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15.03.2012

10:45 Uhr

Bulle & Bär

Die Wortmonster der Krise

VonIngo Narat

Mit der Schuldenkrise zogen neue Kürzel ein in die Welt der Anleger. EFSF, Target 2 und CDS bestimmen jetzt die Finanzbranche und verunsichern Aktienkäufer. Doch die Krise ist nicht so kompliziert wie ihre Abkürzungen.

EFSF - eine Abkürzung, die bedrohlich wirkt. Sie steht für „European Financial Stability Facility“ - zu deutsch: Europäische Finanzstabilisierungsfazilität. Hinter sperrigen Begriff steckt ein Rettungsschirm , der Krisenstaaten mit billigen Anleihen aushelfen sollen. Die stabilen Euro-Länder bürgen dafür. dapd

EFSF - eine Abkürzung, die bedrohlich wirkt. Sie steht für „European Financial Stability Facility“ - zu deutsch: Europäische Finanzstabilisierungsfazilität. Hinter sperrigen Begriff steckt ein Rettungsschirm , der Krisenstaaten mit billigen Anleihen aushelfen sollen. Die stabilen Euro-Länder bürgen dafür.

FrankfurtDer Anleger ficht einen scheinbar aussichtslosen Kampf. Täglich prasseln Finanznachrichten auf ihn ein, die von verbalen Ungetümen nur so strotzen. Völlig unverständliches Kauderwelsch. Wer kann da noch sinnvolle Entscheidungen treffen? Man möchte eher die weiße Fahne hissen.

Es sind die Wortmonster 2.0, die jetzt die Herrschaft übernommen haben. Es heißt Abschied nehmen von der ersten Generation der angsteinflößenden Kürzel aus der frühen Phase der Finanzkrise. Damals erzeugten ABS, CDO oder SPV kalte Schauder. Heute besorgen das die Rettungsschirme EFSF und ESM, EZB-Geld Marke LTRO, Kredite aus Target 2 oder so pseudo-originelle Begriffe wie der Hair-Cut. Alles klar? Nein, alles unklar!

Der Anleger muss sich durchwurschteln, oder er verliert sich im verbalen Gestrüpp. Dabei ist die Welt keineswegs so kompliziert, wie es ihm die Finanzbranche vormachen will. Im Kern geht es nur darum: Es gibt zu viel Kredit hier, zu viele Schulden dort. Jetzt gilt es, die Exzesse der vergangenen Jahrzehnte zu bereinigen.

Unter diesen schwierigen Bedingungen möchte man professionellen Investoren größere Erfolgschancen einräumen als Privatanlegern. Das könnte ein Fehlschluss sein. Ein Fondsmanager oder Chefstratege einer Pensionskasse tritt mit Handicaps an. Er muss regelmäßig Erfolge liefern, ansonsten sind die Kunden und der Job weg.

Kommentare (1)

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merinao

15.03.2012, 14:34 Uhr

Die Wortmonster scheinen ansteckend zu sein. Was, bitte, ist Geduldigkeit? Früher hieß das Geduld.

merinao

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