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24.10.2014

14:48 Uhr

Bonitätsnote

Russland droht Ramsch-Rating

Der politische Konflikt mit dem Westen und der Verfall des Ölpreises macht die Anleger in Russland nervös. Die angespannte Lage belastet auch die Kreditwürdigkeit des Landes. Es droht eine Herabstufung auf Ramsch-Niveau.

Derzeit liegt das Rating russischer Staatsanleihen von Standard & Poor's bei BBB -mit einem negativen Ausblick und damit nur eine Stufe über dem sogenannten Ramsch-Niveau. Reuters

Derzeit liegt das Rating russischer Staatsanleihen von Standard & Poor's bei BBB -mit einem negativen Ausblick und damit nur eine Stufe über dem sogenannten Ramsch-Niveau.

FrankfurtAnleger in Russland haben am Freitag vor einer möglichen Herabstufung der Bonitätsnote des Landes auf Ramschniveau gezittert. Im Vorfeld der Entscheidung der Rating-Agentur S&P fiel der Rubel zum Dollar erneut auf ein Rekordtief. Der Dollar verteuerte sich um bis zu 0,8 Prozent auf 42,01 Rubel. Wegen des Ukraine-Konfliktes und der westlichen Sanktionen gegen Russland hat die Landeswährung in diesem Jahr bereits 22 Prozent an Wert eingebüßt.

„Die anhaltend negative Stimmung an den ausländischen Märkten und das Risiko einer Herunterstufung der Bonitätsnote Russlands zwingt Investoren ihre Rubel schnellstmöglich loszuwerden“, kommentierten Analysten der Bank Zenit. Auch an den russischen Aktienmärkten kam es zu Kursverlusten. Der RTS-Index verlor 0,9 Prozent, der MICEX-Index gab 0,3 Prozent ab.

Am Freitag nach Börsenschluss wird das Urteil von S&P erwartet. Momentan liegt die Note bei BBB- mit einem negativen Ausblick und damit nur eine Stufe über dem sogenannten Ramsch-Niveau, mit dem sehr spekulative Investments gekennzeichnet werden. Damit wäre es für das Schwellenland grundsätzlich schwieriger, sich bei ausländischen Gläubigern Geld zu leihen.

Geldquelle Staatsanleihen

Was sind Staatsanleihen?

Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen von Staaten. Im Gegensatz zu Aktien sind diese Wertpapiere mit einem festen Zins ausgestattet und das Kapital wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt.

Wie sicher sind Staatsanleihen?

Anleihen werden in verschiedenen Laufzeiten von zumeist 2 bis 30 Jahren ausgegeben. Lange Zeit galten sie als äußerst sichere Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls als sehr gering betrachtet wurde. Mit der Schuldenkrise in Europa ist dieses Bild aber ins Wanken geraten.

Woraus ergibt sich der Zins?

Als Zinszahlung erhält der Anleger die Rendite oder den Effektivzins. Dieser ergibt sich aus dem im Vorhinein festgelegten Zins der Anleihe (Kupon) und dem von ihm gezahlten Marktpreis (Kurs) des Papiers. Sinkt die Nachfrage und damit der Kurs der Anleihe, steigt die Rendite.

Nach Einschätzung von Analysten würde die makroökonomische Situation des Landes einen solchen Schritt nicht rechtfertigen. Sie halten eine Herunterstufung deshalb für wenig wahrscheinlich. Die politisch angespannte Lage in der Ukraine kurz vor der Parlamentswahl und der Verfall des Ölpreises macht die Investoren allerdings nervös.

Im April hatte S&P bereits wegen der massiven Kapitalflucht aus Russland den Daumen gesenkt, die Agentur Moody's hatte ihr Rating im Oktober auf Baa2 nach zuvor Baa1 heruntergesetzt.

Von

rtr

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