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21.06.2011

11:38 Uhr

Bulle & Bär

Geldanlage gilt als uncool - leider

VonAnke Rezmer

Die Deutschen werden immer muffeliger – zumindest was das Thema „Sparen für später“ betrifft. Unkenntnis und Desinteresse sind eben eine unvorteilhafte Kombination.

Der Spartrumpf ist wahrscheinlich die bekannteste Art Geld zu horten - doch sicherlich nicht die sinnvollste. Quelle: dpa

Der Spartrumpf ist wahrscheinlich die bekannteste Art Geld zu horten - doch sicherlich nicht die sinnvollste.

Frankfurt Themen wie Geldanlage und private Altersvorsorge machen den meisten Menschen im Land keinen Spaß, sie gehen lieber zum Zahnarzt als zum Finanzberater. Eine neue Umfrage zeigt nun, dass sich die ohnehin negative Grundhaltung weiter verschlechtert hat. Immer weniger Menschen wollen sich mit dem Sparen fürs Alter beschäftigen. Das gilt vor allem für junge Leute und Menschen mit geringeren Einkommen.

Wie die Marktforschungsgesellschaft Forsa für den Fondsanbieter Union Investment bei 500 Anlegern erfragte, halten es nur noch zwei Drittel der Menschen für nötig, sich mit dem Thema zu befassen. Vor einem Jahr meinte dies noch über ein Zehntel mehr. Und zwischen der Einsicht in dieses notwendige Übel und tatsächlichem Handeln klafft mitunter eine Riesenlücke. Neben Beziehern niedriger Einkommen kehren vor allem junge Menschen zwischen 20 und 29 Jahren dem ungeliebten Alterssparen den Rücken. Nur noch rund 30 Prozent haben sich mit ihrer Altersvorsorge beschäftigt – vor zwei Jahren waren es noch doppelt so viele. Ein Grund: Über Gelddinge Bescheid zu wissen, gilt bei vielen als uncool, sagen Jugendforscher. Fatal ist aber, dass gerade diese beiden Gruppen es sich am wenigsten leisten können, auf regelmäßiges Sparen zu verzichten. Die Gründe liegen auf der Hand: Die Jugend darf immer weniger darauf vertrauen, dass die leeren Sozialversicherungstöpfe sie im Alter durchfüttern. Und Haushalte mit geringen Einkommen gehören meist auch im Alter nicht zu den Beziehern hoher Einnahmen.

Unbekannte Entgeltumwandlung

Ein wenig Mut macht, dass die meisten offenbar nicht aus finanziellen Gründen das Sparen ablehnen. Gefragt danach, warum Anleger etwa keinen Vertrag für die staatlich geförderte Riester-Rente abgeschlossen haben, nannte nur ein gutes Drittel, kein Geld übrig zu haben. Bei den Jüngeren sagte das sogar nur ein Viertel.

Unkenntnis über das eigene Recht scheint eher ein Grund zu sein. So hat demnach schon fast jeder von der stark beworbenen Riester-Rente gehört. Aber nicht einmal die Hälfte der Deutschen kennt das Recht auf Entgeltumwandlung. Dabei empfehlen unabhängige Berater Arbeitnehmern dringend, zuerst diese betriebliche Form der Altersvorsorge auszunutzen. Denn hier spart jeder Steuern und Sozialabgaben, oft zahlt der Arbeitgeber etwas dazu.

Wenig hilfreich ist sicher, dass die eigene Lage in zig Jahren kaum abschätzbar ist, das Thema trocken daherkommt und Bank- und Finanzberater derzeit wenig Vertrauen genießen. Doch im Zweifel sollte man lieber etwas zurücklegen, geht es doch um etwas, das jeden interessiert – die eigene Zukunft.

Kommentare (5)

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musashimaru

21.06.2011, 12:02 Uhr

Also was das "Qualitätsmedium" Handelsblatt seit Monaten per online-Redaktion abliefert ist echt unterirdisch. Schreibfehler am laufenden Band, Formatierungsfehler ohne Ende und ansonsten wiederkauende Statusmeldungen und Chroniken von Ereigenissen die zwei Monate alt sind (aber schon klar: bei den Chriniken muss man sichh durch alle Datumsangaben einzeln klicken und das schafft tolle Nutzungsdaten, gelle) und übrigens: Bei diesem Artikel ist der gesamte letzte Absatz aus dem Artikel zu Chinas Aktienmärkten
LIEST HIER ÜBERHAUPT NOCH JEMAND WAS BEVOR EIN TEXT ONLINE GEHT???

Kraeftemangel

21.06.2011, 12:22 Uhr

Altersvorsorge. Wer soll sich den sorgen? Hier geht es doch nur um die Sorgen der Anlageindustrie und deren fetten Profite. Aus Angst um die Zukunft soll Kapital geschlagen werden. Dabei sorgen die Jungen längst selbst vor. Vorbei an den maroden staatlichen Systemen. Clever. Und das brauch man auch nicht jedem auf die Nase zu binden, was leicht mit Desinteresse verwechselt werden kann. Wundert euch also ruhig weiter.

Account gelöscht!

21.06.2011, 13:35 Uhr

Wen wunderts, wenn Sparkassen und Banken nur noch Verkäufer anstatt Berater beschäftigen.

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