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01.01.2007

19:20 Uhr

Zeit für neue Rekorde: Der Markt für Zertifikate wächst nicht nur mit beachtlicher Geschwindigkeit, ein Ende ist auch noch lange nicht in Sicht. Dass die Zertifikateemittenten für das neue Jahr „mehr Anbieter, mehr Produkte, mehr Basiswerte“ ankündigen, ist dabei nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite gibt es bei den Anlegern noch enormes Potenzial, um neue Kunden für diese Produkte zu begeistern.

Zertifikate sind von Banken begebene Inhaberschuldverschreibungen, deren Rückzahlung von der Kursentwicklung anderer Finanzinstrumente wie Aktien oder Rohstoffe abhängt. Derzeit gibt es über 100 000 Zertifikate von mehr als 35 Emittenten – ein Ende der Fahnenstange ist noch nicht in Sicht.

Vor diesem Hintergrund erscheint die Schätzung des Branchenverbandes Derivate Forum durchaus erreichbar, 2007 werde das Volumen ausstehender Produkte auf bis zu 140 Mrd. Euro klettern, nachdem es im alten Jahr bereits um 30 Prozent auf 110 Mrd. Euro zugenommen hatte. Mit Initiativen zu mehr Transparenz und besserem Service haben die Emittenten die Zeichen der Zeit erkannt: Nun gilt es, die bestehende und durchaus umfangreiche Produktpalette breiteren Anlegerschichten schmackhaft zu machen und die Produkte an den Mann, und warum nicht auch mal an die Frau zu bringen. Schließlich ist der klassische Zertifikatekäufer dem Vernehmen nach bislang ein 50 bis 60 Jahre alter und gebildeter Süddeutscher. Das zumindest ergeben Umfragen des Deutschen Derivate Instituts (DDI).

Anderen DDI-Untersuchungen zufolge besitzen gerade mal sechs Prozent der Bundesbürger Zertifikate. Von denen wissen angeblich längst nicht alle, dass das, was sie da in ihrem Depot haben, nach Definition und Funktionsweise ein Zertifikat ist. Verwunderlich ist das nicht, kommt doch das Deutsche Aktieninstitut im Rahmen einer TNS-Infratest-Umfrage gar zu dem Ergebnis, dass im ersten Halbjahr 2006 gerade mal 0,8 Prozent der Bevölkerung nach eigenen Angaben Zertifikatebesitzer waren. Vertriebsstarke Banken mit oft eher konservativen Anlegern mit ausgeprägtem Sicherheitsbedürfnis nennen allerdings deutlich höhere Anteile an Zertifikatebesitzern unter ihren Depotinhabern. Ob ein oder Prozent – die Zahl der Anleger mit Zertifikaten im Depot lässt sich auf jeden Fall steigern.

Denn zunehmend dürften sich auch jüngere Käufer aus allen Teilen des Landes stärker für Zertifikate interessieren. Schließlich haben Zertifikate den Vorteil, dass gerade auch Kleinanleger mit diesen Instrumenten ihre Anlageidee auf nahezu jedem Markt umsetzen können, zu dem sie sonst keinen Zugang hätten. Und: Mit den Papieren lässt sich nicht nur gewinnbringend auf steigende, sondern auch auf fallende oder stagnierende Kurse setzen.

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