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11.09.2013

12:40 Uhr

Bundesanleihen

Deutschland zahlt höhere Zinsen

Die Bundesrepublik besorgt sich Milliarden am Kapitalmarkt. Dafür muss der Finanzminister allerdings so hohe Zinsen wie zuletzt vor zwei Jahren bieten. Die Zeiten der absoluten Niedrigzinsen scheinen vorbei zu sein.

Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit rentierten am Nachmittag einen Basispunkt höher bei mit 1,95 Prozent. dpa

Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit rentierten am Nachmittag einen Basispunkt höher bei mit 1,95 Prozent.

Deutschland muss Investoren höhere Zinsen bieten. Bei der Ausgabe von zehnjährigen Anleihen im Volumen lag die Rendite bei 2,06 Prozent - das war der höchste Stand seit Oktober 2011. Insgesamt spülte der Anleihe-Verkauf zur Wochenmitte rund 4 Milliarden Euro in die Staatskasse. Bei der vorhergehenden Auktion am 14. August lag die Rendite noch bei 1,8 Prozent betragen.

In den vergangenen Wochen sind die Renditen für Bundesanleihen auf dem Sekundärmarkt stetig gestiegen. Im Juli lag die Rendite der zehnjährigen Papiere noch bei rund 1,5 Prozent. Aktuell liegt sie bei zwei Prozent.

Als Grund für die steigenden Zinsen gilt die Aussicht auf eine geldpolitische Wende in den USA. Die Liquiditätsschwemme der US-Notenbank Fed ist in den vergangenen Jahren rund um den Globus geschwappt und hat in vielen Ländern die Renditen gedrückt. Nun kehrt sich dieser Trend um, weil die Fed ihr ultrabilliges Geld einschränken will. Ein weiterer Faktor ist die Entspannung in der Euro-Schuldenkrise, wegen der weniger Anleger nach sicheren Häfen für ihr Geld suchen.

Italien brachte ebenfalls neue Anleihen auf den Markt. Bei der Versteigerung einer einjährigen Staatsanleihe kletterte der Zins am Mittwoch auf den höchsten Stand seit Dezember 2012. Die Investoren bekommen im Schnitt 1,34 Prozent, teilte das Finanzministerium in Rom mit. Vor einem Monaten begnügten sie sich noch mit 1,053 Prozent. Die Auktion spülte 8,5 Milliarden Euro in die Staatskasse, weitere drei Milliarden kamen bei der Versteigerung dreimonatiger Papiere zusammen.

Ratings der größten Volkswirtschaften der Welt

USA

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA

Ausblick: Negativ

China

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Japan

S&P Rating: AA-
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Negativ

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Vereinigtes Königreich

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Brasilien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Russland

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Indien

S&P Rating: BBB-
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB-
Ausblick: Stabil

Kanada

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Australien

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Schweiz

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil


Anleger verlangen angesichts der instabilen politischen Lage einen höheren Risikoaufschlag. Erstmals seit eineinhalb Jahren liegt der Zins für eine zehnjährige Staatsanleihe wieder über dem von Spanien. "Solange die Situation um Berlusconi ungeklärt und die Regierung gefährdet bleibt, wird sich daran nichts ändern", sagte KBC-Ökonom Mathias van der Jeugt. Der Verbleib von Silvio Berlusconis Partei PDL in der Regierung ist nach wie vor offen.
In den USA legten die Kurse der Treasuries leicht zu. Zehnjährige amerikanische Staatsanleihen rentierten zwei Basispunkte niedriger mit 2,94 Prozent. Bei den am Donnerstag anstehenden Arbeitsmarktdaten erwarten Volkswirte einen Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosengeld, was für einen langsameren Rückzug der Federal Reserve Bank aus ihren Stützungsmaßnahmen spräche.

Kommentare (33)

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Scheinwelt

11.09.2013, 12:49 Uhr

Die höheren Zinsen an's Großkapital zahlen letzten Endes wieder der Bürger und Steuerzahler.
Das Schuldgeldsystem ist pervers, weil es immer die Kapitallosen belasten und die Kapitalgeber/halter entlastet.
Deshalb stimmt der kluge Satz durchaus „Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer“! Der Grund dafür liegt einzig und allein im heutigen Geldsystem.

Account gelöscht!

11.09.2013, 12:53 Uhr

Offenbar scheint das nur wieder für Deutschland Gültigkeit zu haben oder sollen hierüber indirekt weitere Gelder an Griechenland fließen - es ist so mächtig still geworden um Schäuble und der nächsten Griechenlandhilfe.

Account gelöscht!

11.09.2013, 13:10 Uhr

Na also, wenn nicht für die Griechen, dann eben für die Franzmänner.
http://www.focus.de/finanzen/news/hiobsbotschaft-aus-paris-frankreich-senkt-wachstumserwartung-und-hebt-defizitprognose-an_aid_1097698.html

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