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03.09.2013

07:54 Uhr

Bonitätsnote

S&P stuft Verizon Communications herab

Standard & Poor's hat nach dem Verkauf von Verizon Wireless die Bonitätsnote von Verizon Communications gesenkt. Grund dafür sei der steigende Verschuldungsgrad. 130 Milliarden Dollar kostete die Transaktion.

Für 130 Milliarden Dollar hat Vodafon seine Anteile an Verizon Wireless verkauft. Der Verkauf ist der jüngste in einer Reihe von Transaktionen auf dem amerikanischen Mobilfunkmarkt. AFP

Für 130 Milliarden Dollar hat Vodafon seine Anteile an Verizon Wireless verkauft. Der Verkauf ist der jüngste in einer Reihe von Transaktionen auf dem amerikanischen Mobilfunkmarkt.

Standard & Poor's (S&P) hat unmittelbar nach Bekanntgabe des Verkaufs von Verizon Wireless durch Vodafone die langfristige Bonitätsnote von Verizon Communications von „A-” auf „BBB+“ gesenkt. Begründet wurde dies mit der Erwartung eines steigenden Verschuldungsgrads. Der Ausblick wurde mit „stabil” festgesetzt, was eine weitere Abstufung in nächster Zeit unwahrscheinlicher macht. Die kurzfristige Note blieb unverändert.

Verizon Communications hatte am frühen Montagabend zugestimmt, den 45-prozentigen Anteil an Verizon Wireless von Vodafone Group für 130 Milliarden Dollar zu kaufen. Damit gewinnt der US-Konzern die volle Kontrolle über den profitabelsten US-Mobilfunkanbieter.

Wichtige Fragen und Antworten zum Vodafone-Deal

Was genau hat Vodafone vor?

Vodafone wird Kabel Deutschland komplett übernehmen. Der britische Telekommunikationskonzern hatte dazu 87 Euro je Kabel-Deutschland-Aktie geboten. Damit bewerteten die Briten den deutschen Kabelanbieter mit insgesamt 10,7 Milliarden Euro. Die Übernahme soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen.

Warum ist Vodafone an Kabel Deutschland interessiert?

Kabel Deutschland hat eine gut ausgebaute Infrastruktur: Das Unternehmen ist in 13 der 16 Bundesländer aktiv und hat 8,5 Millionen Kunden. Die Kabel reichen bis in die Wohnungen der Kunden und sind nicht nur für Fernsehen, sondern auch für Internetanschlüsse gut geeignet. Kabel Deutschland bietet schon jetzt Telefon- und Internetanschlüsse. 75 Prozent aller Neukunden hierzulande entscheiden sich bei schnellen Internetanschlüssen mittlerweile für Kabelnetz-Betreiber.

Was ist der Unterschied zwischen DSL- und Kabelanschlüssen?

Technisch ist das natürlich etwas anderes, für den Kunden ist es aber letztlich kein großer Unterschied. Über das Telefon- wie über das Fernsehkabel können Internetdaten übertragen werden. Fernsehkabel sind sogar besonders schnell. Anrufe laufen bei Kabelanschlüssen über Internettelefonie - das ist aber selbst bei Telekom-Anschlüssen mittlerweile teilweise so. Kunden haben weiterhin eine klassische Telefonnummer und ihr normales Telefon.

Was haben die Unternehmen gemeinsam vor?

Die Grundzüge haben Vodafone und Kabel Deutschland bereits in einer „Grundsatzvereinbarung“ geregelt. Kabel Deutschland soll demnach als eigenständiges Unternehmen mit Zentrale in Unterföhring bei München erhalten bleiben. Die Geschäftsfelder sollen aufgeteilt werden: Kabel Deutschland verantwortet das gesamte Festnetz-Geschäft beider Unternehmen; Vodafone soll das Mobilfunk-Geschäft verantworten.

Was bedeutet das für die Kunden von Kabel Deutschland und Vodafone?

Vodafone hat zwar selbst ein Festnetz, das meist entlang der großen Bahnstrecken in Deutschland verläuft. Die letzten Meter der Leitungen bis in die Wohnung der Kunden muss das Unternehmen in den meisten Fällen aber bei der Deutschen Telekom mieten. Wo es geht, sollen die Kunden nun künftig per Fernsehkabel angeschlossen werden. Leitungen von der Telekom wollen die Unternehmen nur noch dort mieten, wo Kabel Deutschland keine Leitungen bis die Wohnung verlegt hat.

Sind auch Bestandskunden von den Änderungen betroffen?

Die Umstellung von der Telefon- auf die Kabeldose wird zunächst vermutlich vor allem Neukunden betreffen. Aber auch alte Kunden sollen voraussichtlich umgestellt werden: „Die Idee ist, unsere Netzinfrastruktur bestmöglich zu nutzen. Dann dürften auch Kunden migriert werden“, sagt eine Kabel-Deutschland-Sprecherin. Denkbar ist ebenso, dass Nutzer des Kabel-Deutschland-Internetangebotes, das bislang im Netz von O2 (Telefónica) betrieben wird, dann auf Vodafone umgestellt werden.

Die Boards der beiden Unternehmen haben der Transaktion zugestimmt, wie es in einer Mitteilung hieß. Das Geschäft solle im ersten Quartal 2014 abgeschlossen werden. Verizon werde 58,9 Milliarden Dollar in bar und 60,2 Milliarden Dollar in Aktien zahlen. Damit endet eine mehr als ein Jahrzehnt währende Partnerschaft, die Vodafone hohe Dividenden einbrachte.

Verizon und Vodafone versuchten seit Jahren, ihre Beziehung zu klären – die Optionen reichten von einem Verkauf der Tochter bis hin zu einer vollen Fusion der beiden Konzerne, sagten mit dem Thema vertraute Personen. Verizon, die 55 Prozent an Verizon Wireless hält, bestimmt, ob und wann die Tochter Dividenden an ihre Aktionäre ausschüttet.

Ein Verkauf von Verizon Wireless ist der jüngste in einer Reihe von Transaktionen auf dem amerikanischen Mobilfunkmarkt. Im Mai schloss die Deutsche Telekom die Fusion ihrer Tochter T-Mobile USA mit Metro PCS Communications ab. Im Juli vollzog SoftBank den Erwerb einer Kontrollbeteiligung an Sprint Nextel für 21,6 Milliarden Dollar.

Kommentare (1)

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pro-D

03.09.2013, 09:58 Uhr

Bevor wir uns hier sehr über S&P ereifern, sollten wir aber dran denken, dass die Amis bewusst ihre Rating Agenturen benutzen, um UNS in Europa nieder zu machen.

Kein Land der Welt rauscht im Moment so schnell den Bach heruter, als die USA

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