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31.01.2014

14:31 Uhr

Bonds

Spekulationen auf EZB-Maßnahme lösen Rally aus

Der überraschend starke Rückgang der Inflation zwingt die EZB zum handeln – so spekulieren zumindest Anleger: Deutliche Kursgewinne verbuchten Bundesanleihen, aber auch andere europäische Bonds waren gefragt.

Eine Euro-Münze steht auf einer Fahne der Europäischen Union (EU). Europäische Bonds haben am Freitag eine Rally hingelegt. dpa

Eine Euro-Münze steht auf einer Fahne der Europäischen Union (EU). Europäische Bonds haben am Freitag eine Rally hingelegt.

Europäische Staatsanleihen haben am Freitag eine Rally hingelegt. Deutliche Kursgewinne verbuchten Bundesanleihen, die Rendite im 30-Jahres-Bereich fiel auf den niedrigsten Wert seit dem 12. August. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten bei 1,65 sechs Basispunkte niedriger. Am Terminmarkt zog der Bund-Future um 65 Basispunkte auf 143,42 Prozent an.

Die Renditen fünfjähriger spanischer Bonds sowie zweijähriger italienischer Papiere sanken auf Rekordtiefs. Eine schwächere Inflation im Euroraum hat Spekulationen angeheizt, dass die Europäische Zentralbank weitere Maßnahmen ergreifen wird, um die Wirtschaft anzuschieben. Im Euroraum ist die Teuerung im Januar auf 0,7 Prozent zurückgegangen. Ökonomen hatten in einer Bloomberg-Umfrage einen Wert von 0,9 Prozent prognostiziert.

Refinanzierungsbedarf der größten Staaten der Welt 2014

USA

Fällige Bonds: 3,1 Billionen Dollar

Schatzanweisungen: 218 Milliarden Dollar

Japan

Fällige Bonds: 2,4 Billionen Dollar

Schatzanweisungen: 87 Milliarden Dollar

Italien

Fällige Bonds: 468 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 79 Milliarden Dollar

Frankreich

Fällige Bonds: 410 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 61 Milliarden Dollar

Deutschland

Fällige Bonds: 268 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 39 Milliarden Dollar

Kanada

Fällige Bonds: 248 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 13 Milliarden Dollar

Großbritannien

Fällige Bonds: 181 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 75 Milliarden Dollar

China

Fällige Bonds: 143 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 58 Milliarden Dollar

Brasilien

Fällige Bonds: 121 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 24 Milliarden Dollar

Indien

Fällige Bonds: 85 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 47 Milliarden Dollar

Russland

Fällige Bonds: 10 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 11 Milliarden Dollar

„Die EZB hat uns gewarnt, dass die Inflation niedrig sein würde, aber ich bin ziemlich überzeugt, dass sie sie nicht so niedrig erwartet haben”, sagte Padhraic Garvey, Leiter Anleihestrategie Industrieländer bei ING Groep NV in Amsterdam. „Das setzt die EZB unter Druck, die ultra-lockere Geldpolitik beizubehalten. Es schiebt die Bonds der Kernländer an.”

In Deutschland ist zudem der Einzelhandelsumsatz im Dezember überraschend gesunken. Die Verkäufe gingen um 2,5 Prozent zurück, nach einem Anstieg von revidiert 0,9 Prozent im November, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit März 2011.

Die Rendite von US-Bonds mit zehn Jahren Laufzeit fiel um vier Basispunkte auf 2,65 Prozent.

Kommentare (2)

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Hallihallo

31.01.2014, 17:20 Uhr

Rohstoffe werden in Dollar gehandelt, allen voran das geliebte Öl. Wenn der Euro abwertet gegenüber dem Dollar, so verteuern sich die Rohstoffe. Deflationsgefahr also gebannt, und die EZB wird die Zinsen meiner Meinung nach nicht senken. Das wäre geradezu kontraproduktiv, und würde eine Abwertung des Euros gegenüber dem Dollar begünstigen! Will man das?

wirtschaft

31.01.2014, 19:27 Uhr

Die Geldpolitik sitzt doch schon hoffnungslos in der Liquiditätsfalle. Eine Ausweitung der Geldmenge käme lediglich im Kapitalmarkt an. Derzeit scheint es ja so, dass die Spekulationen im Kapitalmarkt die höchsten Renditen versprechen.

Sollten die Regierungen durch mehr Schulden nun Konjunkturprogramme auflegen, um die Wirtschaft in Gang zu bringen, könnte es sein, dass in der Realwirtschaft wieder lukrative Märkte entstehen. Dann könnte es passieren, dass das Geld aus den Kapitalmärkten abgezogen wird und in die Realwirtschaft drängt. Dies würde dann zu einer kräftigen Inflation führen.

Dann würde sich die expansive Geldpolitik plötzlich bitter böse rächen. Wenn die EZB klug ist, sieht Sie ein, dass Sie in der Liquiditätsfalle steckt und reagiert darauf nicht.

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