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23.05.2012

16:05 Uhr

Bulle und Bär

Facebook-IPO ohne Folgen für andere

VonChristian Schnell

Bis zur Sommerpause könnten noch einige Unternehmen an die deutsche Börse gehen. Dass Facebooks verpatztes Debüt diese Pläne nun zunichte macht, ist unwahrscheinlich.

Facebook-Aktie Sinkflug: Der Fall sollte keine Folgen für die kommenden Börsenkandidaten haben. dpa

Facebook-Aktie Sinkflug: Der Fall sollte keine Folgen für die kommenden Börsenkandidaten haben.

FrankfurtDie Börsenwelt spricht über Facebook. Aus Häme und Schadenfreude über die Kursentwicklung nach dem Börsengang. Aber auch, weil viele jetzt wieder Kollateralschäden für den gesamten Markt der Börsenneulinge erwarten. Das gilt auch in Deutschland.

Nun mögen Zyniker nicht ganz zu Unrecht die Frage stellen, wie denn irgendetwas Schaden nehmen kann, das es gar nicht gibt. Ist doch der letzte erwähnenswerte Börsengang (IPO) in Deutschland rund ein Jahr her. Kaum ein IPO-Markt auf der Welt ist so mausetot wie der deutsche. Daran ändern auch die hehren Worte der Investment-Banker nichts, die dieses Geschäft betreiben. Trommeln gehört schließlich auch dort zum Handwerk.

Trotzdem mehren sich die Anzeichen, dass es in den kommenden Wochen bis zur Sommerpause Anfang Juli doch noch große Namen an der Deutschen Börse zu begrüßen gibt. Der Spezialchemie-Konzern Evonik gehört dazu, der Versicherer Talanx und die Rheinmetall-Tochter KSPAG, die früher mal Kolbenschmidt Pierburg hieß. Kämen diese Firmen tatsächlich an die Börse, wäre es schon dann das beste Jahr für Börsengänge seit langem.

Dass Facebooks verpatztes Debüt diese Pläne nun zunichtemacht, ist unwahrscheinlich. Keiner der Kandidaten ist verdächtig, einen solchen medialen Hype loszutreten wie das soziale Netzwerk. So betrachtet scheidet schon mal die Gefahr aus, Evonik, Talanx oder KSPAG könnten preislich ebenso übertreiben wie das Unternehmen des Herrn Zuckerberg. Dazu sind schon die Branchen, aus denen die drei stammen, zu unsexy. Mit Spezialchemie, Autobauteilen oder gar Versicherungen lassen sich bei Anlegern keine Begeisterungsstürme auslösen. Gerade das ist aber der Vorteil des Trios. Investoren werden sich hier frei von Emotionen den Aktien annähern. Und sie werden vor allem eine ausreichend hohe Zahl an vergleichbaren Konkurrenten finden, deren Aktienkurse sich gut in Relation zu den Vorstellungen des jeweiligen Börsenkandidaten setzen lassen.

Gravierender wäre es für die Unternehmen, die jetzt in den Startlöchern stehen, wenn der Dax weiter abschmieren würde, eventuell gar unter das Niveau vom Jahresstart bei 5 898 Punkten. Dann hätten nicht nur Börsenneulinge ein Problem, sondern auch die, die dort notiert sind. Danach sieht es im Moment allerdings nicht aus.

Facebooks verpatztes Debüt ist somit einzig ein Problem für Facebook. Deutsche Börsenkandidaten können hingegen Anschauungsunterricht nehmen, wie man es nicht machen sollte.

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