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23.03.2011

16:36 Uhr

Chartgespräch

"Der Markt ist stark angeschlagen"

VonUlf Sommer

Nach dem verheerenden Erdbeben in Japan hat der Dax in der Spitze mehr als zehn Prozent verloren und es könnte weiter runter gehen. Vermögensverwalter Felix Pieplow rechnet mit weiteren Kursschwankungen.

Das starke Beben in Japan beeinflusst auch die weltweiten Aktienmärkte. Felix Pieplow, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Staedel Hanseatic rechnet mit weiteren Kursturbulenzen. Quelle: dapd

Das starke Beben in Japan beeinflusst auch die weltweiten Aktienmärkte. Felix Pieplow, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Staedel Hanseatic rechnet mit weiteren Kursturbulenzen.

Düsseldorf "Ändern sich die Fakten, ändere ich meine Meinung." Nach diesem Motto verfahren technische Analysten, wenn sich das Chartbild so wie in der vergangenen Woche mit einem Mal dramatisch verändert.

Während die Zunft der fundamental argumentierenden Analysten unverändert steigende Aktienkurse prophezeit und auf die starken Firmengewinne, die niedrige Aktienbewertung und die robuste Weltkonjunktur verweist, haben die meisten Charttechniker ihren Optimismus aufgegeben. Einfach deshalb, weil sich das Chartbild an den Aktienmärkten nach dem verheerenden Erdbeben in Japan eingetrübt hat. Der Dax hat in der Spitze mehr als zehn Prozent verloren.

Nach diesem abrupten Verfall sieht Felix Pieplow, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Staedel Hanseatic im lettischen Riga, den Markt stark angeschlagen. Das schließe neue Jahreshochs erst einmal aus. Im Gegenteil: "Auch wenn es aktuell eine kräftige Gegenbewegung nach oben gibt, brauchen Anleger nicht sofort den steigenden Kursen hinterherzulaufen." Der Stratege sieht den Dax in Zukunft stark schwanken und bis in den Bereich von 6330 Punkten fallen. Hier dürfte der Index zunächst einen guten Halt finden.

Der Grund: Monatelang war es dem Dax 2010 nicht gelungen, die Marke von 6330 Punkten zu überwinden. Als es ihm im Herbst schließlich gelang, rutschte das Börsenbarometer fortan nicht mehr unter diese Zone. Charttechnisch geradezu idealtypisch mutierte der anfängliche Widerstand, sobald er genommen war, zu einer soliden Unterstützung.

Doch diese Erklärung reicht Pieplow nicht aus, um Anlegern eine Prognose zu bieten. Bereits vor mehr als einem Jahr verglich der in Charttechnik und Finanzgeschichte gleichermaßen versierte Analyst an dieser Stelle die Situation an den Märkten mit den Ereignissen in fast grauer Vorzeit vor mehr als 100 Jahren. Pieplow hatte eine zeitlich ausgedehnte Liquiditätsrally prognostiziert - und recht behalten.

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