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01.03.2011

08:21 Uhr

Bulle & Bär

Im Dax bleibt alles beim Alten

VonChristian Schnell

Seit Wochen wird bei der Deutschen Börse in Frankfurt wieder gemutmaßt, was bei der Indexentscheidung passieren könnte. Tatsächlich aber wird es letzten Endes wieder zu keiner Änderung der Top 30 kommen.

Aktienhändler der Deutschen Börse in Frankfurt: Gemutmaßt wird viel, doch passieren wird nichts. Quelle: dpa

Aktienhändler der Deutschen Börse in Frankfurt: Gemutmaßt wird viel, doch passieren wird nichts.

FrankfurtMan kennt diese Situation aus vielen Bereichen: Da ist stets viel Gerede, letztlich passiert aber nichts. Das ist in der Steuerpolitik so wie bei der WestLB oder in der „Lindenstraße“. Prima in diese Reihe – wenn auch weniger prominent – passt die Indexentscheidung der Deutschen Börse, die am Donnerstag wieder mal ansteht. Auch da wird seit Wochen gerechnet und gemutmaßt, im Dax könne eine Änderung anstehen.

Wilde Thesen machen seither die Runde: Chemieriese Lanxess könne nach dem fulminanten Kursanstieg seiner Aktie im vergangenen Jahr in die deutschen Top 30 aufsteigen. Die Commerzbank, man höre und staune, wäre gar ernsthaft gefährdet, ihren Platz dafür räumen zu müssen. Um die Spannung schnell wieder abzubauen: Es wird nichts dergleichen passieren. Weder im Dax noch eine Stufe tiefer im MDax wird es am Donnerstagabend zu einer Änderung kommen, sollte nicht noch etwas Außergewöhnliches passieren. Einzig im TecDax dürfte nach aktuellem Stand wohl Süss Microtec den Platz der mal mehr, mal weniger angeschlagenen Solarfirma Conergy übernehmen.

An Aufstiegskandidaten herrscht kein Mangel

Es ist dabei wie so oft in den vergangenen Jahren. Es mangelt nicht an geeigneten Aufstiegskandidaten – im Dax wären neben Lanxess auch Continental, Gea und Qiagen denkbar. Doch selbst das nach Börsenwert derzeit schwächste Dax-Unternehmen Merck ist nach den überraschend guten Zahlen zuletzt so gefestigt, dass man sich keine Sorgen machen muss. An zweiter Stelle von hinten steht die Beiersdorf-Aktie. Doch auch die ist nach der Gewinnwarnung im Dezember auf dem Weg der Besserung. Und die gescholtene Commerzbank, die dann an der Reihe wäre, sitzt so dermaßen fest im Sattel, dass ein Abstieg im Moment undenkbar erscheint.

Ähnlich ist das Bild eine Klasse tiefer im MDax. Deutz, Jungheinrich, Kuka und Gerry Weber stünden theoretisch zum Aufstieg bereit, weil sich die Aktie des Agrarhändlers Baywa zuletzt aber wieder berappelt hat, wird wohl auch hier alles beim Alten bleiben.

Viel wahrscheinlicher als eine Selektion aus Kursschwäche ist bei Dax- wie MDax-Unternehmen das Aussortieren nach einer Übernahme. Der Lastwagenbauer MAN und die Deutsche Börse sind dabei Kandidaten, die stets genannt werden. Auch K+S oder sogar SAP sind in diesem Zusammenhang schon erwähnt worden. Akuter Bedarf besteht aber nirgends.

Doch die nächste Indexüberprüfung Anfang Juni kommt bestimmt. Spätestens ab Mai wird sich deswegen wieder trefflich diskutieren lassen, wer dann rauf- oder runtergehen könnte. Auch wenn dann schon weit vorher klar ist, dass eigentlich nichts passieren wird.


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