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08.11.2013

14:48 Uhr

Bonitätsnote

S&P senkt Rating für Frankreich auf AA

Frankreichs Regierung kämpft gegen die Arbeitslosigkeit, doch die Reformen sind nicht ausreichend. Deswegen hat die Ratingagentur S&P die Bonität von Frankreich gesenkt. Eine weitere Herabstufung droht vorerst nicht.

Angestellte des französischen Unternehmens Alcatel Lucent demonstrieren gegen Jobstreichungen. Für Frankreich wird Arbeitslosigkeit ein immer größeres Problem. S&P reagierte und stufte die Bonitätsnote von Frankreich herab. dpa

Angestellte des französischen Unternehmens Alcatel Lucent demonstrieren gegen Jobstreichungen. Für Frankreich wird Arbeitslosigkeit ein immer größeres Problem. S&P reagierte und stufte die Bonitätsnote von Frankreich herab.

SydneyFrankreich gerät in der Euro-Schuldenkrise zunehmend unter Druck. Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) griff die Wirtschaftspolitik von Präsident Francois Hollande scharf an und stufte die Bonität des Landes erneut herunter. Die eingeleiteten Reformen seien nicht ausreichend, um mittelfristig für deutlich mehr Wachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone zu sorgen, erklärte die an den Finanzmärkten sehr einflussreiche Agentur am Freitag. Die hohe Arbeitslosenquote von elf Prozent schwäche den Willen für umfassendere Reformen.

Frankreich wies die Kritik umgehend zurück. Hollande sagte, seine Regierung werde sparen, ohne jedoch den Sozialstaat zu gefährden. Finanzminister Pierre Moscovici wurde deutlicher: „Während der vergangenen 18 Monate hat die Regierung weitreichende Reformen eingeleitet, die die Wirtschaftslage Frankreichs verbessern, die Staatsfinanzen in Ordnung und die Wettbewerbsfähigkeit wieder herstellen sollen.“ S&P unterschätze die Fähigkeit des Landes, sich zu wandeln und wieder aufzurichten. Auch die Bundesregierung sprang der französischen Regierung bei.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

Frankreich hat in den vergangenen Jahren wirtschaftlich den Anschluss an Deutschland verloren. Unter anderem der starre Arbeitsmarkt und das frühe Renteneintrittsalter werden immer wieder als Gründe dafür genannt. Die Regierung in Paris rechnet dieses Jahr nur mit einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent. 2014 sollen es dann 0,9 Prozent sein - deutlich weniger als zuvor prognostiziert und in etwa nur halb soviel wie in Deutschland erwartet wird. Immerhin hatte die französische Wirtschaft im Sommer die Rezession hinter sich gelassen und war überraschend stark um 0,5 Prozent gewachsen. Das war das stärkste Plus seit dem Amtsantritt von Hollande im Frühjahr 2012. Vor allem der private Konsum war dabei die Stütze.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

08.11.2013, 11:04 Uhr

Völlig wurscht, wie das Ranking ist!

Die EZB druckt bereitwillig für die sozialistischen Prasser in Frankreich Geld und Oma Müller bezahlt die ganze Orgie, indem ihr Sparbuch von der Inflation aufgefressen wird. Aber Oma Müller beschwert sich ja auch nicht und wählt weiter Blockparteien. Also IMHO völlig gerecht!

Account gelöscht!

08.11.2013, 18:01 Uhr

Das kann/darf doch nicht sein!
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Hollande ist doch Sozialist , und Sozialisten sind doch per se Gutmenschen!
Und "La Grande Nation" ist doch die Führungsmacht des ClubMed!
Wie kann sich da eine US-Ratingagentur wie S&P das erdreisten, Frankreich herabzustufen?
Die Ratingagentur S&P sollte erst einmal die USA auf "D" herabstufen.
"La Grande Nation" ist doch das wirtschaftssärkste Land! innerhalb der EU. Sioe ist Exportweltmeister und die Wirtschaft brummt! Und sie haben eine Schuldenquote von 0,00%. Wo? in einem Paralleluniversum.

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