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02.09.2011

08:37 Uhr

Bulle & Bär

Der teure Schutz vor der Pleite

VonMatthias von Arnim

Die Schuldenkrise in Europa und Amerika belastet die Banken und birgt auch für Anleger enorme Risiken. Diese können sich gegen den Ausfälle der Institute absichern. Die Kosten dafür sind allerdings enorm.

Frankfurt bei Nacht: Die Schuldenkrise sorgt bei Bankern wie Anlegern für schlaflose Nächte. dpa

Frankfurt bei Nacht: Die Schuldenkrise sorgt bei Bankern wie Anlegern für schlaflose Nächte.

Die Schuldenkrise in Europa und den USA wird in die Bilanzen der Banken Löcher reißen. Jetzt sind diese noch nicht in vollem Umfang sichtbar. Aber es könnte durchaus sein, dass die eine oder andere Bank in ernsthafte Schwierigkeiten gerät. Für Anleger, die Anlagezertifikate betroffener Banken im Depot haben, wäre das keine angenehme Situation. Denn egal, ob die Anleger in Zertifikate auf zyklische Werte, Währungsrelationen oder vermeintlich sichere Häfen wie Gold investiert haben, liegen in ihren Depots letztlich doch nur Schuldverschreibungen.

Ob es im Zweifelsfall zur Auszahlung dieser Papiere kommt, liegt nicht nur an der Entwicklung des jeweiligen Basiswerts, sondern auch an der Zahlungsfähigkeit des Emittenten. Je mehr Anleger sich dessen bewusst werden und Angst vor Zahlungsausfällen bekommen, desto größer ist die Gefahr, dass mit zunehmender Skepsis den Bankbilanzen gegenüber eine schleichende Flucht aus Zertifikaten einsetzt.

Halbherzige Markteinführung
Solch eine denkbare Situation wäre im Vorfeld zu vermeiden gewesen. Die Lösung: die Einführung von besicherten Zertifikaten, also Papieren, die auch dann ihren Wert behalten, wenn der Emittent in Konkurs geht. Es könnte sich nun rächen, dass die Versuche, solche Zertifikate im Markt zu etablieren, nur halbherzig waren. Dabei ist die Idee, die Auszahlung von Zertifikaten dadurch zu garantieren, dass man als Emittent Sicherheiten dafür hinterlegt, sehr gut. Warum hat sich die Idee nicht durchgesetzt?
Sicherlich lag es zum Teil daran, dass Anleger nur auf die Kosten sahen und die Produkte verschmähten. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Anleger hatten auch andere Gründe, die Produkte nicht anzunehmen. Ein Grund: Die
Ein weiteres Manko war und sind die Definitionen davon, was als Besicherung hinterlegt werden darf. Maßstab dafür ist die Definition der EZB, die sagt, welche Anleihen als erstklassig gelten.

Diese Definition aber ist seit einiger Zeit windelweich. Es soll vorgekommen sein, dass Emittenten als Sicherheit für ihre „besicherten“ Zertifikate Anleihen hinterlegt haben, die bei Lichte besehen dem Verständnis von „sicher“ vermutlich nicht standhalten würden. Was aber vor allem fehlte, war der Mut, Anlegern zu vermitteln, dass Sicherheit einen Preis hat.

Und dass es sinnvoll sein kann, diesen Preis zu zahlen. Interessant wird es in diesem Zusammenhang sein, die weitere Entwicklung des schweizerischen Emittenten EFG zu verfolgen: Die Schweizer wollen sich mit besicherten Produkten im deutschen Markt etablieren. Gelingt das, wäre das ein Gewinn und eine Chance für die ganze Branche. Denn dann würde das Thema noch einmal neu diskutiert werden.

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