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23.01.2007

07:00 Uhr

Bulle & Bär

Spanische Immobilienaktien locken Investoren

Spanische Immobilienunternehmen, die bislang am stärksten von dem konjunkturellen Aufschwung des Landes profitiert haben, bereiten sich nun durch hohe Investitionen im Ausland auf einen möglichen Einbruch auf dem heimischen Wohnungsmarkt vor.

Durch schnelles Wachstum wollen sie zudem feindliche Übernahmen aus dem Ausland vermeiden. Das heizt die Preise an – und treibt letztlich auch die Kurse der Unternehmen nach oben. Für Anleger ist es deswegen in diesem Moment attraktiv, kurzfristig in spanische Immobilienaktien zu investieren.

Allein im vergangenen Jahr gab es in der Branche vier Neuemissionen, sechs Übernahmeversuche in Spanien sowie zahlreiche weitere außerhalb der Landesgrenzen. Und das war erst der Anfang. Denn die Nummer eins des landesweiten Branchenrankings und einer der größten Gewinner an der Madrider Börse im vergangenen Jahr, Metrovacesa, kündigte nach seiner Übernahme des französischen Konkurrenten Gecina weitere Zukäufe im Ausland an, ebenso die Nummer zwei, Reyal. Ein weiterer Kandidat für Kurssteigerungen ist das erst seit kurzem notierte Unternehmen Astroc. Allein im vergangenen Monat legte der Kurs um 32 Prozent zu. Nach dem Kauf des heimischen Wettbewerbers Landscape wollen die Spanier sich jetzt ebenfalls im Ausland nach Kaufobjekten umschauen.

Viele kleinere Wettbewerber beobachteten im vergangenen Jahr die Schaukämpfe der Großen mit Interesse und hoffen, dass das Jahr 2007 auch für sie eine Chance bereithält – wie Inmocaral sie jetzt wieder auf den Tisch bekommen hat. Erst im vergangenen Jahr kaufte das Unternehmen den wesentlich größeren Wettbewerber Colonial und trieb so dessen Aktienkurs in die Höhe. Jetzt greift der Konzern nach dem frisch an der Börse notierten Wettbewerber Riofisa, dessen Aktie im vergangenen Monat bereits um 23 Prozent zulegte.

Aber nicht nur weitere Übernahmen, sondern auch Börsengänge machen die Investition in den Sektor attraktiv. Der Mittelständler Reyal übernahm zum Beispiel aus diesem Grund für einen hohen Preis im vergangenen Jahr den Konkurrenten Urbis, genauso wie das Familienunternehmen Martinsa, das Fadesa im Fadenkreuz hat. Durch mehr Umsatz wollen sie einen Börsengang für Anleger attraktiver machen.

Ein weiterer Grund für Kursgewinne: Branchenfremde Unternehmen stoßen derzeit ihre Immobilientöchter ab, um das Geld in die Expansion des Kerngeschäftes zu stecken. Diese attraktiven Häppchen werden vom Markt mit Kusshand und zu extrem hohen Preisen aufgenommen. Auch viele spanische Bankhäuser erwägen, ihr Immobiliengeschäft zu versilbern. Als Vorbild dient vielen der Verkauf von Urbis an Reyal zu einem Preis von 26 Euro pro Aktie, vier Euro über dem Schlusskurs. Die spanische Bank Banesto, die über 50 Prozent an der Immobiliengesellschaft Urbis hielt, machte damit einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro.

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