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31.01.2011

13:21 Uhr

CDS ziehen an

Moody’s warnt vor Staatspleite in Ägypten

Furcht vor dem Kollaps: Die Rating-Agentur Moody’s hat Ägyptens Bonitätsnote gesenkt und den Preis für Kreditderivate in die Höhe getrieben. Für deutsche Banken stehen Milliardenbeträge auf dem Spiel.

HB KAIRO. Die Unruhen im Land und eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch Moody's haben am Montag die Kurse ägyptischer Credit Default Swaps (CDS) stark steigen lassen. Die Ratingagentur Moody's hatte die Kreditwürdigkeit von „Ba1“ auf „Ba2“ heruntergestuft und sich die Tür für eine weitere Senkung offen gehalten. Die Analysten begründeten ihren Schritt mit einer möglichen Ausweitung des Staatsdefizits. Bereits in der vergangenen Woche hatte Moody’s-Konkurrent Fitch seine Bonitätsnote für Ägypten von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt.

CDS sind hochspekulative Derivate, mit denen sich Investoren vor Kreditausfällen gegenüber Staaten genauso wie gegenüber anderen Schuldnern absichern. Losgelöst von der Risikoabsicherung werden CDS aber auch für Spekulationen genutzt. Sie gelten als einer der Brandbeschleuniger in der jüngsten Finanzkrise. Verteuert sich ihr Preis an den Finanzmärkten, gilt das als Warnzeichen für eine drohende Staatspleite bzw.

Ägyptische CDS stieg um 30 auf 450 Basispunkte. Die Absicherung eines zehn Millionen schweren Kredites an den nordafrikanischen Staat verteuerte sich damit um 30.000 auf 450.000 Dollar, wie der Datenanbieter Markit mitteilte. Ägyptische Kredite werden damit als riskanter eingestuft als die des Irak.

Die wachsenden Sorgen an den Kreditmärkten sorgen auch bei Banken für Unsicherheit: Internationale Geldhäuser sind nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mit 49,3 Milliarden Dollar bei Schuldnern in Ägypten engagiert. Banken aus Frankreich und Großbritannien sind die beiden größten Kreditgeber des Landes, heißt es in einer Mitteilung der BIZ.

Der BIZ zufolge haben französische Banken mit Stand Ende September Forderungen von 17,6 Milliarden Dollar bei ägyptischen Schuldnern ausstehen. Bei britischen Banken lag das Volumen demnach bei 10,7 Milliarden Dollar. Deutsche Banken sind mit 2,5 Milliarden Dollar in Ägypten engagiert. Insgesamt belaufe sich die ausstehende Summe europäischer Banken bei ägyptischen Schuldnern auf gut 40 Milliarden Dollar.

Die Furcht eines Übergreifens der Proteste auf andere Staaten der Region ließ auch deren CDS in die Höhe schnellen: Die CDS von Saudi-Arabien stiegen um 29 auf 120 Basispunkte, die CDS von Bahrain um 39 auf 230 Basispunkte und CDS für Kredite an den Libanon verteuerten sich um 38 auf 405 Basispunkte.

Kommentare (4)

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Realist

31.01.2011, 16:45 Uhr

Das sit doch kein Problem für die Finanzmärkte.
Mal schnell einen Rettungsschirm für diese 50 Mrd. Euro ist doch klar?!
1.) alternativlos
2.) zuversichtlich
3.) Vertrauen
4.) habeen das Erforderliche veranlasst
5.) blablabla
6.) blablabla

Ich selbst

31.01.2011, 17:21 Uhr

Gibt es eigentlich noch ein Land auf der Welt wo die Deutsche bank kein Geld versenkt hat?

Leertasche

01.02.2011, 13:38 Uhr

Peng! Die FiMOSTAPO hats gemerkt: Da geht was in Ägypten, dem Reich des alten Pharao.
Und wo man schon mal bei der Frage der Destabilisierung einer Region, in der wie zufällig israel liegt, sind, ziehen wir uns mit den Zeigefingern die Augenlider ganz schmal und sprechen mit Konfuzius:
DiE SCHWÄCHE DES ANDEREN iST DiE EiGENE STÄRKE!

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