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11.02.2016

14:19 Uhr

Bundesanleihen und Börsencrash

Investoren verfallen deutschen Staatspapieren

VonMartin Dowideit

Deutsche Bundesanleihen werden auch wegen des Ausverkaufs an den Aktienmärkten immer begehrter. Die Zinsen für zehnjährige Papiere sind auf dem Weg Richtung Null. Beobachter halten das Tempo für „verrückt“.

Der Bundesadler als Ziel der Begierde: Anlegern kaufen deutsche Staatspapiere. dpa

Euro-Münze

Der Bundesadler als Ziel der Begierde: Anlegern kaufen deutsche Staatspapiere.

Frankfurt/DüsseldorfDie für viele Profi-Anleger maßgeblichen zehnjährigen Bundesanleihen sind am Donnerstag extrem begehrt. Die Kurse ziehen an, die Renditen fallen bei den Zinspapieren im Umkehrschluss auf zwischenzeitlich nur noch 0,14 Prozent – am Vortag waren es noch 0,24 Prozent. Wer jetzt ein solches Staatspapier kauft und es bis zur Fälligkeit im Jahr 2026 hält, erhält für 100.000 investierte Euro nur 160 Euro Zinsen pro Jahr.

Solche Zinsstürze sind extrem für Anleihen. Der Markt bewege sich „als gebe es kein morgen“, so Frederic Ducrozet, Volkswirt beim Vermögensverwalter Pictet in Genf.

Auf einem solchen Niveau haben die deutschen Staatspapiere zuletzt im April 2015 notiert, kurz nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) negative Einlagezinsen für Geschäftsbanken eingeführt hatte. Als Gründe für die aktuelle Renditeschwäche gelten: pessimistische Aussagen der US-Notenbankchefin Janet Yellen zum Konjunkturausblick, der Ausverkauf an den Aktienmärkten und eine Leitzinssenkung der schwedischen Notenbank auf jetzt minus 0,5 Prozent.

Yellen habe in ihrer Anhörung vor dem US-Repräsentantenhaus am Mittwochabend die Lage zwar als ausgewogen darstellen wollen, doch seien ihre Aussagen eher als Zeichen für eine lockere Geldpolitik zu interpretieren, so Soeren Moerch, Anleihehändler bei Danske Markets. Vor allem ihre Aussage, dass Negativzinsen durchaus auch bei der Federal Reserve geprüft würden, sorgte für Aufsehen.

Die Kurseinbrüche an den asiatischen und europäischen Börsen am Donnerstag tun ihr übriges. Anlagestratege Stefan Kreuzkamp von Deutsche Asset Management, der Fondstochter der Deutschen Bank, schilderte das Dilemma im Gespräch mit dem Handelsblatt so: Konservativ ausgerichtete Mischfonds „geraten bereits unter Stress, weil ihre Risikobudgets teilweise schon ausgeschöpft sind. Mitunter mussten sie in den ersten Handelswochen schon Papiere mit Kursrisiken wie Aktien verkaufen.“ Eine Alternative, die Sicherheit und sogar mögliche Kursgewinne verspricht, sind dann Bundesanleihen.

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Außerdem sehen Marktbeobachter die Europäische Zentralbank unter Druck, ihre Geldpolitik deutlich lockern zu müssen. Zuletzt hatte die japanische Notenbank die Einlagezinsen ins Negative geschickt und die schwedische Notenbank hat am Donnerstag den Leitzins von minus 0,35 auf jetzt minus 0,5 Prozent gesenkt. Wie auch die EZB will die Riksbank der Gefahr einer Deflation begegnen – eines Preisverfalls auf breiter Front, bei dem Gewinne und Investitionen von Unternehmen sinken, was zu einer langen Wirtschaftskrise führen kann.

Kommentare (26)

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Herr Vinci Queri

11.02.2016, 14:24 Uhr

@ HB

>>Redaktion Handelsblatt - 11.02.2016, 12:16 Uhr

Aufgrund von zahlreichen Verstößen gegen unsere Netiquette sahen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion für diesen Artikel einzufrieren. Ein weiteres kommentieren ist damit nicht möglich. Wir bitten dafür um Ihr Verständnis. >>

Sie können es auch einfacher haben : schreiben Sie doch ganz einfach, Putin wäre schuld. Seine Propaganda hätte zugeschlagen.

Dann wäre die verwässerte Argumentation wie " Zahlreiche Verstöße" erst gar nicht notwendig gewesen, um ihre ZENSUR ( Netiquette ) einzuschalten.

Sie machen sich mittlerweile lächerlich !

Herr Tom Schmidt

11.02.2016, 14:32 Uhr

Vielleicht spekulieren manche Marktteilnehmer darauf, dass das Bundesverfassungsgericht doch nicht abdankt und die bereits als rechtswidrige Praxis der Staatsfinanzierung durch die Notenpresse zumindest für Deutschland stoppt. Wäre zu schön um wahr zu sein.

Nächsten Dienstag ist D-day!

Account gelöscht!

11.02.2016, 14:36 Uhr

Bei dem Spiel den FGBL auf Meinung zu shorten haben sich schon so einige von den großen Jungs mit den dicken Eiern eine blutige Nase geholt. Da sie das Zeug immer wieder teurer eindecken mussten, bevor ihnen die Hosen komplett unterhalb der Kniekehlen gezogen werden.

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