Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.06.2011

07:50 Uhr

Bulle & Bär

Gefährliche Heimatliebe

Vielen Deutschen liegen Aktien aus der Heimat näher als Aktien aus der großen weiten Börsenwelt. Warum private Anleger ihre Heimatliebe beim Aktienkauf nicht zu weit treiben sollten

Vielen Deutschen liegen Aktien aus der Heimat näher als Aktien aus der großen weiten Börsenwelt. Quelle: dpa

Vielen Deutschen liegen Aktien aus der Heimat näher als Aktien aus der großen weiten Börsenwelt.

FrankfurtExtremer geht immer. Da schlagen Wissenschaftler und Aktienstrategen regelmäßig die Hände über dem Kopf zusammen, wenn sie das Anlageverhalten privater Anleger anschauen. Speziell die Liebe der deutschen Anleger zum Heimatland nehmen Kenner der Geldanlage immer wieder aufs Korn. Vielen Deutschen liegen die Dividendentitel etwa aus dem Standardwerteindex Dax näher als Aktien der großen weiten Börsenwelt. Eine Studie zeigt nun, dass die Deutschen ihr Anlagespektrum noch viel enger fassen als bisher kritisiert. Hiesige Privatanleger investieren am allerliebsten direkt vor der eigenen Haustür. Das ermittelte die Direktbank DAB Bank, die rund 450 000 Depots unter die Lupe genommen hat.

Demnach werden 26 der 30 betrachteten Werte aus dem Dax in der Region um ihren Stammsitz stärker gekauft als im Rest der Republik. Den stärksten Heimat-Faktor genießt dabei der Softwarekonzern SAP, der im Einzugsgebiet Rhein-Neckar mehr als dreimal so viele private Aktionäre zählt wie im Bundesdurchschnitt. Ähnlich stark verbunden fühlen sich Badener und Schwaben auch mit dem Baustoffkonzern Heidelberg Cement, der rund um seine Zentrale 2,6mal so viele Aktionäre unter den Privatanlegern findet wie im ganzen Land. Das Unternehmen mit der drittstärksten Anziehungskraft ist Thyssen-Krupp. Der Stahlkocher hat rund um Duisburg und Essen zweieinhalbmal so viele Anhänger wie im Durchschnitt Deutschlands. Ohne diesen Bonus privater Aktionäre müssen dagegen BASF, Deutsche Post, Eon und Lufthansa leben.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

thpk

09.06.2011, 11:04 Uhr

Solange ausländische Dividendentitel mit Quellensteuern von 25% und mehr belastet werden, während der Fiskus nur maximal 15% auf die deutsche Steuer anrechnet, liegt die Investition in vorwiegend weltweit agierende deutsche Unternehmen nahe. Die Rückerstattung der zuviel erhobenen Quellensteuer ist zwar theoretisch möglich, aber mit unangemessenem praktischen Aufwand verbunden. Positive Ausnahmen sind u.a. Großbritannien, das keine Quellensteuer erhebt, und Japan mit voll anrechenbaren 7,5%. Weiterhin ist das Handelsvolumen vieler interessanter ausländischer Titel an deutschen Börsen zu gering, während das Handeln an ausländischen Börsen mit hohen Gebühren belastet wird. Das alles drückt die Rendite. Es fehlt sicher nicht am Willen, die Risiken weltweit zu streuen.

Anonym

09.06.2011, 16:05 Uhr

ich denke, die wenigstens Anleger machen sich derartige Gedanken - und das ist auch gut so.
Steuern waren schon immer ein schlechter Ratgeber bei der Kapitalanlage.
Sei es Windkraftanlagen, Medienfonds, Ostimmobilien oder die Anleger die im Jahr 2000 "nur noch" das Ende der Speku-Frist abwarten wollten und dann mitten im Börsencrash landeten

Account gelöscht!

09.06.2011, 18:50 Uhr

Ihre Ratschläge führen Sie durch die Beispiele,die Sie bringen,gleich selbst ad absurdum.
Ich denke die Leute machen das sehr richtig,wenn sie in Firmen investieren,über die sie auch "aus der Nachbarschaft"
mal erfahren was Sache ist.Und auch wenn eines der erfolgreichsten Industrieländer von Schicksalschlägen getroffen werden kann,so kann sich ein solches Land auch am schnellsten davon wieder erholen.Sich nur auf Gerüchte und Analysten verlassen zu müssen,die oft genug nur im eigenenInteresse agieren,ist dagegen bedeutend schlechter.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×