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17.09.2012

17:09 Uhr

Chartgespräch

„Die Argumente der Pessimisten sind tot“

VonUlf Sommer

Wer angesichts des rasanten Anstiegs auf den Aktienmärkte auf allzu niedrige Kurse wartet, könnte den richtigen Augenblick verpassen. Auch zum Jahresende sieht Analyst Jeff Hochmann keinen Grund für Schreckensszenarien.

In keinem Monat entwickeln sich die Aktienkurse statistisch betrachtet so schlecht wie im September. dapd

In keinem Monat entwickeln sich die Aktienkurse statistisch betrachtet so schlecht wie im September.

DüsseldorfErmüdungserscheinungen? Reif für eine Korrektur oder gar eine Trendwende nach unten? Der rasante Anstieg an den Aktienmärkten nährt solche Befürchtungen, zumal noch schwierige Wochen bevorstehen. Denn in keinem Monat entwickeln sich die Aktienkurse statistisch betrachtet so schlecht wie im September. Und in keiner Jahresphase schwanken die Märkte so stark wie im September und Oktober.

Jeff Hochman will von solchen Schreckensszenarien nichts wissen. „Ja, der Markt ist reif für eine Korrektur“, sagt der erfahrene Leiter der technischen Analyse beim Vermögensverwalter Fidelity. Aber: Eine Reihe von Indizien deutet für ihn darauf hin, dass es zu mehr als einer maximal acht- bis zehnprozentigen Korrektur nach unten nicht reichen wird, um einmal aus der Perspektive der „Bären“ zu sprechen, die auf fallende Kurse setzen.

Wo steht der S&P500 am Ende des Jahres?

Bank of America

1.450 Punkte

Bank of Montreal

1.425 Punkte

Barclays

1.330 Punkte

Citigroup

1.425 Punkte

Credit Suisse

1.425 Punkte

Deutsche Bank

1.475 Punkte

Goldman Sachs

1.250 Punkte

HSBC

1.490 Punkte

JPMorgan

1.430 Punkte

Morgan Stanley

1.167 Punkte

Oppenheimer

1.450 Punkte

UBS

1.375 Punkte

Wells Fargo

1.360 Punkte

Deshalb rät Hochman allen Anlegern, die noch Geld für Aktien übrig haben, nicht auf allzu niedrige Kurse zu warten, denn dann könnte es schon wieder zu spät sein, weil die Märkte zur üblichen Jahresschlussrally längst wieder durchstarten. Zum Jahresende rechnet er damit, dass der amerikanische S & P 500, der weltweit wichtigste Börsenindex, zwischen 1470 und 1500 Punkten notieren wird, also rund zwei bis vier Prozent höher als derzeit.

Für eine erst einmal bevorstehende Korrektur spricht der größer gewordene Optimismus im Markt. Nach den Hedge-Fonds, die nach den Messungen von Fidelity und einschlägigen Finanzdienstleistern wie Bloomberg zuletzt massiv in Aktien eingestiegen sind, um dem Aufwärtstrend zu folgen, sind jetzt auch die übrigen Investoren mehrheitlich ins Optimistenlager gewechselt.

Das zeigt sich beispielsweise in den sogenannten Put-Call-Ratios: An den Finanzmärkten werden derzeit sehr viel mehr Optionen auf steigende als auf fallende Kurse gekauft - die Mehrheit folgt also dem Aufwärtstrend. Doch genau das ist üblicherweise ein zuverlässiger Kontra-Indikator: Wer im Markt bereits investiert ist, kommt nur noch als potenzieller Verkäufer infrage.

Diese Aktien hat Buffett im Depot

Aktien im Depot

Berkshire Hathaway, die Holding von Warren Buffett, ist verpflichtet das so genannte Formular 13F zu getätigten Investments bei der US-Börsenaufsicht einzureichen.
Die Mitteilung soll immer innerhalb von 45 Tagen nach Quartalsende erfolgen und alle in den USA gehandelten Aktien, Optionen und Wandelanleihen enthalten.
Nicht ersichtlich wird aus den Aufstellungen, in welche Papiere außerhalb der USA investiert wurde oder wie groß die Barreserven sind. Ebenfalls nicht aufgeführt in der Tabelle sind Optionen, Warrants und Anleihen.

Stand: 30.06.2014, Quelle: Pflichtmitteilung (13F) an US-Börsenaufsicht, Bloomberg

Wells Fargo

Marktwert: 24,3 Milliarden Dollar

Coca Cola

Marktwert: 16,9 Milliarden Dollar

American Express

Marktwert: 14,4 Milliarden Dollar

International Business Mach

Marktwert: 12,7 Milliarden Dollar

Wal Mart

Marktwert: 4,4 Milliarden Dollar

Procter & Gamble

Marktwert: 4,2 Milliarden Dollar

Exxon Mobil

Marktwert: 4,1 Milliarden Dollar

US Bancorp

Marktwert: 3,5 Milliarden Dollar

Moody's

Marktwert: 2,2 Milliarden Dollar

Deshalb ist das Risiko sinkender Kurse größer als die Chance steigender Notierungen. Doch die Anleihe-Kaufprogramme der Europäischen Zentralbank, die zahlreichen Programme der US-Notenbank Fed zur Stimulierung der Konjunktur und die „Wall of Worry“ stimmen den Experten optimistisch. Hinter dieser „Mauer der Sorgen" verbirgt sich, dass die Aktienmärkte unabhängig von politischen oder wirtschaftlichen Sorgen steigen - so wie es derzeit die Börsen eindrucksvoll vormachen.

Kommentare (7)

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Schaarschmidt

17.09.2012, 18:20 Uhr

„Die Argumente der Pessimisten sind tot“ wie oft ich den Satz schon gehörte habe,bin jetzt 25 Jahre an der Börse dabei,meist passiert genau das Gegenteil.

Roothom

17.09.2012, 18:45 Uhr

"Wer im Markt bereits investiert ist, kommt nur noch als potenzieller Verkäufer infrage." - das stimmt aber nur, wenn er VOLL investiert ist. und das dürften wohl die wenigsten sein...

Oelblase

17.09.2012, 19:37 Uhr

"Die Argumente der Pessimisten sind tot"

Das stimmt. Aber in den Bereich 7700-8150 wird es auf jeden Fall gehen, weil das billige Geld der EZB irgendwo investiert werden muss.

Allerdings wurde durch die Geldschwemme kein einziges strukturelles Problem der EU gelöst. Sobald die Märkte das Geld aufgesaugt haben, wird der eitle Sonnenschein auf einen Schlag verschwinden.

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