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12.01.2007

14:39 Uhr

FRANKFURT. Kleine Fische sind meist wendiger und schneller als die großen. Dafür laufen kleine Fische eher Gefahr, auch mal vom Kurs abzutreiben. Was ist also besser: klein und beweglich oder groß und schwer? Zumindest für international anlegende Aktienfonds scheint die erste Variante auf den ersten Blick mehr Erfolg zu versprechen. Denn nach Zahlen des Analysehauses Feri Rating & Research erzielen Aktienfonds unabhängiger, kleinerer Anbieter im Vergleich zu den milliardenschweren Produkten etablierter Banken oft höhere Renditen.

Zwar stellen auch die großen Fonds ihre Anleger unter dem Strich im Großen und Ganzen zufrieden – im Vergleich mit den Aktienfonds der kleineren Vermögensverwalter haben sie in letzter Zeit aber schlechter abgeschnitten. Sortiert nach ihrer durchschnittlichen jährlichen Performance sowohl in den vergangenen drei als auch in den vergangenen fünf Jahren stehen internationale Aktienfonds wie der WM Aktien Global von Wolfgang Mayr, der Lingohr Systematic LBB-Invest von Frank Lingohr oder der Star Plus Starpoint von Peter Huber mit durchweg zweistelligen Renditen weit oben auf dem Treppchen.

Damit lassen sie große Flaggschiffe wie den milliardenschweren Templeton Growth Fund oder die Anlageklassiker DWS Vermögensbildungsfonds I und den Uni Global hinter sich. Zwar fielen deren Renditen auf Dreijahressicht ebenfalls zweistellig aus, auf Fünfjahressicht lagen sie Ende 2006 jedoch jeweils unter fünf Prozent. Auch im gerade abgelaufenen Jahr erzielten Anleger um die Weihnachtszeit mit den fünf volumenstärksten internationalen Aktienfonds einen durchschnittlichen Wertzuwachs von gut sechs Prozent; mit einem Korb aus zehn beliebig zusammengestellten Vermögensverwalter-Fonds hätte die Rendite erneut zweistellig ausfallen können.

Doch Vorsicht: Zweifelsohne hat eine hohe Rendite ihren Reiz. Sie birgt aber auch viele Gefahren. Die Vermögensverwalter können vor allem deshalb an den großen Fondstankern in den Gewässern der internationalen Aktienmärkte vorbeischwimmen, weil sie freier auswählen können, auf welche Aktien aus welchen Regionen sie setzen wollen. Sobald sie eine viel versprechende Anlageidee haben, können kleinere Anbieter extremere Wetten eingehen als die Lenker milliardenschwerer Fonds. Denn diese müssen sich bei der Aktienauswahl stärker an dem von ihnen als Maßstab gewählten Index orientieren.

Allerdings ist der Vorteil dieser kleineren Fonds gleichzeitig auch ihr Nachteil: Geht die Wette auf, ist alles gut, die Rendite schnellt in die Höhe. Liegt der Fondsmanager dagegen falsch, treibt er vom Kurs ab, und seine Verluste sind höher als bei einem Fondstanker.

Fazit: Vermögensverwalterfonds können stärker schwanken als ihre großen Geschwister bei den Banken, deshalb gehen Anleger mit Vermögensverwalterfonds ein etwas größeres Risiko ein.

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