Nationen erreichen, zeigt eine Zusammenstellung von Prognosen, die Bloomberg zusammengestellt hat. In den USA, dürfte  das Wachstum höher ausfallen. Notenbankchefin Janet Yellen stimmte daher die Investoren auf einen Anstieg der Zinsen ein.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

31.03.2014, 13:55 Uhr

Seid Ihr alle des Wahnsinns fette Beute??

Diese Anleihen in Dollar oder Euro sind nichts wert - gar nichts!
Niemand kann die Gläubiger auszahlen!

Es ist gelaufen, liebe Freinde....

jos

Account gelöscht!

31.03.2014, 14:34 Uhr

Interessant. Aber leider nur nachgequatscht und schlecht recherchiert. Mal geschaut, wo die Ablaufrendite dieser junk bonds liegt? Da ist kein Platz mehr für eine Rallye, die ist bereits längstens gelaufen. Sogar bei Schrottbank-Tieranleihen bleiben kümmerlichste Renditen. Was soll uns also dieser Artikel sagen?

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