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11.01.2010

11:00 Uhr

Chartgespräch

Das Ende der Dax-Rally ist nah

VonRalf Drescher

Die meisten aktuellen Prognosen für das Börsenjahr 2010 schwanken zwischen Hurra-Optimismus und Katastrophenszenarien. Ziemlich nüchtern in die Zukunft schaut dagegen Jörg Scherer, technischer Analyst bei HSBC Trinkaus: Er zieht charttechnische Parallelen zu früheren Jahren und erwartet eine Konsolidierung der Kurse.

Viele Prognosen zur Dax-Entwicklung 2010 sind extrem - positiv oder negativ. Auf eine Konsolidierung deutet hingegen die technische Analyse hin. ap

Viele Prognosen zur Dax-Entwicklung 2010 sind extrem - positiv oder negativ. Auf eine Konsolidierung deutet hingegen die technische Analyse hin.

DÜSSELDORF. Ein starker Start, gefolgt von einer Seitwärtsbewegung mit leichter Abwärtstendenz und einem erneuten Anstieg zum Schluss. Das ist die Bilanz des Deutschen Aktienindex (Dax) in der ersten Handelswoche des neuen Jahres, die er bei 6 037 Punkten beendete.

Anleger sollten sich das Bild der ersten Handelstage einprägen, denn es könnte das Muster für den weiteren Jahresverlauf vorgeben. Das erwartet zumindest Jörg Scherer, technischer Analyst bei HSBC Trinkaus: „Schaut man sich die aktuellen Prognosen für das Börsenjahr an, findet man eigentlich nur sehr optimistische Vorhersagen auf der einen Seite und Katastrophenszenarien auf der anderen. Aus Sicht der technischen Analyse spricht jedoch einiges dafür, dass die Wahrheit 2010 genau in der Mitte liegt.“

Ähnliche Verläufe 2003 und 2004 sprechen für Konsolidierung

Ein Grund für Scherers Prognose sind starke charttechnische Parallelen zu den Jahren 2003 und 2004. Damals war 2004 ein Übergangsjahr mit einer langen Seitwärtsbewegung, das nur dank einer Rally zu Jahresende mit Kursgewinnen endete. Auch der Vergleich mit früheren Nach-Rezessionsphasen spricht für eine Konsolidierung der Kurse: „Die erste Erholungsphase nach einer Rezession ist durch schnelle, dynamische Gewinne gekennzeichnet. In der Regel kommt es anschließend zu Verschnaufpausen, in denen die Bewertungen erst in das erreichte Niveau hineinwachsen“, erklärt Scherer. An dieser Schwelle sieht er den Dax, nachdem er seit März etwa 60 Prozent zugelegt hat.

Kurzfristig signalisiert die Technik zwar noch etwas Potenzial für Aktien, weil fast alle technischen Indikatoren nach oben weisen. Für eine baldige Verschnaufpause spricht aber zum einen der deutlich gewachsene Optimismus am Markt. Stimmungsindikatoren wie der Bull/Bear-Index der Deutschen Börse oder die Sentiment-Umfrage der American Association of Individual Investors liegen inzwischen deutlich im „bullishen“ Bereich. Hinzu kommt, dass der Dax auf eine massive Widerstandszone im Bereich zwischen 6 150 und 6 200 Punkten zuläuft. „Spätestens hier dürfte der Dax eine ruhigere Gangart anschlagen und in die Konsolidierungsphase übergehen“, erwartet Scherer.

Auch leichte Verluste sollten Anleger in dieser Periode einkalkulieren. Ein Test der Unterstützungsmarken bei 5 311 und 5 111 Punkten sei nicht auszuschließen, erklärt der HSBC-Analyst. Tiefer sollte der Dax jedoch nicht fallen: „Ein Abgleiten unter diesen Schlüsselbereich würde das ganze Szenario einer neuen Hausse-Bewegung in Frage stellen. Die Bodenbildung, die der Index 2009 vollzogen hat, wäre damit über den Haufen geworfen.“ Sollte die Marke, die Scherer als „Katastrophenstopp“ bezeichnet, hingegen halten, könnte es zum Jahresschluss noch einmal stärker aufwärts gehen: „Wenn der Dax genug Kräfte gesammelt hat, wird er zum erneuten Anstieg ansetzen“, sagt Scherer. Das Jahresendziel sieht er bei rund 6 600 Punkten.

Kommentare (4)

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Minesweaper

11.01.2010, 12:34 Uhr

Schon wieder eine Prognose....
Das ist wie der Flug der Vögel, aus denen man früher gelesen hat.....

tollewurst

11.01.2010, 12:51 Uhr

Man, man, man! die seitwärtsscheiße-prognose bringt auch jeder, der nicht zu weit aus der deckung kriechen will. und das handelsblatt schreibt drüber: das ende der rally ist ganz nah. gut verkauft! und ich ärgere mich, dass ich die seite geöffnet habe

Alf

11.01.2010, 21:34 Uhr

Alles in bester Ordnung solange die Experten warnen!!
Wer nimmt solche nichtssagenden Geschichten noch für voll.

Zudem: Der Dax hat kein Eigenleben, - dackelt dem Dow hinterher!!
Also hoffen wir, das es in USA positives gibt...

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