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05.01.2006

07:05 Uhr

Bulle & Bär

Mobilfunkunternehmen jubeln in Afrika

VonW. Drechsler

Seit das Handy auch in Afrika seinen Siegeszug angetreten hat, telefonieren sich viele Afrikaner die Ohren heiß. Mit durchschnittlichen Zuwachsraten von 65 Prozent pro Jahr expandiert der Mobilfunkmarkt auf dem schwarzen Kontinent seit 1998 fast doppelt so schnell wie im Rest der Welt, allerdings von einer sehr niedrigen Basis. Dabei ist fast die Hälfte Afrikas nicht mit Sendemasten abgedeckt, was das Wachstum weitgehend auf die Städte beschränkt.

JOHANNESBURG. Zu den Unternehmen, die sich im Zuge des Booms in den letzten Jahren eine goldene Nase verdient haben, gehört der in Südafrika ansässige Anbieter MTN. Gerade erst ist der Kurs des an der Johannesburger Börse (JSE) notierten Konzerns auf das neue Jahreshoch von 62 Rand geklettert – eine Anstieg von 50 Prozent in nur zwölf Monaten. Inzwischen wird MTN mit knapp über 100 Mrd. Rand (13 Mrd. Euro) bewertet – und hat damit selbst im internationalen Vergleich eine respektable Größe.

Der Grund für das Kurshoch liegt nicht nur in den phänomenalen Zuwachsraten. Angesichts des Kurs-Gewinn-Verhältnisses, das mit 10 deutlich unter denen der meisten europäischen Telekomwerte liegt, gilt MTN seit längerem als heißer Übernahmekandidat – zumal für einen finanzstarken, europäischen Konkurrenten.

Auch ist der Umsatz von MTN in den letzten drei Jahren um 30 Prozent, der Nettogewinn im gleichen Zeitraum sogar um 70 Prozent pro Jahr gestiegen.

Kein Wunder, dass der britische Telekomgigant Vodafone den Anteil an seiner südafrikanischen Mobilfunktochter Vodacom, dem lokalen Erzrivalen von MTN; gerade erst für zwei Mrd. Euro auf 50 Prozent aufgestockt hat.

Mit einer Reihe pfiffiger Produkte haben beide Unternehmen selbst bei jenen Afrikanern gepunktet, die von weniger als einem Dollar am Tag leben müssen. Gelungen ist dies dadurch, dass Sprechzeit in Afrika in kleineren Einheiten statt über kostspielige Langzeitverträge verkauft wird.

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