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11.11.2015

16:07 Uhr

Bundespapiere

Rendite zweijähriger Schatzanweisungen auf Rekordtief

Investoren sind positiv für die Wertpapiere von Peripherieländern gestimmt, da die EZB die Papiere bis mindestens September kaufen dürfte. Aber auch deutsche Bundesanleihen sind gefragt.

Die Rendite von zweijährigen Bundesschatzanweisungen sank auf ein Rekordtief von minus 0,3679 Prozent. dpa

Euro vor dem Bundesadler

Die Rendite von zweijährigen Bundesschatzanweisungen sank auf ein Rekordtief von minus 0,3679 Prozent.

FrankfurtDeutsche Bundesanleihen sind am Mittwoch leicht gestiegen. Die Rendite von zweijährigen Bundesschatzanweisungen sank auf ein Rekordtief von minus 0,3679 Prozent. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten bei 0,61 Prozent einen Basispunkt niedriger. Am Terminmarkt stieg der Bund-Future um 21 Basispunkte auf 156,29 Prozent. Der US-Bondmarkt war feiertagsbedingt (Veterans’ Day) geschlossen.

Auch die Anleihen von Euroraum-Peripheriestaaten waren gefragt. Die Renditen von zehnjährigen Staatspapieren aus Italien, Spanien und Portugal fielen jeweils um drei bis fünf Basispunkte. Investoren sind größtenteils positiv für die Wertpapiere von Peripherieländern gestimmt, weil die EZB im Rahmen ihres Bondkaufprogramms die Papiere bis mindestens September kaufen dürfte. EZB-Präsident Mario Draghi hat in einer Rede am frühen Nachmittag in London weder den Inflationsausblick noch die Geldpolitik erörtert. „Dass die EZB da ist und bereit zu handeln, ist ein großes Plus“ für die Bonds, sagt Orlando Green, Analyst für Festverzinsliche bei Crédit Agricole SA in London.

Das Prinzip festverzinslicher Wertpapiere

Zinsen und Rückzahlung

Festverzinsliche Anleihen haben einen fixen Zinskupon, der sich auf den Nominalbetrag von 100 Prozent, also zum Beispiel 1 000 Euro, bezieht. Zu diesem Betrag werden die Papiere am Ende der Laufzeit zurückbezahlt. Bei einem Kurs von 100 Prozent entspricht also die Rendite dem zugesicherten Zins.

Kurse und Renditen

Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt, deshalb schwanken die Kurse, die in Prozent angegeben werden. Der Rückzahlungswert bleibt unverändert bei 100 Prozent. Die Zinskupons, die sich auf den Nominalwert beziehen, verändern sich ebenfalls nicht. Weil Zinszahlungen und Tilgungen gleichbleiben, sinkt die Rendite für Neueinsteiger, wenn die Kurse steigen. Umgekehrt ist es genauso: Wenn die Kurse fallen, dann steigen die Renditen für Investoren, die neu zugreifen und bis zur Fälligkeit halten.

Renditeentwicklung

Entwicklung - Die Kurse vieler Anleihen - vor allem die von Staatsanleihen im Euro-Raum und in Japan - sind so stark über 100 Prozent gestiegen, dass Anleger trotz der Zinsen weniger Geld wiederbekommen, als sie angelegt haben. Somit sind die Renditen für Neueinsteiger sogar negativ.  Das geht umso schneller, weil die Kupons stetig sinken. So haben zweijährige Bundesschatzanweisungen in Deutschland seit dem 20. August 2014 einen Kupon von null Prozent, seit dem 21. Januar 2015 gilt das auch für fünfjährige Bundesobligationen. Die im Sommer 2016 platzierte zehnjährige Bundesanleihe hatte ebenfalls einen Null-Kupon, bei der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe liegt der Kupon aber bei 0,50 Prozent.

Am Primärmarkt stockte Deutschland eine fünfjährige Bundesobligation um drei Mrd. Euro auf. Die von der Bundesbank einbehaltene Marktpflegequote sank auf 15,2 Prozent, verglichen mit 18,8 Prozent bei einer Auktion am 14. Oktober. Griechenland nahm 1,138 Mrd. Euro über Papiere mit 91 Tagen Laufzeit zu einer Rendite von 2,7 Prozent auf.

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