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30.01.2007

06:14 Uhr

Bulle & Bär

Auf Hoch folgt Tief

VonAxel Granzow

Deutschlands größter Baukonzern Hochtief ist einmal mehr Deutschlands beliebtestes Übernahmeziel. Gleich zwei Wirtschaftsmagazine haben Gerüchte über ein Interesse des australischen Finanzinvestors Macquarie an dem Baukonzern mit attraktiven Töchtern in Übersee und hübschen Flughafenbeteiligungen „aufgewärmt“.

DÜSSELDORF. Hochtief drohe die Zerschlagung, heißt es. Eine Übernahme durch Macquarie könnte durchaus Sinn machen. Die Investmentbank ist bereits stark im Geschäft mit dem Betrieb von Infrastrukturprojekten wie Flughäfen engagiert. Hochtief-Töchter wie Turner in den USA und Leighton in Australien könnten versilbert werden.

Doch das Übernahme-Gerücht ist nicht neu. Macquarie galt bereits vor zwei Jahren als Hochtief-Interessent. Und damals wäre die Übernahme wesentlich preisgünstiger gewesen. Der Börsenwert von Hochtief hat sich seit Mitte 2005 auf 4,3 Mrd. Euro verdoppelt.

Trotzdem haben die Spekulationen über den Einstieg der „Heuschrecke“ neue Nahrung erhalten. Hochtief-Großaktionär Custodia, hinter dem der Milliardär August von Finck steht, hatte im Dezember angekündigt, den Verkauf seiner 25,1-Prozent-Beteiligung an Hochtief „im Hinblick auf die günstige Verfassung der Kapitalmärkte“ zu prüfen.

Kein Wunder: Custodia könnte durch den Verkauf des Aktienpakets einen Kurszuwachs von rund 50 Prozent realisieren. Der Gesamterlös läge bei fast 1,1 Mrd. Euro. Und der Kurs des Hochtief-Wertpapiers steigt weiter. Händler sagen, dass in der Vorwoche bereits Ziele von 75 Euro je Hochtief-Aktie herumgereicht worden seien. Institutionelle Anleger kaufen zu: Erst kürzlich meldete der britische Finanzkonzern Schroders, dass er die Drei-Prozent-Schwelle überschritten hat. Schroders hält jetzt knapp vier Prozent an Hochtief. Allein am Freitag wechselten mit 1,6 Millionen Aktien etwa fünf- bis sechsmal so viele Papiere den Besitzer wie an normalen Börsentagen. Am Montag legte der Kurs der Hochtief-Aktie erneut deutlich zu.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: Denn Custodia dürfte das größte Interesse an den Gerüchten haben. Der Kurs und damit der Kaufpreis für die Hochtief-Aktien des Milliardärs steigt täglich. Ist Custodia möglicherweise sogar Urheber der Gerüchte? Zumal sich die Verantwortlichen vor einer Stellungnahme drücken? Doch Übernahmekandidaten für Hochtief dürften vom hohen Kaufpreis eher abgeschreckt werden. Denn das Geschäft wird damit für die „Heuschrecken“ von Tag zu Tag weniger interessant.

Die Vermögensverwalter von August von Finck wollen die Hochtief-Papiere daher offenbar in kleinen Häppchen auf den Markt werfen, um dann Höchstpreise zu kassieren. Zudem ist von Finck Hochtief traditionell verbunden und dürfte kein Interesse an einer Zerschlagung haben. Doch was passiert, wenn die Blase platzt?

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