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02.11.2012

12:24 Uhr

Buchwert gesteigert

Buffett hält, was er verspricht

Wenn Warrren Buffett eine Firma bewertet, dann ist ihm eine Kennzahl besonders wichtig: der Buchwert. Und wie schneidet seine eigene Holding dabei ab? Der Investor hat den Wert von Berkshire zuletzt kräftig gesteigert.

Der US-amerikanische Milliardär Warren Buffett lacht in Omaha, USA, während eines TV-Interviews. dapd

Der US-amerikanische Milliardär Warren Buffett lacht in Omaha, USA, während eines TV-Interviews.

Warren Buffett hat den wert seiner Holding kräftig gesteigert. Bei Berkshire Hathaway steht voraussichtlich der größte Anstieg des Buchwerts je Aktie auf Jahresbasis seit 2010 an. Gewinne aus Investments und übernommenen Unternehmen sowie die Wetten von Konzernchef Buffett mit Aktienderivaten treiben den Wert von Berkshire in die Höhe.

Der Buchwert dürfte um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert geklettert sein auf 111.546 Dollar je Aktie, schätzt Analyst Jay Gelb von Barclays. Cliff Gallant von KBW sieht den Buchwert zum Ende des dritten Quartals bei 110.701 Dollar je Aktie. Berkshire legt seine Quartalszahlen am Freitag nach Handelsschluss in den USA vor.

Diese Aktien hat Buffett im Depot

Aktien im Depot

Berkshire Hathaway, die Holding von Warren Buffett, ist verpflichtet das so genannte Formular 13F zu getätigten Investments bei der US-Börsenaufsicht einzureichen.
Die Mitteilung soll immer innerhalb von 45 Tagen nach Quartalsende erfolgen und alle in den USA gehandelten Aktien, Optionen und Wandelanleihen enthalten.
Nicht ersichtlich wird aus den Aufstellungen, in welche Papiere außerhalb der USA investiert wurde oder wie groß die Barreserven sind. Ebenfalls nicht aufgeführt in der Tabelle sind Optionen, Warrants und Anleihen.

Stand: 30.06.2014, Quelle: Pflichtmitteilung (13F) an US-Börsenaufsicht, Bloomberg

Wells Fargo

Marktwert: 24,3 Milliarden Dollar

Coca Cola

Marktwert: 16,9 Milliarden Dollar

American Express

Marktwert: 14,4 Milliarden Dollar

International Business Mach

Marktwert: 12,7 Milliarden Dollar

Wal Mart

Marktwert: 4,4 Milliarden Dollar

Procter & Gamble

Marktwert: 4,2 Milliarden Dollar

Exxon Mobil

Marktwert: 4,1 Milliarden Dollar

US Bancorp

Marktwert: 3,5 Milliarden Dollar

Moody's

Marktwert: 2,2 Milliarden Dollar

"In diesem Jahr und diesem Quartal hat sich das Aktienportfolio sehr gut entwickelt, und das hat das Unternehmen nach vorne gebracht”, sagte Gallant in einem Telefoninterview mit Bloomberg News. Er rechnet damit, dass die Derivate von Berkshire in dem Quartal Wertzuwächse verzeichnet haben und die Unternehmen im Besitz der Gesellschaft konstante Erträge erzielten.

Den Nettogewinn bei Berkshire sehen Analyst Gelb und seine Kollegen bei 4,11 Milliarden Dollar, das entspricht einem Plus von 80 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Meyer Shields, Analyst bei Stifel Nicolaus & Co., erwartet ein Ergebnis von 3,61 Milliarden Dollar.

Wer ist Warren Buffett?

Die Grundlagen

Warren Buffett, geboren am 30. August 1930 in Omaha, Nebraska, war seit frühester Kindheit von Zahlen fasziniert. Sein Vater besaß ein Lebensmittelgeschäft und war Aktienhändler. Mit acht Jahren las er Bücher über die Börse, mit elf arbeitete er in einem Brokerhaus.

Der Förderer

Buffett verschlang das Buch von Professor Benjamin Graham „Intelligent Investieren“ und ging zu ihm an die Columbia Business School. Graham gefiel der junge Mann auch und er lud ihn ein, mit in seinem Unternehmen zu arbeiten. Als sich Graham 1956 zur Ruhe setzte, ging Buffett mit dem verdienten Geld sowie geliehenem zurück nach Omaha und gründete mit 25 Jahren eine Investment-Beteiligungsgesellschaft.

Buffett Partnership , LTD

Die Gesellschaft hatte sieben Teilhaber, die zusammen gut 100.000 Dollar einzahlten. Sie bekamen jährlich sechs Prozent ihrer Anlagesumme und 75 Prozent des Gewinns. Die übrigen 25 Prozent gingen an Buffett.

Der Aufstieg

Obwohl der Dow Jones in fünf der nächsten 13 Jahre fiel, vermehrte er das Geld um knapp 30 Prozent jährlich. Kein Wunder, dass immer mehr bei ihm investieren wollten. 1962 begann er außerdem, Aktien von Not leidenden Firmen zu kaufen. So auch die einer Textilfirma namens Berkshire Hathaway.

Berkshires Umwandlung

Nachdem sich die Buffett Partnership aufgelöst hatte und alle Gesellschafter ausgezahlt worden waren, übernahm Buffett Berkshire Hathaway mit seinem Anteil von 25 Millionen Dollar. Damit begann eine Erfolgsgeschichte, die inzwischen 40 Jahre währt und legendär geworden ist. Berkshire wurde von der Textilfirma zur Beteiligungsgesellschaft.

Buffetts Bilanz

Buffetts wesentliches Ziel war lange Jahre, den Buchwert von Berkshire Hathaway um jährlich 15 Prozent zu steigern. Doch das übertraf er bei weitem. Innerhalb von 40 Jahren steigerte sich das Eigenkapital zudem von 22 Millionen Dollar auf 69 Milliarden Dollar, der Buchwert pro Aktie von 19 auf knapp 60.000 Dollar. Dabei unterliegt Berkshire Hathaway der Einkommen- wie auch der Kapitelertragsteuer.

Das Prinzip

Buffett mag es, „Gewissheiten mit Abschlag“ zu kaufen, wie er es formuliert. Ihm liegt also viel daran, dass die Vorhersehbarkeit der Entwicklung eines Unternehmens vorhanden ist. Und Buffett kauft nur dort, wo er das Geschäftsmodell vollkommen versteht. Das nennt er „Kompetenzradius“. Ihm liegt viel an geringen Schulden, hoher Kapitalrendite und einer guten Führungsmannschaft.

Das Dilemma

Buffett hat sehr oft ein Problem: Die Aktien, die er kaufen will, werden nur selten mit Preisabschlägen gehandelt. Zumindest in den Branchen, wo sein „Kompetenzradius“ liegt. So viel Glück wie bei Amex hat man eben nur selten.

American Express

Das erste und wichtigste Investment war American Express (Amex). 1962 fiel die Aktie der Kreditkartenfirma nach einem Skandal über Nacht von 65 auf 33 Dollar. Buffett hielt Amex grundsätzlich aber für stark und handelte zielstrebig. Er nahm 13 Millionen Dollar in die Hand – immerhin 40 Prozent des Gesamtvermögens seiner Gesellschaft. Der Börsenkurs stieg und Buffett sackte allein in den ersten beiden Jahren einen Profit von 20 Millionen Dollar ein.

Das Versicherungsgeschäft

Im März 1967 kauft Berkshire Hathaway für 8,6 Millionen Dollar Aktien von zwei Versicherern: National Indemnity Company und National Fire and Marine Insurance Company. Es war der Beginn einer phänomenalen Erfolgsstory in dieser Branche. Sie passte perfekt zu Buffetts Anlagestrategie. Es folgten weitere Zukäufe, unter anderem auch bei Rückversichern wie General Re. 

Washington Post

Buffetts Geschichte mit dem Medienkonzern ist in zweifacher Hinsicht eine besondere: Zum einen half er der Geschäftsführung in schwierigen Zeiten entscheidend weiter, zum anderen mehrte der spätere Erfolg sein Vermögen. Die Investition hat sich ungefähr verfünfzigfacht. Aber vor allem „zementierte“ die Post laut Finanzjournalisten Buffetts Ruf als „Meister-Investor“ in den 70er-Jahren.

Coca-Cola

Buffett liebte Coca-Cola seit Leben lang. Doch die ersten Aktien kaufte er erst 1988. Das Unternehmen passt perfekt zu Buffetts Vorliebe, große Kapitalmengen mit hoher Investitionsrendite einsetzen zu können. Die bekannteste Marke der Welt ist für Bufett auch das wertvollste Geschäftskonzept der Welt. Cherry Coke ist heute übrigens das offizielle Getränk der Hauptversammlungen von Berkshire Hathaway.

Gillette

Rasierklingen brauchen die Menschen auch in Krisenzeiten. Buffetts Interesse an Gillette erwachte in den 80er-Jahren. Damals galt das Unternehmen an der Wall Street als reifes, langsam, aber stetig wachsendes Unternehmen – also perfekt für eine Übernahme durch Berkshire Hathaway. Als Gillette 1991 einen Aktiensplit vornahm, bekam Berkshire Hathaway für seine Vorzugsaktien elf Prozent der Stammaktien. Der Wert der Investition stieg innerhalb von zwei Jahren von 600 Millionen auf 875 Millionen Dollar.

Fruit of the Loom

Fruit of the Loom gehört seit 2002 zu Berkshire Hathaway. Das Unternehmen stellt rund ein Drittel der Herren- und Jugendwäsche her, die in den USA verkauft wird. Buffett gab 835 Millionen Dollar für Fruit of the Loom aus.

Clayton Homes

Ebenfalls im Jahr 2002 entschied sich Buffett, Clayton Homes zu übernehmen. 1966 durch den Sohn eines Farmpächters gegründet, ist das Unternehmen heute der größte Fertighaushersteller der USA. Die Idee entstand übrigens auch, weil sich Buffett über die „fürchterlichen Verbraucherfinanzierungs-Praktiken“ aufregte.

Wells Fargo

Im Oktober 1990 hat Berkshire Hathaway für 289 Millionen Dollar Aktien an Wells Fargo erworben. Das war damals sehr mutig, denn viele „Bären“ an der Wall Street wetteten auf den Niedergang der kriselnden Bank aus San Francisco. Doch Wells Fargo überstand die kritische Phase und war 2003 die einzige US-Bank mit dem Top-Kreditrating AAA.

Berkshire-Chef Buffett streicht die Zahl zum Buchwert auf der ersten Seite seines Jahresberichts hervor und hat sie als die beste Näherung für den inneren Wert der Aktie bezeichnet.

"Der Buchwert ist eine Zahl, an der man sich festhalten kann", sagt auch Shields von Stifel Nicolaus. Er geht davon aus, dass die Zahl in diesem Quartal auf 110.490 Dollar je Aktie gestiegen ist. “Der Buchwert ist eine ziemlich vernünftige Beschreibung des Wertes, den der Markt Berkshire zumisst.”

Die A-Aktie von Berkshire hat seit Jahresanfang 13 Prozent gewonnen auf 129.505 Dollar. Zum Vergleich: Der Benchmarkindex Standard & Poor's 500 kommt auf ein Plus von 12 Prozent.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

02.11.2012, 12:38 Uhr

"größte Anstieg des Buchwerts je Aktie auf Jahresbasis seit 2010"
Aehm wir haben erst 2012, d.h. so groos ist der Zeitraum hier gar nicht

Account gelöscht!

02.11.2012, 12:52 Uhr

ja, ist das nicht ein toller weiterer Rekord - seit 2010!!! Rekord über Rekord! Man sieht auch daran, mit der Konjunktur geht es eindeutig aufwärts. Alles wird wieder gut!
Buffets Berkshire Aktie "verspricht" schon lange nichts (seit über einem Jahrzehnt). Da kann man auch nicht enttäuschen. Keine Ahnung, warum dieser Hedgefondmanager so gehyped wird (vielleicht weil er 2008 Goldman Sachs ausgeholfen hat?).
Buchwerte, insbesondere von Finanzunternehmen (Beteiligungsunternehmen), sind Schall-und-Rauch (Stichwort Buchungsregeln).
Darüberhinaus: man kontrastierte dies einmal mit Buffets "Erzfeind" Gold, indem man den Berkshire-Chart in Gold ausdrückt.

Kaesblatt

02.11.2012, 13:44 Uhr

"Wenn Warrren Buffett eine Firma bewertet, dann ist ihm eine Kennzahl besonders wichtig: der Buchwert."

Wieder einmal ein Artikel in typischer Handelsblattqualität, in dem neben Rechtschreibschwächen gleich in den ersten Zeilen deutlich wird, dass der Autor sich noch nicht einmal oberflächlich mit dem Thema befasst hat.

Peinlich.

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