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23.05.2014

08:19 Uhr

Bonität

Ratingagenturen stufen Krisenländer hoch

Gute Nachrichten für Griechenland und Spanien: Die beiden Euro-Länder bekommen bessere Noten von den Ratingagenturen. Der Tiefpunkt sei erreicht. Nach Jahren der Krise sind die Aussichten nun endlich positiv.

Eine griechische Euro-Münze: Athen macht Fortschritte. dpa

Eine griechische Euro-Münze: Athen macht Fortschritte.

Die US-Ratingagenturen Fitch und Standard & Poor's bescheinigen zwei europäischen Krisenstaaten bessere Kreditwürdigkeit.

S&P stufte die Bonitätsnote Spaniens am Freitag um eine Stufe hoch auf „BBB“. Zugleich hob S&P die Wachstumsprognosen für das Land an. Der Ausblick für das Rating ist stabil, wie S&P am Freitag mitteilte. Die Bonitätswächter haben das Land erstmals wieder hochgestuft, seit sie Spanien 2009 die Bestnote “AAA” entzogen. Spaniens bisheriges Rating “BBB-” war nur eine Stufe über der “Ramsch"-Kategorie. Im April hatte die Ratingagentur Fitch Spanien ähnlich hochgestuft, Moody's Investors Service hatte diesen Schritt bereits im Februar getan.

Nachdem Spanien in diesem Jahr das Rettungsprogramm der Europäischen Union verlassen hat, das es 2012 in Anspruch nehmen musste, revidieren die Ratinggesellschaften ihre Einschätzung der Zahlungsfähigkeit des Landes. Die Finanzierungskosten Spaniens sind im Gefolge einer Rally, die auch Anleihen aus Irland, Portugal und Griechenland erfasste, auf Rekordtiefs gefallen. Das deutet darauf hin, dass die Schuldenkrise in Europa vorbei ist.

Kapitalbedarf der Euro-Staaten 2014

Deutschland

Refinanzierungsbedarf 2014: 173 Milliarden Euro
Davon im ersten Quartal gedeckt: 26,6 Prozent
Quelle: Commerzbank, Stand: 28.03.2014

Frankreich

Refinanzierungsbedarf 2014: 198 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 29,7 Prozent

Spanien

Refinanzierungsbedarf 2014: 125 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 35,3 Prozent

Österreich

Refinanzierungsbedarf 2014: 24 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 15,3 Prozent

Niederlande

Refinanzierungsbedarf 2014: 50 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 40,5 Prozent

Belgien

Refinanzierungsbedarf 2014: 34 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 41,3 Prozent

Italien

Refinanzierungsbedarf 2014: 247 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 28,2 Prozent

Portugal

Refinanzierungsbedarf 2014: 8 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 65,6 Prozent

Finnland

Refinanzierungsbedarf 2014: 12 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 33,3 Prozent

Irland

Refinanzierungsbedarf 2014: 10 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 47,5 Prozent

Slowenien

Refinanzierungsbedarf 2014: 7,7 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 33,0 Prozent

Slowakei

Refinanzierungsbedarf 2014: 7,0 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 36,4 Prozent

„Die Hochstufung spiegelt unsere Einschätzung wider, dass Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsfähigkeit sich aufgrund der strukturellen Reformbemühungen Spaniens seit 2010 verbessert haben“, erklärte S&P in der Mitteilung. „In Reaktion auf diese Reformen und in der Erwartung, dass die Geldpolitik in der Eurozone weiterhin stark akkommodierend bleibt, haben wir unsere durchschnittlichen BIP-Wachstumsprognosen für Spanien für die Jahre 2014-2016 von 1,2 Prozent auf 1,6 Prozent erhöht.“

In den ersten drei Monaten dieses Jahres ist die spanische Wirtschaft das dritte Quartal in Folge gewachsen, wobei die Wachstumsrate doppelt so hoch war wie der Durchschnitt in der Eurozone. Ministerpräsident Mariano Rajoy rechnet für dieses Jahr mit einem Wachstum von 1,2 Prozent und für nächstes Jahr mit 1,8 Prozent. Im vergangenen Jahr war die spanische Volkswirtschaft noch um 1,2 Prozent geschrumpft.

Kommentare (4)

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23.05.2014, 08:31 Uhr

Naja, nachdem die EU so brav beim "Russlandfeldzug" der USA dabei ist, den "Investorenschutz", Teil des Freihandelsabkommen, am 1. Mai brav abnickte, gibts ein Bonbon von US Ratingagenturen.
Das haben diese Eurokraten ja nicht geschafft: eine europäische Ratingagentur auf die Beine zu stellen.

Account gelöscht!

23.05.2014, 08:50 Uhr

Da kann man wieder mal sehen, was für Manipulatoren diese Ratingagenturen sind.
Die Schulden und Arbeitslosenzahlen der gerateten Länder sind auf neuen Höchsständen, das angebliche Wachstum beruht auf getürkten Zahlen (siehe auch Griechenland).
Man kann also nur davon ausgehen, dass das unverantwortliche Treiben der EZB, jede Schrottanleihe auch garantiert zurückzukaufen, diese falschen Bewertungen auslöst.

Account gelöscht!

23.05.2014, 09:50 Uhr

Volksverdummung auch über die korrupten Ratingagenturen - ist ja nichts neues.
Mit der EU geht es aufwärts. Das ist jetzt bei den Wahlen offensichtlich ;-)
Außerdem befinden wir uns im Auge der Hurricane - dieses Jahr noch gehts richtig los ! "Neuordnung" des Finanzsystems !

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