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10.01.2008

12:29 Uhr

Chartanalyse

Flucht in sichere Staatsanleihen hält an

Sicherer Hafen statt Rezessionsängsten und Dollarrisiken - Staatsanleihen sind bei Anlegern weiterhin sehr beliebt. Die Charttechnik spricht auf Sicht von zwölf Monaten für einen anhaltenden Renditerückgang auf 3,4 Prozent.

Die Rendite der Bundesanleihe wird sich künftig in einem engen Abwärtstrendkanal bewegen.

Die Rendite der Bundesanleihe wird sich künftig in einem engen Abwärtstrendkanal bewegen.

DARMSTADT. Rezessionsängste, bröckelnder Dollar und steigender Ölpreis - die erste Handelswoche im neuen Jahr verlangte den Anlegern einiges ab. Nach dem Bruch des fast fünf Jahre währenden Aufwärtstrends an den Aktienmärkten lockt die Staatsanleihe mit den Vorzügen des sicheren Hafens.

Im Sommer 2007, als sich die Subprime-Krise in den USA immer deutlicher abzeichnete, kam an der Börse ein Paradigmenwechsel in Gang: Die Sicherheit der klassischen Staatsanleihe war plötzlich wieder gefragt. Die Nachfrage trieb die Preise der Festverzinslichen nach oben. Steigende Preise bei Anleihen sind gleichbedeutend mit fallenden Renditen für Investoren. Im Chart ist der Rückgang der Rendite seit dem Zwischenhoch im Juli 2007 gut zu erkennen. Damals bildete sich ein Abwärtstrendkanal aus, der bis heute Bestand hat.

Anfang September setzte der Kurs dann bei vier Prozent auf, wo ihm eine seit dem Tiefpunkt im Jahr 2005 verlaufende Trendlinie vorläufig Halt bot. Im November 2007 brach die Rendite für deutsche Staatsanleihen dann auch diesen langfristigen Aufwärtstrend nach unten. Technisch war das ein nachhaltiges Signal für weiter fallende Renditekurse, also ein Kaufsignal für Anleihen. Die Rendite bewegt sich seit Sommer 2007 anschaulich zwischen den beiden eingezeichneten Begrenzungen eines Trendkanals. In den letzten Tagen fiel die Notierung erneut, doch bis zur unteren Trendlinie bei 3,8 Prozent ist noch reichlich Platz.

Anleger, die angesichts des gebrochenen Aufwärtstrends bei den Aktien nach Alternativen Ausschau halten, können immer noch auf Staatsanleihen setzen. Trotz der bereits gestiegenen Anleihekurse scheint das Potenzial aus technischer Sicht noch nicht ausgereizt. Sollte die Nachfrage die Rendite für Anleihen mit rund 10-jähriger Restlaufzeit in den Bereich um 3,4 Prozent drücken, entspräche das einem Stand beim Bund-Future von mehr als 120 Punkten.

Die Autoren sind Hans Schulz, -Dieter Experte für technische Analyse und Mitherausgeber der Hoppenstedt-Charts, und Lutz Mathes.

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