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26.01.2012

11:40 Uhr

Buffetts Strategie

Auf der Spur des Superinvestors

VonJörg Hackhausen, Christian Panster

Welcher Anleger will nicht wie Warren Buffett sein? Der Investor ist schon zu Lebzeiten eine Legende. Die Neuauflage eines Ratgebers erklärt, wie Buffett wurde, was er ist - und was sich Anleger von ihm abschauen können.

Der Milliardär von nebenan - Warren Buffett hat Fans auf der ganzen Welt. Reuters

Der Milliardär von nebenan - Warren Buffett hat Fans auf der ganzen Welt.

Düsseldorf, FrankfurtWarren Buffett ist eine Legende, schon zu Lebzeiten. Ein Phänomen. Nicht weil er in den vergangenen Jahrzehnten so viele Dollar gesammelt hat. Sondern weil er der wohl beliebteste Milliardär der Welt ist. Bei ihm verwandelt sich Neid in Bewunderung. Seine Fans – vom Kleinanleger bis zum Börsenprofi – nennen ihn ein Genie. Buffett ist nicht einfach nur reich, er wird verehrt. Vielleicht liegt es daran, dass die Menschen ihn als einen der ihren sehen, dass sie seine klaren Ansagen verstehen. Ein typischer Satz von Buffett: „Ich stecke beträchtliche Summen in wenige Dinge.“

Buffetts Erfolgsgeschichte ist die Geschichte eines kleinen Jungen aus Omaha im US-Bundesstaat Nebraska, der Cola für 25 Cent im Sechserpack kauft und die einzelnen Flaschen dann für jeweils fünf Cent wieder verkauft. So verdient der kleine Warren sein erstes Geld. Fünf Cent je Sechserpack.

Der junge Buffett gilt als Sonderling, seine Mitschüler hänseln ihn; beim Sport wird er stets als letzter in die Mannschaft gewählt. Dabei liebt er Baseball. Sein Selbstvertrauen zieht Buffett aus Zahlen. Es gibt wenige Dinge, die er nicht berechnet. Gewinne aus seinem Cola-Geschäft, Wahrscheinlichkeiten, später dann den Wert ganzer Konzerne. Zahlen bestimmen sein Leben. Als er und seine spätere Frau Susie ein Paar werden, sagt er zu seiner Tante: „Die Dinge im Bereich Mädchen sind auf einem Allzeithoch.“ Seine Verschrobenheit macht ihn sympathisch.

Diese Aktien hat Buffett im Depot

Aktien im Depot

Berkshire Hathaway, die Holding von Warren Buffett, ist verpflichtet das so genannte Formular 13F zu getätigten Investments bei der US-Börsenaufsicht einzureichen.
Die Mitteilung soll immer innerhalb von 45 Tagen nach Quartalsende erfolgen und alle in den USA gehandelten Aktien, Optionen und Wandelanleihen enthalten.
Nicht ersichtlich wird aus den Aufstellungen, in welche Papiere außerhalb der USA investiert wurde oder wie groß die Barreserven sind. Ebenfalls nicht aufgeführt in der Tabelle sind Optionen, Warrants und Anleihen.

Stand: 30.06.2014, Quelle: Pflichtmitteilung (13F) an US-Börsenaufsicht, Bloomberg

Wells Fargo

Marktwert: 24,3 Milliarden Dollar

Coca Cola

Marktwert: 16,9 Milliarden Dollar

American Express

Marktwert: 14,4 Milliarden Dollar

International Business Mach

Marktwert: 12,7 Milliarden Dollar

Wal Mart

Marktwert: 4,4 Milliarden Dollar

Procter & Gamble

Marktwert: 4,2 Milliarden Dollar

Exxon Mobil

Marktwert: 4,1 Milliarden Dollar

US Bancorp

Marktwert: 3,5 Milliarden Dollar

Moody's

Marktwert: 2,2 Milliarden Dollar

Mit 13 verkündet Buffett, dass er Millionär sein will, noch vor seinem 30. Geburtstag. Später wird aus ihm einer der reichsten Männer der Welt, weil er Aktien von Unternehmen findet, die eigentlich sehr viel mehr wert sind als der Kurs, zu dem er kauft. Keiner ist dabei so erfolgreich wie Warren Buffett.

Trotz des vielen Geldes ist er immer bescheiden geblieben. Buffett wohnt in keiner Luxusvilla, sondern noch immer in seinem kleinen Häuschen in Omaha, das er 1958 für rund 30.000 Dollar erstand. Er isst Burger und trinkt Cherry-Cola, statt Kaviar und Champagner. Über seine Anzüge sagt er, dass sie nicht so billig seien wie sie aussähen. Sondern nur an ihm so wirkten.

An der Geschichte von Warren Buffett haben schon viele geschrieben – und es ist immer wieder ein Vergnügen, sie zu lesen. In Deutschland ist kürzlich ein weiteres Buch über den Superinvestor auf den Markt gekommen, genauer gesagt eine neue Auflage dieses Werkes: „Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie.“ von Robert G. Hagstrom. In den Vereinigten Staaten ist das Buch fast schon so etwas wie ein Klassiker. Die erste Ausgabe erschien in den 1990er-Jahren, insgesamt verkaufte sich das Buch mehr als eine Million Mal. Originaltitel: The Warren Buffett Way.

Echte Anleger sind...

...gelassen

"Sie wissen, dass Aktienkurse von allen möglichen unvernünftigen Kräften beeinflusst werden, dass sie ebenso fallen wie steigen können und dass das auch für Aktien gilt, die sie selbst besitzen. Wenn das passiert, reagieren sie darauf mit Gleichmut. Sie wissen, dass der Preis wieder zurückkommt, solange das Unternehmen die Eigenschaften behält, die sie als Anleger zunächst angezogen hatten."

...geduldig

"Anstatt sich von der Begeisterung der Menge mitreißen zu lassen, warten echte Anleger die richtige Gelegenheit ab. Sie sagen öfter Nein als Ja."

...rational

"Sie gehen auf der Basis klaren Denkens an den Markt und die Welt heran. Sie sind weder übermäßig pessimistisch noch irrational optimistisch; sie sind vielmehr logisch und rational."

Quelle: Robert G. Hagstrom, "Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie.", Börsenbuchverlag 2011.

Hagstrom ist selbst Investor, ein Profi. Er kennt sich an der Börse aus - und er ist von Buffett begeistert. In jeder Zeile steckt Bewunderung - wenn es um den Menschen Buffett geht, und erst recht, wenn Hagstrom über die Anlagestrategie schreibt.

Kommentare (8)

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26.01.2012, 12:45 Uhr

Wer sich etwas Zeit nimmt, lernt etwas über die grundsätzlichen Regeln für ein erfolgreiches Investment - für welche persönlichen Ziele auch immer. Es gibt für jeden die richtige Strategie! Und es gibt keine absolute Sicherheit, selbst die Einlagensicherung hat bei einer wirklich tiefen Bankenkrise keine Wirkung, da viel zu viel virtuelles Geld da ist! Wenn man das einmal verstanden hat, hat man schon viel gewonnen!

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26.01.2012, 13:03 Uhr

Das Buch von Hagstrom ist durchaus lesenswert. Insbesondere was die fokussierte Anlagestrategie betrifft. Nur wenige Gute ins Töpfchen.
Noch besser: Wertpapieranalyse und "Der intelligente Investor" von Buffets Lehrmeister Benjamin Graham. Und da gibt es auch noch Peter Lynch. "Der Börse einen Schritt voraus". Sehr gutes Buch auch für Einsteiger. Mein Lieblingsbuch, weil sehr leicht verständlich Buffets, Grahams und Lynchs Strategien erklärt werden, sind "die besten Anlage-Strategien" von Volker Gelfarth.
Kostolany ist die Kür, weil unterhaltsam. Und als Nachspeise "Technische Analyse" von John Murphy. Bringt Schwung ins Depot. Natürlich gibt es noch mehr richtig gute Lektüre zu diesem Thema, aber diese Bücher haben mir sehr geholfen. Und ich lese sie immer wieder und frische mein Wissen auf.

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26.01.2012, 14:58 Uhr

Ich habe die alte Auflage von Hagstorms Buch gelesen. In der Tat das Buch ist lesenswert. Hagstrom versucht Buffets Strategien aus einer akademischen Sicht zu erklären. Mit anderen Worten er interpretiert Buffet aus seiner Sicht. Sein Rechenmodell, welches er glaubt von Buffet zu sein, ist allerdings mit Vorsicht zu genießen. Ich habe es bei vielen Unternehmen ausprobiert und festgestellt, dass die Unternehmen zu teuer berechnet werden, als sie tatsächlich Wert sind. Das Problem liegt bei der Abzinsungsfaktor, welches Hagstrom vorschlägt.( Er nimmt den Zinssatz der 10jährigen US-Anleihen).Leider sehr irreführend für angehende Investoren, die Buffet als Vorbild haben wollen. Buffets Analysen sind kompliziert, auch wenn er persönlich behauptet, es sei sehr leicht. Allein das Management oder die Zukunftsaussichten eines Unternehmen zu analysieren ist eine Kunst für sich.

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