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21.12.2011

12:50 Uhr

Bulle & Bär

Verschwörung gegen Gold? Unsinn!

VonGeorgios Kokologiannis

Die Theorien über eine Verschwörung gegen Gold sind nicht haltbar. Hinter dem jüngst schwachen Goldpreis stecken profane Probleme. Ängste vor anhaltendem Preisverfall sind verfrüht.

Goldbarren: Kein sicherer Hafen mehr? dpa

Goldbarren: Kein sicherer Hafen mehr?

FrankfurtVerschwörungstheorien haben hierzulande Konjunktur, wenn es an den Finanzmärkten scheppert. Mal ist es angeblich Uncle Sam, der den Euro einbrechen lässt, um von eigenen Schuldenproblemen abzulenken.
Mal sind es die Notenbanken, die im Auftrag rat- wie tatloser Regierungen das wahre Ausmaß einer globalen Systemkrise verschleiern sollen. So wie derzeit, indem sie den Preis für Gold unter Druck setzen. Hintergrund: Steigt der Preis des Edelmetalls allzu schnell, gilt das als untrügliches Zeichen dafür, dass die Menschen das Vertrauen in Papiergeld, Wirtschaft und Politik verlieren. Flacht die Aufwärtsbewegung ab, scheint wieder alles in Butter, die Anlegerherde beruhigt sich.

Und vergangene Woche beschleunigte sich der jüngste Kursverfall von Gold. Erstmals seit dem Spätsommer notiert eine Feinunze wieder unter der Marke von 1600 Dollar. Die Goldjünger staunen. Wer verkauft ausgerechnet jetzt angesichts ungelöster Schuldenkrisen und drohender Inflationsgefahren?

Deutsche Privatanleger dürften es nicht sein. Die halten dem Edelmetall die Treue. 85 Prozent der Bundesbürger, denen ein Betrag von 10.000 Euro zur Verfügung stünde, würden diesen entweder als Geldanlage auf ein Tagesgeldkonto legen oder in Gold investieren, hat das Marktforschungsunternehmen Forsa herausgefunden. Viele horten bereits große Mengen an Münzen und Barren in Schließfächern und Tresoren.

Die Goldreserven der Staaten

USA

Goldschatz: 8.133,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 75,7 Prozent

Stand: Januar 2014

Deutschland

Goldschatz: 3.387,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,8 Prozent

Internationaler Währungsfonds (IWF)

Goldschatz: 2.814 Tonnen

Italien

Goldschatz: 2.451,8 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,1 Prozent

Frankreich

Goldschatz: 2.435,4 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 70,5 Prozent

China

Goldschatz: 1.054,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 1,7 Prozent

Schweiz

Goldschatz: 1.040,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 10,6 Prozent

Russland

Goldschatz: 1.015,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,5 Prozent

Japan

Goldschatz: 765,2 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 3,2 Prozent

Niederlande

Goldschatz: 612,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 59,7 Prozent

Indien

Goldschatz: 557,7 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,9 Prozent

Türkei

Goldschatz: 506,3 Tonnen

Europäische Zentralbank (EZB)

Goldschatz: 502,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 32,9 Prozent

Des Rätsels Lösung kann also nur sein: Manipulative Goldverkäufe der Notenbanken! So liest man es dieser Tage in zahlreichen Blogs und Internetforen. Dumm nur, dass die Zentralbanken zuletzt eher durch Käufe als Verkäufe aufgefallen sind. Allein im vergangenen Quartal haben die Notenbanken weltweit fast 150 Tonnen erworben - so viel wie noch nie seit vier Jahrzehnten.

Kommentare (41)

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danke_dir...

21.12.2011, 13:24 Uhr

Na endlich mal ein fundierter Artikel gegen unsere lieben Verschwörungstheoretiker. Man muss sich auch mal anschauen, wie viel Tag für Tag auf dem Papier über den Tisch geht. Ein Staat kann dies niemals beeinflussen. Das würde auffallen und auch Reserven kosten, die gerade eh keiner hat. Aber Verschwörungstheoretiker waren schon immer Resistent gegen fundierte Argumente, die sich auch noch beweisen lassen.

Account gelöscht!

21.12.2011, 13:34 Uhr

Die UBS hat eine Prognose abgegeben :-)))) Also wenn die UBS jetzt kraeftig einsteigt und dann im naechsten Jahr zu diesem Kurs verkauft, dann haben die einen super Gewinn. Keine Ahnung warum sie BISHER nicht ihren Prognosen gefolgt sind. Es sieht ja nicht so gut aus mit denen und dies haette sie sicherlich gerettet. Aber vermutlich wollten sie andere mit ihren Empfehlungen gewinnen lassen.

Schlaumeier

21.12.2011, 13:37 Uhr

Bevor irgendein Experte irgendetwas analysiert, sollte er das Plunge Protection Team der FED erklären. Diese Verbrecherorganisation der amerikanischen FED manipuliert alles - weltweit. Aktien, Anleihen und eben auch Gold. Wie schleust man den Goldpreis sonst von $ 1900 elegant herunter - ohne Panik. Oder der DOW steigt, nachdem er vorher massiv gefallen ist, innerhalb von 30 Minuten um 400 Pkt. Hinterfrage Sie doch einmal, wer da als Käufer auftritt.

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