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15.01.2010

10:14 Uhr

Bonitätsnote

Standard & Poor’s senkt Rating für Kalifornien

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat zum zweiten Mal in weniger als einem Jahr die Bonitätsnote von Kalifornien heruntergesetzt. Der Grund: Die Analysten sehen zu hohe Risiken und erwarten Kursrückschläge. Der chronisch klamme US-Bundesstaat kämpft damit, ein Haushaltsloch von voraussichtlich 20 Mrd. Dollar zu stopfen.

Das wird Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger nicht gefallen: Anlagestrategen meiden Papiere seines Bundestaates. ap

Das wird Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger nicht gefallen: Anlagestrategen meiden Papiere seines Bundestaates.

Bloomberg SAN FRANCISCO. Keine guten Noten für Kalifornien: Standard & Poor’s (S&P) senkte das Rating für Obligationen des Sonnenstaats im Volumen von 64 Mrd. Dollar um eine Stufe auf „A-“, das liegt vier Stufen über dem sogenannten „Schrott-Niveau“. Kalifornien ist der größte Schuldner am amerikanischen Markt für Kommunalanleihen. Die Ratingagentur erklärte zur Begründung, Gouverneur Arnold Schwarzeneggers Plan zum Abbau des Hauhaltsdefizits verlasse sich zu sehr auf wenig erfolgversprechende Vorschlägen.

Zuletzt hatte S&P im Februar 2009 das kalifornische Rating gesenkt, die beiden anderen Agenturen, Moody’s Investors Service und Fitch Ratings, folgten nach. Zu der Zeit hatten sich die kalifornischen Politiker völlig festgefahren in Verhandlungen über einen Ausgleich des Haushaltsdefizits von damals 46 Mrd. Dollar. „Das ist ein Déja-vu“, sagt Kenneth Naehu, der bei Bel Air Investment Advisors Investments in Los Angeles Investments in Kommunalanleihen betreut.

Schwarzeneggers Haushaltsplan sieht Ausgabenkürzungen von 8,5 Mrd. Dollar vor, zusätzlich zu den 30 Mrd. Dollar, die im Vorjahr gestrichen wurden. Von Washington forderte Schwarzenegger die Rückzahlung von Geld, das Kalifornien in den Bereichen Gesundheit und Bildung sowie für die Inhaftierung illegaler Immigranten in kalifornischen Gefängnissen ausgegeben hatte.

Investoren machen sich Sorgen

Wenn er diese Kosten erstattet bekäme, die nach Schwarzeneggers Auffassung Kalifornien zustehen, dann reduziere sich das Defizit um weitere sieben Mrd. Dollar. Die Chancen des 62-jährigen republikanischen Gouverneurs, seine Forderungen durchzusetzen, beurteilte der Analyst Mac Taylor als gering.

Gleichzeitig hat Kritik vonseiten der Demokraten, die in beiden Häusern des kalifornischen Parlaments die Mehrheit besitzen, die Besorgnis von Investoren verstärkt. Sie befürchten, dass ein langer politischer Streit über den Haushalt mit einem Volumen von 82,9 Mrd. Dollar viel Geld abfließen lassen wird, ebenso wie im Vorjahr. Der Bundesstaat hat bereits angekündigt, dass Kalifornien ab März nicht mehr alle seine Rechnungen bezahlen wird, damit ein Mindestmaß an flüssigen Mitteln von 2,5 Mrd. Dollar nicht unterschritten wird.

George Strickland, der für Thornburg Investment Management in Santa Fe, Neu Mexiko, in Kommunalanleihen investiert, meidet kalifornische Papiere. Er befürchtet, dass die politischen Querelen über den Haushalt die Kurse drücken werden, vor allem wenn sich der Streit erneut bis Mitte des Jahres hinzöge. „Im Vergleich dazu würden die Vorgänge des letzten Jahrs gar nicht mehr so schlecht aussehen“, sagte er. „Für einige Investoren wird es gespenstisch.“

Moody’s hatte das Rating für Kalifornien im März und Juli vergangenen Jahres schon herabgesetzt auf „Baa1“, drei Stufen über „Schrott“. Fitch senkte seine Bonitätseinschätzung 2009 sogar dreimal auf nunmehr „BBB“, das liegt gerade noch zwei Stufen über „Ramsch“, wie der kalifornische Finanzminister Bill Lockyer mitteilte.Bloomberg

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