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07.01.2009

06:56 Uhr

Bulle & Bär

Japanische Aktien: Takeshi's Castle

VonKora-Cora Krause

Kennen Sie die japanische Kultfernsehshow Takeshi's Castle? Ganz bestimmt. Kandidaten in bunten Kleidern, die sich durch einen Hindernisparcour aus Hüpfburgen, Wassergräben und Kletteranlagen kämpfen; so wie es Super Mario, das große Vorbild im gleichnamigen Computerspiel, tut. Seit mittlerweile 20 Jahren läuft Takeshi's Castle in der Flimmerkiste.

FRANKFURT. Kämpfe sind die Japaner gewohnt. Das gilt auch für Nippons Wirtschaft. Man könnte meinen, die Japaner haben sich – so wie die Kandidaten in der Fernsehshow – seit Jahren auf die Weltwirtschaftskrise vorbereitet. Als Anfang der 90er-Jahre die Investmentblase platzte, ging es mit der erfolgsverwöhnten japanischen Wirtschaft bergab; mehrere Konjunktureinbrüche folgten. Japan verschwand aus dem Blick internationaler Investoren.

Das hat sich geändert. Während die ganze Welt vor den Auswirkungen der Finanzkrise zittert, trauen viele Banken den Japanern zu, relativ unbeschadet durch die Krise zu kommen. Das Land hat aus der Vergangenheit gelernt und ist besser gewappnet als andere Nationen. Japan hat einen liberalisierten, flexiblen Arbeitsmarkt und dazu konsumfreudige Verbraucher, die neben dem Geld ausgeben das Sparen nicht vergessen.

Auch bei den Exporten kann sich Japan sehen lassen. Mittlerweile werden mehr Waren nach China und Indien verkauft als in die USA. Für Anleger heißt das: Japan bietet langfristig gute Chancen, vom Wachstum in den großen Schwellenländern zu profitieren, ohne die gleichen Risiken aufzuweisen.

Aktuell sind japanische Aktien historisch günstig bewertet und bewegen sich auf einem 30-Jahrestief. Besonders interessant ist traditionell der Technologiesektor: Hier gilt Japan nicht nur als Pionier in der High-Tech-Branche – auch beim Umweltschutz sind die Japaner Vorbild. Und selbst der Bankensektor bietet Experten zufolge attraktive Chancen: Japanische Geldhäuser investieren traditionell sehr konservativ und sind auf den Heimatmarkt fokussiert. Mit dem überhitzten US-Immobilienmarkt hatten die Japaner wenig zu schaffen. Die faulen Kredite aus den vergangenen Jahren sind längst abgeschrieben.

Gute Noten bekommt auch die japanische Politik. Die Regierungswechsel der jüngeren Vergangenheit haben zwar für ein wenig Chaos gesorgt. Die liberale Wirtschaftspolitik macht das Land aber für ausländische Investoren attraktiv. Erst vor kurzem ist ein neues Rettungspaket angekündigt worden, das effektiver scheint als die zahlreichen Konjunkturpakete der vergangenen Jahre.

Auf lange Sicht kann es in Japan nur noch bergauf gehen. Die Abschläge bei den Aktienkursen sind übertrieben. Das Kampftraining aus Takeshi's Castle dürfte den Japanern helfen. Nippon wird gestärkt aus der Krise hervorgehen.

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